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Bad Driburg Gitter statt Glitter

Kosten im Bad Driburger Tierheim schnellen besonders im Winter in die Höhe / Festtage fallen aus

VON UWE POLLMEIER
26.12.2013 | Stand 23.12.2013, 19:08 Uhr

In all den Jahren hat sie immer wieder ihr Privatvermögen in das Tierheim gesteckt. "Dabei sind mindestens 200.000 Euro draufgegangen", sagt Kaufmann. Ihrem Mann, einem vor einigen Jahren verstorbenen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Bad Driburg, hat sie davon nie etwas erzählt. "Hätte er von den 200.000 Euro gewusst, hätte er sich scheiden lassen." Kaufmanns Tierliebe scheint grenzenlos. Für ein Tier, das in Würde leben kann, geht sie selbst an ihre Grenzen. "Ich bin in Brasilien geboren und habe da die Tiere in den Slums gesehen." Schon zu diesem Zeitpunkt war ihr klar, dass sie später helfen wollte.

In all den Jahren hatte Kaufmann gehofft, dass Stadt und Kreis ihre Unterstützung anbieten. Als sie Mitte der 80er Jahre ein Grundstück für das zukünftige Tierheim suchte, blieb ihr jede finanzielle Unterstützung verwehrt. Eine befreundete Unternehmerfamilie aus München kaufte schließlich für 130.000 Euro das Gelände nahe Siebenstern und schenkte es dem Tierschutzverein "Tiere in Not Höxter/Warburg", der seitdem Träger des Tierheims ist.

Wenn Kaufmann auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurückblickt, kommt sie selbst ins Staunen. "Ich weiß selbst nicht, wie ich das eigentlich gemacht habe", sagt Kaufmann. Die Wintermonate machen dem Tierheim besonders zu schaffen. "Wir müssen sehr viel heizen, die Tiere sind sehr kälteempfindlich. Die Katzen noch mehr als die Hunde", sagt Kaufmann. Bis zu dreimal im Jahr müssen die Öltanks gefüllt werden. Jeweils 3.000 Euro sind dann fällig. "Jedes Tier hat doch eine Lebensberechtigung", betont Kaufmann. In all den Jahren habe sie es nie übers Herz gebracht, ein Tier abzulehnen. Selbst wenn das Katzenhaus schon proppenvoll war. Und auch Krankheiten und Alter spielen für die gebürtige Brasilianerin keine Rolle: "Solange es noch eine Chance gibt, wird ein Tier auch nicht eingeschläfert."

Derzeit leben 75 Hunde und 140 Katzen im Tierheim. "Schmusekatzen und Welpen wollen alle haben, aber es gibt auch noch andere Tiere", sagt Kaufmann. Viele finden neue Familien, andere bleiben für immer. "Zwei Hunde haben ihr ganzes Leben hier im Tierheim verbracht. Sie kamen als Welpen und starben 13 Jahre später", sagt Kaufmann.

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