Bad Driburg/Brakel Schwarzer Freitag im Kreis Höxter: Aus für Bäckerei Siebrecht und Walther Glas

340 Beschäftigte betroffen

VON UWE POLLMEIER
Schwarzer Freitag für Beschäftigte im Kreis Höxter - © Bad Driburg/Brakel
Schwarzer Freitag für Beschäftigte im Kreis Höxter | © Bad Driburg/Brakel

Bad Driburg/Brakel. Zwei der größten und traditionsreichsten Arbeitgeber im Kreis Höxter stellen endgültig den Betrieb ein. Die Produktion bei Walther Glas in Bad Driburg steht seit Freitag still und auch bei der Großbäckerei Siebrecht haben sich am selben Tag letzte Übernahmehoffnungen zerschlagen. Während beim Siebensterner Glasproduzent 190 Mitarbeiter in diesen Tagen ihre Kündigungen erhalten, stehen beim Brakeler Backunternehmen mindestens 150 Mitarbeiter auf der Straße.

"Das ist ein schwerer Schlag für Bad Driburg", sagt Bürgermeister Burkhard Deppe. Er mache sich Sorgen um die Zukunft der Beschäftigten und appelliere nochmals an die heimischen Betreibe, freie Arbeitsplätze mit ehemaligen Walther-Glas-Beschäftigten zu besetzen. Die Solidarität sei schon jetzt bemerkenswert.

Betriebsratsvorsitzender Konrad Kuprewitz hatte bis zuletzt gehofft, dass es weitergeht, zumal es mehrere Investoren gegeben habe. "Es sei jedoch an der Nichterreichbarkeit des tschechischen Eigentümers Otakar Motkar gescheitert. "Man konnte sich beim Preis nicht einigen oder besser gesagt, Herr Motkar hat auf die Angebote gar nicht reagiert", sagt Kuprewitz.

E-Mail des Gläubigerausschusses

Bis zuletzt gehofft hatten auch die Beschäftigten der Bäckereikette Siebrecht. "Ich habe davon nichts gewusst", sagt Martina Loges, Betriebsratsvorsitzende, unmittelbar nachdem der Gläubigerausschuss Freitagnachmittag per E-Mail das endgültige Aus verkündet hatte. Darin schreibt der Sprecher des Gläubigerausschusses, der Paderborner Anwalt Prof. Friedrich Meyer: "Die Verhandlungen bei der Firma Siebrecht mit dem etwaigen Investor Rainer Siebrecht sind endgültig gescheitert. Die Produktion und Verwaltung in Brakel werden im Frühjahr 2014 geschlossen. Das Filialnetz wird aufrechterhalten. Dadurch wird ein Großteil der Arbeitsplätze des Unternehmens erhalten."

- © MONTAGE: TOBIAS BECKER
| © MONTAGE: TOBIAS BECKER

Was im ersten Moment zumindest für die Mitarbeiter in den Filialen noch etwas beruhigend klingt, dürfte in der Praxis schwer umzusetzen sein. "Keine Ahnung, wie das laufen soll", sagt Loges. Von den derzeit noch 72 Filialen seinen rund 30 wenig lukrativ für potenzielle Übernahmefirmen.

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