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Das "Rote Haus": Das Nebengebäude des Clemensheims soll umgebaut werden, um die ZUE um 200 weitere Unterbringungsplätze zu ergänzen. - © Burkhard Battran
Das "Rote Haus": Das Nebengebäude des Clemensheims soll umgebaut werden, um die ZUE um 200 weitere Unterbringungsplätze zu ergänzen. | © Burkhard Battran

Bad Driburg Baubeginn in Driburger Flüchtlingsunterkunft steht noch nicht fest

Klar ist, dass die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Bad Driburg um 200 Plätze im Roten Haus erweitert werden soll

Katharina Thiel
17.05.2019 | Stand 16.05.2019, 18:50 Uhr

Bad Driburg. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete in Bad Driburg soll um 200 Standby-Plätze erweitert werden. „Dafür ist ein Umbau des südwestlich gelegenen Gebäudes erforderlich. Die Planungs- und Bauzeit beträgt voraussichtlich bis drei Jahre", teilte die Bezirksregierung Detmold Ende März mit. Doch wann die Bauarbeiten beginnen, kann niemand sagen. „Das steht noch nicht fest", sagt Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung. Und auch Bad Driburgs Bürgermeister Burkhard Deppe machte auf Nachfrage der NW keine genauen Angaben. Bauherr ist das Kolping-Bildungswerk Paderborn als Eigentümer der Liegenschaft. Die Geschäftsführung konnte nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. Sitzung am Montag im Rathaus Bürgermeister Deppe und die Bezirksregierung verweisen auf die Sitzung des Stadtrates am Montag, 20. Mai, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Dort stehen Informationen zur ZUE auf der Tagesordnung. „Ob darüber hinaus noch weitere Informationsveranstaltungen nötig sind", das sei noch nicht absehbar, so Moseke. Nicht alle halten das für ausreichend: „Welche Maßnahmen zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung [...] hat die Landesregierung für den geplanten Ausbau in Bad Driburg bisher durchgeführt beziehungsweise vorgesehen?", fragt die AfD-Landtagsabgeordnete Gabriele Walger-Demolsky in einer kleinen Parlamentarischen Anfrage an den Landtag. Was bisher bekannt ist: „Das Gebäude wird zunächst teilweise entkernt und anschließend umgebaut. Die Arbeiten am Roten Haus beeinflussen nicht den Betrieb der Zentralen Unterbringungseinrichtung im Haupthaus und im ehemaligen Schwesternwohnhaus", heißt es aus Detmold. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Gebäude auf 4.400 Quadratmeter Bruttogeschossfläche über „circa 65 Bewohnerzimmer sowie mehrere Gemeinschafts- und Schulungsräume" verfügen, so die Info. Die 200 Standby-Plätze sollen nicht regulär, sondern im Bedarfsfall belegt werden. Kapazität von 300 Plätzen - nur 49 belegt Nach der Insolvenz des Trägervereins Zukunfts-Orientierte Förderung (ZOF) teilte die Bezirksregierung mit, dass Weberhaus Nieheim (Kolping) ab 1. Juni 2019 die Unterbringung und Betreuung der Schutzsuchenden übernimmt. Zusätzlich läuft der Vertrag mit dem Sicherheitsdienst Ende Mai aus. Auch hier wird es Änderungen geben: „Den geordneten Ablauf und den sozialen Frieden in der Einrichtung sichert das Unternehmen PMC Sicherheitsdienste und Eventservice e. K. aus Stadtlohn", heißt es. „Die Unterstützung durch engagierte Bürger aus Bad Driburg wird auch künftig möglich sein", betont Dezernatsleiter Jörg List. Die ZUE Bad Driburg verfügt über eine Kapazität von 300 Plätzen und ist derzeit aber lediglich mit 49 Personen belegt, weil die Einrichtung wegen des Wechsels des Betreuungsdienstleisters schrittweise leergezogen wird. Die Bewohnerschaft setzt sich aus zwölf Nationalitäten zusammen.

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