Hat das Publikum im Griff: Scooter-Frontmann H. P. Baxxter. - © Burkhard Battran
Hat das Publikum im Griff: Scooter-Frontmann H. P. Baxxter. | © Burkhard Battran

Beverungen Schneller, härter, lauter: So war das Konzert von Scooter an der Weser

Open Air: 4.000 Raver feiern generationsübergreifend in den Beverunger Weserwiesen das 25-jährige Bühnenjubiläum von Scooter

Burkhard Battran

Beverungen. "Man spürt, wie die Vibrationen der Musik von der Brücke aufgenommen werden”, sagte einer der vielen Zaungäste, die sich von der Weserbrücke aus das Spektakel in den Hakelwiesen unterhalb der Beverunger Stadthalle angesehen haben. Techno-Barde Scooter hat dort am Samstag 4.000 Ravern die Hölle heiß gemacht. Und das darf man durchaus wörtlich nehmen: Förmlich im Sekundentakt explodierten Pyrotechnik-Kracher. Nur Rammstein brennen vermutlich noch mehr Feuerwerk ab. Davon bekamen die Zaungäste auf der Weserbrücke allerdings nicht viel mit, denn sie konnten ja nur auf die Bühnenrückseite schauen. Was sie allerdings sehen konnten, waren 4.000 auf- und niederspringende Fans, die "Faster, Harder, Scooter” skandierten. Schnell und hart - und vor allem laut, das ist seit 25 Jahren das musikalische Markenzeichen des aus Leer stammenden Ostfriesen Hans-Peter Geerdes (54), der einst nach Hamburg ging, um dort Jura zu studieren, sich dann aber in H.P. Baxxter verwandelte und mit der Electroband Scooter zu einem der erfolgreichsten deutschen Danceacts wurde. Platz in der ersten Reihe fünf Stunden nicht mehr abgeben Mit "Hyper Hyper”, "Bora, Bora, Bora” und "Oi fucking Oi” brachte Scooter gleich zu Anfang drei der alten Kracher aus den 1990ern und damit Lieblingssongs von Besucherin Jessica Attelmann (41). "Ich bin gewissermaßen ein Scooter-Fan der ersten Stunde und hätte nie gedacht, dass er mal vor meiner Haustür auftreten würde”, sagte die Beverungerin. Kurz nach Einlassöffnung um 18 Uhr hatte Jessica mit ihrer Tochter Cynthia Illhardt (17) den Platz in der ersten Reihe erobert, den sie die nächsten fünf Stunden nicht mehr hergeben würde. "Meine Mutter war 17, als die das Scooter-Fieber gepackt. Uund mich hat es jetzt auch erwischt”, sagte Tochter Cynthia. Im Vorprogramm hatten der Hamburger DJ Jerome und die Wahlberlinerin Simonne Jones dem Publikum eingeheizt. "Es war so unglaublich großartig, auf der Bühne zu stehen und im Hintergrund diese Wand aus grünen Wäldern zu sehen und wie Sonnenstrahlen durch die Wolken brechen. Ich habe versucht, das alles in meine Musik einfließen zu lassen”, sagte die aus Amerika stammende 31-jährige Electro-Musikerin. "Feiernde Fans entschädigen für extrem anstrengende Wochen" Volker Faltin (70), Organisationschef der Kulturgemeinschaft Beverungen, zeigte sich mit dem Veranstaltungsverlauf zufrieden. "Ich muss zugeben, dass Scooter musikalisch überhaupt nicht mein Fall ist. Aber wenn ich sehe, wie die Fans abfeiern, entschädigt das für die wirklich extrem anstrengenden vergangenen Wochen”, sagte Faltin. Zum Abschluss des zweitägigen Weser-Openairs steht am Sonntag, 26. August, "Supertramp”-Sänger Roger Hodgson auf der Bühne mit richtigem Gesang und analogem Musikinstrumentarium, bei dem auch Organisationschef Faltin auf seine Kosten gekommen sein dürfte.

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