Dringende Modernisierung erforderlich: Die Trauerhalle am Westfriedhof von Bad Driburg. - © Burkhard Battran
Dringende Modernisierung erforderlich: Die Trauerhalle am Westfriedhof von Bad Driburg. | © Burkhard Battran

Bad Driburg Friedhofshalle Bad Driburg: Umbau oder Abriss?

Die Trauerhalle am Westfriedhof muss modernisiert werden. Der Finanzausschuss möchte die Leistung dem Bestattergewerbe übertragen

Bad Driburg. Die Bestattungskultur hat sich in den letzten 50 Jahren deutlich verändert. Braucht eine Kleinstadt wie Bad Driburg tatsächlich eine Friedhofshalle mit acht Leichenkühlräumen? Diese Frage hat der Finanzausschuss am Montag mit einem klaren Nein beantwortet. Die Ende der 60er Jahre gebaute Friedhofshalle ist nicht nur überdimensioniert, sie entspricht vor allem nicht mehr den Anforderungen der Pietät. "Fakt ist, dass wir den Zustand so nicht belassen können, wenn wir diese Dienstleistung weiterhin anbieten wollen, müssen wir investieren”, sagte Baudezernent Martin Kölczer im Ausschuss. Von außen mag alles noch ordentlich aussehen, aber innen lasse der Raumeindruck arg zu wünschen übrig. "Seit Jahren gibt es Beschwerden und darum ist die Absicht eines Umbaus nur zu begrüßen”, sagte Grünen-Stadtverordnete Martina Denkner. Gebührenanstieg von 150 bis 200 Euro Rund eine halbe Million Euro könnte so ein Umbau kosten. Kosten, die auf die Nutzungsgebühren umzulegen wären, was dazu führt, dass die Nutzung künftig noch teurer wäre. 425 Euro beträgt die Gebühr zur Nutzung der Trauerhalle aktuell. „Es wäre mit einem Geührenanstieg um 150 bis 200 Euro zu rechnen", schätzte CDU-Ratsherr Rainer Pirsig. Insbesondere die SPD sprach sich für eine Privatisierung dieses Angebots aus. „Wir möchten vorschlagen, dass mit den Bestattern gesprochen, wie diese Leistung übertragen werden kann, damit die Stadt aus dieser Sache raus wäre", sagte SPD-Ratsherr Horst Verhoeven. Immer mehr Einäscherungen Aber es ginge auch ganz ohne, denn immer mehr Leichname werden eingeäschert und als Urne begraben. „Wir haben in Neuenheerse bewusst auf eine Aufbahrungshalle verzichtet und es hat sich als richtige Entscheidung erwiesen. Denn es genügt, dass die Lambertikapelle für Trauerfeiern vorhanden ist", sagte Ratsvertreter Karl-Heinz Schwarze. Die Verwaltung würde gern das Detmolder Architekturbüro xtraplan Döring und Harmann mit einer Vorplanung beauftragen. Der Ausschuss sprach sich allerdings mehrheitlich dafür aus, die Pläne eines Umbaus zunächst nicht weiter zu verfolgen, sondern erst Gespräche über eine Auslagerung der Trauerhalle in das privatwirtschaftliche Bestattungsgewerbe zu führen.

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