Swingendes Damentrio: Mit dreistimmigem Gesang und beinahe akrobatischer Grazie an Ukulele, Flügelhorn und Kontrabass begeisterten Sinje „Schnittchen“ Schnittker (v. l.), Jule Balandat und Tina Werzinger die Gäste des Kulturfrühschoppens. - © Silke Riethmüller
Swingendes Damentrio: Mit dreistimmigem Gesang und beinahe akrobatischer Grazie an Ukulele, Flügelhorn und Kontrabass begeisterten Sinje „Schnittchen“ Schnittker (v. l.), Jule Balandat und Tina Werzinger die Gäste des Kulturfrühschoppens. | © Silke Riethmüller

Bad Driburg Gute Zeiten für Humor-Arbeiter beim Driburger Kulturfrühschoppen

Die swingenden „Zucchini Sistaz“ und Kabarettistin Dagmar Schönleber bringen Frauenpower in die Aula des St. Xaver. Ingo Börchers springt für die erkrankte Anny Hartmann ein

Silke Riethmüller
25.03.2019 | Stand 25.03.2019, 17:06 Uhr

Bad Driburg. Auch die zwölfte Auflage des Kulturfrühschoppens beim Bad Driburger Lions-Clubs war restlos ausverkauft. „Eine Erfolgsgeschichte, die wir auch in Zukunft so weiterschreiben möchten", sagte Präsident Dietmar Overbeck bei der Begrüßung der 400 Gäste in der Aula des Gymnasiums St. Xaver, die sich wieder auf einen Vormittag mit Musik und Kabarett bei gutem Essen aus der Küche des Restaurants „Zum braunen Hirschen" und ausgesuchten Weinen vom Volkacher Familienweingut Braun freuten. Eine Erfolgsgeschichte, die das Organisations-Team um Birgit und Michael Arens in den vergangenen Jahren maßgeblich mitgeschrieben habe, so Overbeck mit Dank. Mit handgemachtem Swing eröffneten die „Zucchini Sistaz" anschließend den Vormittag. Dabei entführten die drei reizenden Damen ihr Publikum mit dreistimmigem Gesang und beinahe akrobatischer Grazie an Ukulele, Posaune und Kontrabass in die goldenen 1920er-Jahre. Ostwestfälin mit Migrationshintergrund „Fühlen Sie sich sicher", fragte Dagmar Schönleber anschließend provokant in die Runde. Bei Ansammlungen von mehr als 100 Menschen unterschiedlicher Kulturen – Männer und Frauen, Bad Driburger und Paderborner – befände man sich heutzutage schließlich bereits in einem „Hochrisiko-Bereich", resümierte die im Rheinland lebende „Ostwestfälin mit Migrationshintergrund". Große Emotionen gebe es in ihrer alten Heimat gefühlt immer nur dann, wenn ein neues Trecker-Modell herauskomme. „Der Kölner an sich erreicht die höchste Stufe der Eskalation bereits, wenn ein Bonbon auf den Boden fällt", so Schönleber. Allerdings sei eine Tüte „Nimm 2" deutlich günstiger, als ein neuer Deutz, lieferte die Kabarettistin eine mögliche Erklärung des kulturellen Unterschieds gleich mit. Und da „sich kennenlernen" nun mal am einfachsten die Angst vor dem Fremden nehme, sorgte Dagmar Schönleber für gelebte Willkommenskultur, indem sie die Gäste im Saal dazu einlud, sich die Hand zu reichen und einander höflich vorzustellen. Für die erkrankte Anny Hartmann eingesprungener „Quotenmann" Nachdem nun jeder jeden kannte, stellte der spontan für die erkrankte Anny Hartmann eingesprungene „Quotenmann" Ingo Börchers fest: „Die Zeiten sind gut, wenn wir sie gut machen." Die Unberechenbarkeit dürfe nicht den Bösen überlassen werden. „Also, machen Sie doch einfach mal etwas total Beklopptes", appellierte Börchers an seine Zuhörer. Denn wer Angst habe, der sei manipulierbar. Überhaupt lebten wir in einer Welt voller Fragen. Fragen wie: „Wenn der Bevölkerungsanteil der über 80-Jährigen stetig wächst, warum wird Oma dann immer kleiner?" oder „Warum gibt es nicht mehr Frauen in Führungspositionen, wenn die doch um 25 Prozent kostengünstiger sind?". Ja, es sind gute Zeiten für Humor-Arbeiter wie den gebürtigen Bielefelder, der laut eigener Aussage übrigens als Backmischung zur Welt kam. „Uns bringt der Dr. Oetker", erklärte er und gab die Bühne erneut frei für die drei swingenden Zucchini-Schwestern mit dem Kontrabass.

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