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Seit Jahren ungenutzt: Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Firma Walther-Glas in Siebenstern. - © Silke Riethmüller
Seit Jahren ungenutzt: Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Firma Walther-Glas in Siebenstern. | © Silke Riethmüller

Bad Driburg Walther-Glas-Gebäude in Siebenstern soll abgerissen werden

Die Fläche soll als Bauland ausgewiesen werden

Mathias Brüggemann
23.10.2019 | Stand 22.10.2019, 18:35 Uhr

Bad Driburg-Siebenstern. Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Firma Walther-Glas im Ortskern in Siebenstern soll abgerissen werden. Die Stadt Bad Driburg, die das Gebäude vor drei Jahren gekauft hatte, will die Fläche zwischen Glashüttenweg und Elbringhausener Straße als Bauland ausweisen. Am Mittwochabend wird sich der Bezirksausschuss Dringenberg mit diesem Thema befassen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.30 Uhr in der Gaststätte Hausmann. Gebäude sollte Flüchtlingsunterkunft werden Die Stadt Bad Driburg hatte im Jahr 2016 das ehemalige Verwaltungsgebäude der Glasfirma gekauft und wollte das Haus zur Flüchtlingsunterbringung nutzen. Bis zu 80 Menschen sollten dort Platz finden. Die Pläne der Stadt hatten zunächst für große Aufregung in Siebenstern gesorgt. Vor allem die hohe Zahl von 80 Flüchtlingen für den 360-Einwohner-Ort schreckte viele Siebensterner ab. In einer Bürgerversammlung entschied man sich schließlich, einen Runden Tisch einzurichten mit Vertretern des Bezirksausschusses, der Stadtverwaltung und der Vereine. Auf Vorschlag des Runden Tisches wurde die die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge schließlich auf 50 begrenzt. Jahrelanger Leerstand In das Gebäude zog allerdings nie ein Geflüchteter ein. Da das Clemensheim in Bad Driburg als Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes genutzt wurde und die hohe Zahl der dort lebenden Menschen auf das Kontingent angerechnet wurde, erhielt die Stadt immer weniger Zuweisungen von Flüchtlingen. Auf das Walther-Glas-Gebäude in Siebenstern brauchte die Stadt nun nicht mehr zurückgreifen. Es stand weiterhin jahrelang leer. Die Firma Walther-Glas hatte im Jahr 2011 Insolvenz angemeldet. Nachdem der Insolvenzverwalter bereits das endgültige Aus für den Siebensterner Glashersteller verkündet hatte, gab es eine Rettung in letzter Minute. Das tschechische Unternehmen Bohemia Cristal kaufte das Werk in Siebenstern. 200 der damals 350 Mitarbeiter konnten ihren Job behalten. Zu Spitzenzeiten arbeiteten über 800 Menschen bei Walther-Glas. Doch nur zwei Jahre später meldete die Nachfolgefirma, die sich BD-Glas-Services nannte, erneut Insolvenz an. Diesmal gab es keine Rettung mehr, obwohl mehrere Investoren Interesse an einer Übernahme des Siebensterner Werks gezeigt hatten. Doch zu Verhandlungen kam es nicht. Der tschechische Besitzer hatte auf Kaufangebote nicht reagiert.

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