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Das erste Fahrzeug wurde in aller Ruhe zerlegt und die einzelnen Schritte in großer Runde besprochen. - © Fotos: Feuerwehr
Das erste Fahrzeug wurde in aller Ruhe zerlegt und die einzelnen Schritte in großer Runde besprochen. | © Fotos: Feuerwehr

Amelunxen Zwischen Theorie und Praxis

Löschgruppe Amelunxen festigt Wissen beim Technische-Hilfe-Seminar

06.10.2014 | Stand 05.10.2014, 18:57 Uhr
Bei der zweiten Übung ging es auf Zeit. Es wird gerade das Dach abgenommen, um den Patienten zu befreien.
Bei der zweiten Übung ging es auf Zeit. Es wird gerade das Dach abgenommen, um den Patienten zu befreien.

Amelunxen (nw). Die Filetierung eines Ford, die Crashrettung und die "Golden Hour of Shock": Die Löschgruppe Amelunxen übte bei dem sich jährlich wiederholenden Technische-Hilfe-Seminar den Einsatz der Rettungsgeräte und auch die Koordination zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr. Unter den wachen Augen von Brandinspektor Sebastian Ewen und Oberbrandmeister Jan Nolte zeigten die Wehrleute bei der patientengerechten Rettung von Unfallopfern, dass sie ihr Fachwissen nicht verlernt hatten.

Nach einer einstündigen Theorie-Wiederholung widmeten sich die Feuerwehrleute zwei Autos, die vom Beverunger Autohaus Menger zur Verfügung gestellt wurden. Am Vormittag wurde ein Ford Ka sprichwörtlich filetiert. So setzte man an diesem Pkw beispielhaft alle zur Verfügung stehenden Gerätschaften in allen Schnitttechniken ein.

"Uns ist dabei weniger an einer realitätsnahen Übung gelegen, als daran, dass die Kameraden ihr Wissen über die verschiedenen Taktiken auffrischen und diese dann üben", informierte Sebastian Ewen. So blieb von dem Ka nicht mehr viel übrig, nachdem Türen und Heckklappe herausgeschnitten, das Dach abgenommen und der komplette Vorderwagen abgeklappt worden war.

Nach einer Mittagspause widmete man sich dem zweiten Fahrzeug, einem Ford Fiesta. Der Wagen wurde mit Hilfe eines Gabelstaplers entsprechend in Form gebracht. Simuliert wurde ein Überschlag, bei dem das Dach deformiert wurde und das Fahrzeug schlussendlich wieder auf den Rädern zum Stehen gekommen ist. Unterstützung fanden die Amelunxer Feuerwehrleute durch einen Rettungsassistenten und eine Notärztin, die den Rettungsdienst simulierten. Die Kollegen von Jan Nolte, der selber hauptberuflich beim Höxteraner Rettungsdienst tätig ist, wollten sich in ihrer Freizeit fortbilden. "Für den Rettungsdienst ist es wichtig, auch den Blickwinkel der Feuerwehr zu verstehen. Da gibt es keinen besseren Ort, als so eine Übung" berichtet Nolte. Ein weiterer wichtiger Punkt sei der Faktor Zeit. In der Unfallmedizin gibt es die sogenannte "Golden Hour of Shock". Diese formuliert das Ziel, dass ein Patient eine Stunde nach dem Unfallereignis in der Klinik sein soll. Der technischen Rettung wird ein Zeitraum von 20 Minuten zugedacht.

Am Fiesta schafften die Feuerwehrleute nach der Erst- eine Versorgungsöffnung, durch die der Patient vom Rettungsdienst versorgt werden konnte. Nach der simulierten Verschlechterung des Patientenzustandes gab die Notärztin den Befehl zur Crashrettung: Der Patient muss schnellstmöglich, auch unter Inkaufnahme von neuen Verletzungen, aus dem Fahrzeug befreit werden. Insgesamt 18 Minuten dauerte es vom Befehl bis zur Befreiung des Patienten.

Sebastian Ewen sprach von einer "Punktlandung" - so wie auch die gesamte Veranstaltung von den Teilnehmern als wichtig wahrgenommen wurde. "Wir haben die Geräte zur technischen Hilfe auf dem Fahrzeug dabei, also müssen wir die auch bedienen können", so die Meinung eines Teilnehmers.

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