Der Übungsplan sah vor, dass sich ein Feuer im dritten Stock des Anbaugebäudes entwickelte.
Der Übungsplan sah vor, dass sich ein Feuer im dritten Stock des Anbaugebäudes entwickelte.

Beverungen Alarm an der Verbundschule

Jährlicher Räumungstest wird für eine Großübung der Jugendfeuerwehr genutzt

VON TORSTEN WEGENER
Nachdem klar war, dass es sich wirklich nur um eine Übung handelte, verfolgten die Schüler das Geschehen völlig unverkrampft. - © FOTOS: TORSTEN WEGENER
Nachdem klar war, dass es sich wirklich nur um eine Übung handelte, verfolgten die Schüler das Geschehen völlig unverkrampft. | © FOTOS: TORSTEN WEGENER

Beverungen. Laut schrillt es am Freitagvormittag durch die Räume der Verbundschule Beverungen. Feueralarm. Sofort verlassen Schüler und Lehrer die Klassenräume und sammeln sich auf dem Hof. Alles sieht nach der jährlichen Räumungsübung auf. Doch dann der Schock: In einem Gebäudetrakt ist Rauch zu sehen und von weitem hört man bereits das Martinshorn.

Die Einsatzkräfte der Beverunger Feuerwehr rücken mit Führungsfahrzeug, Löschfahrzeug und Drehleiter an. Auch ein Notarztwagen ist sieben Minuten nach dem Alarm bereits zur Stelle. "Ist das nun doch echt", war die bange Frage von Schülern. Erst dann folgte die Auflösung. Es ist doch nur eine Übung. Diesmal aber groß angelegt. Schläuche werden ausgerollt und der entsprechende Gebäudetrakt bewässert. Feuerwehrkräfte mit Atemschutzgeräten suchen in den Gebäuden nach Personen. Die Drehleiter wird ausgefahren.

Nur wenige Leute wissen gestern in der Verbundschule in Beverungen etwas von der bevorstehenden Feuerwehrübung. Der Ernstfall soll so wirklichkeitsnah wie möglich geprobt werden. "Es ist das erste Mal, dass wir so etwas in dieser Größenordnung durchführen", sagt Schulleiter Klaus Oppermann.

Um 10.05 Uhr drückt er den Alarmknopf. Ein lauter schriller Ton durchfährt das ganze Schulgebäude. Es wirkt wie elektrisierend. Sofort machen sich die Klassen, angeführt vom Lehrer, auf den Weg nach draußen.

"Nach zweieinhalb Minuten waren auch die letzten Schüler am Sammelpunkt. Das ist ein Zeitrahmen, der absolut in Ordnung ist. Es ist alles sehr ruhig und gesittet abgelaufen", sagt Klaus Oppermann. Knapp 500 Schüler befanden sich zur Zeit des Alarms im Schulgebäude. Für die Jungen und Mädchen ist es eine aufregende Alarmübung. Es sieht alles sehr realistisch aus.

Dass es sich um eine Übung handelte, erkannten die Schüler letztendlich daran, dass auf einmal Mitschüler am Rettungseinsatz beteiligt waren. Denn die Übung wurde von der Jugendfeuerwehr durchgeführt, mit entsprechender Unterstützung von Aktiven.

"Wir haben die Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Beverungen, Herstelle und Dalhausen in der großen Pause aus der Verbundschule geholt. Erst dort erfuhren die Jugendlichen, dass es wenig später einen Einsatz gibt", sagt Bernhard Frewer, Gruppenführer des Löschzuges Herstelle. "Denn nur in einer richtigen Übung können die Jugendlichen die Abläufe erlernen", betont Frewer.

Insgesamt 25 Jugendliche waren im Einsatz. Unterstützt, angeleitet und kontrolliert wurden sie von 18 Aktiven.

"Beide Löschangriffe haben ordentlich funktioniert", lobte anschließend die Einsatzleiterin Annette Frewer, Wartin der Jugendfeuerwehr Herstelle.

Neben der Übung für den Nachwuchs war es aber auch ein wichtiger Test für die Verbundschule, das Ordnungsamt und die Feuerwehr der Stadt Beverungen. So konnte analysiert werden, ob Fluchtwege und Aufenthaltsplätze für die Schüler, die Zufahrten für die Einsatzwagen und die Wasserstellen ausreichen.

Nach dem knapp 45-minütigen Test waren alle Beteiligten sehr zufrieden.

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