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Anwohnersprecherin Julia Seifert wünscht sich mehr Sicherheit beim Überqueren der Ortsdurchfahrt in Reelsen - © Burkhard Battran
Anwohnersprecherin Julia Seifert wünscht sich mehr Sicherheit beim Überqueren der Ortsdurchfahrt in Reelsen | © Burkhard Battran

Bad Driburg Ortstermin: Reelsens unfallträchtige Ortsdurchfahrt wird geprüft

Auf der Landesstraße, die durch den Ort führt, gibt es nur einen Zebrastreifen. Zuletzt raste ein LKW in einen Trauerzug.

Burkhard Battran
03.12.2019 | Stand 02.12.2019, 20:45 Uhr

Reelsen. Die Petition wurde angenommen. „Das ist schon mal ein großer Erfolg, jetzt bereiten wir uns auf den Ortstermin vor", sagt Anwohnersprecherin Julia Seifert (34). Am Donnerstag, 5. Dezember, wird um 15 Uhr der Petitionsausschuss des Landtags ein Anliegen von Reelsener Bürgern überprüfen. Die Bürger fordern mehr Sicherheit für das Überqueren der Detmolder Straße. „Der Petitionsausschuss ist unsere letzte Hoffnung, denn der Landesbetrieb Straßen NRW, der für Maßnahmen zuständig wäre, haben unsere Bitte brüsk abgeschmettert", sagt Seifert. Zebrastreifen wird ignoriert Der 800-Einwohner-Ort Reelsen wird in der Ortsmitte von der Landesstraße L 954 zerschnitten. Auf der insgesamt rund 750 Meter langen Ortsdurchfahrt gibt es genau einen Zebrastreifen. „Das Problem mit dem Zebrastreifen ist, dass er von den Verkehrsteilnehmern vollkommen ignoriert wird und eigentlich ist es ein Wunder, dass bislang nicht noch mehr Fußgänger angefahren wurden." In diesem Jahr gab es allerdings zwei Unfälle, die aufhorchen lassen sollten. So wurde eine Frau auf dem Zebrastreifen angefahren und im Juli war es zu einer Beinah-Katastrophe gekommen, als ein LKW in einen Trauerzug hineingefahren ist. Eine Person wurde dabei schwer verletzt. Es hätten auch leicht zehn Personen sein können. Zwischen Kirche und Friedhof liegt die Ortsdurchfahrt der L 954, die auf diesem Stück Detmolder Straße heißt. Der Name ist auch Programm, denn der gesamte Pendlerverkehr aus dem Bereich Lippe, Steinheim und Nieheim nach Bad Driburg fährt über diese Straße. Auch alle Schulbusse aus Bad Driburg und den Nachbarstädten halten hier. „Es sind über 30 Kinder, die hier mindestens zwei Mal am Tag die Straße überqueren", betont Seifert. Demo zur Begrüßung Um 14.30 Uhr wollen Anwohner und Kinder am Donnerstag mit einer Demo die Teilnehmer des Ortstermins begrüßen. „Dafür malen wir gerade Schilder und Tafeln und haben auch schon T-Shirts drucken lassen", sagt Seifert. Die meisten Verkehrsteilnehmer, gegen die sich die Kritik der Anwohner richtet, sind Pendler, die diese Strecke seit Jahren fahren. Da kann man schwerlich erwarten, dass sie einfach so von selbst ihr Verhalten ändern und plötzlich achtsamer durch Reelsen fahren. „Wir wünschen uns an der Stelle des Zebrastreifens eine Ampel und an den drei Ortseinfahrten bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion", erklärt Seifert. Die Anwohner würden auch eine Versetzung des Ortschschilds in nördlicher Richtung begrüßen. „Die Abfahrt ins Neubaugebiet befindet sich einer Zone, wo man 100 Fahren darf, obwohl das innerhalb der Bebauungsgrenzen ist", kritisiert die Anwohnerin. Unterstützt wird das Vorhaben der Reelsener Bürger durch die Grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer. Als Mitglied im Petitionsausschuss, für den die Paderbornerin auch als Sprecherin tätig ist, hat Beer den Termin vermittelt. An dem Ortstermin nehmen Beer als Ausschussvertreterin sowie Stadt, Kreis, Straßen NRW und Polizei teil. "Die Stadt hat bereits alles getan, was sie konnte" Die Stadt steht ebenfalls hinter den Bürgern, hat aber keine Möglichkeit, in die Landesbefugnisse einzugreifen. Julia Seifert: „Die Stadt hat bereits alles getan, was sie konnte und hat beispielsweise die Parksituation am Kindergarten entschärft und durch Bordsteinabsenkungen die Zuwegung zur Kirche erleichtert, aber das Kernproblem ist die Überquerung der Detmolder Straße und dafür brauchen wir die Hilfe des Landes." Zuletzt gab es im Juli vor Ort eine Verkehrsschau des Landesbetriebes mit Bürgervertretern, Stadt, Kreis und Polizei, wo Straßen NRW erklärt hatte, dass in Reelsen keine weiteren Eingriffen in den Verkehr notwendig seien.

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