Aus dem Kunstunterricht: Zum Abschied zeigen Schulleiterin Petra Aubke und Konrektor Georg Rose noch einmal Schülerarbeiten aus dem Bestand der auslaufenden Bad Driburger Caspar-Heinrich-Schule. - © Manuela Puls
Aus dem Kunstunterricht: Zum Abschied zeigen Schulleiterin Petra Aubke und Konrektor Georg Rose noch einmal Schülerarbeiten aus dem Bestand der auslaufenden Bad Driburger Caspar-Heinrich-Schule. | © Manuela Puls

Bad Driburg Die Caspar-Heinrich-Schule war einmal

Ausgelaufen: Die Bad Driburger Hauptschule wird zu den Sommerferien geschlossen. Drei Lehrer halten bis zum Ende die Stellung

Manuela Puls

Bad Driburg. Wenn die Sommerferien beginnen, ist die Bad Driburger Hauptschule Geschichte. Mit der Gründung der Gesamtschule war ihr Auslaufen beschlossene Sache. Jetzt haben die letzten 33 Schüler die Caspar-Heinrich-Schule verlassen, deren Räume künftig von der Gesamtschule genutzt werden. Schulleiterin Petra Aubke war in den letzten Wochen vor allen Dingen mit Aufräumen beschäftigt. Sie musste entscheiden, was vom Inventar noch zu gebrauchen ist und was weg kann. „Wir haben in den vergangenen Jahren extra keine neuen Schulbücher eingeführt und nur aus dem Bestand gelebt", erklärt die Rektorin. Die veralteten Bücher könne sie deshalb leichten Herzens wegwerfen. Auch Sekretärin Susanne Ising wälzte viel Papier. Sie musste sämtliche Schulakten wie Zeugniskopien, Konferenzprotokolle und Prüfungsunterlagen archivieren, denn schließlich sind da Aufbewahrungsfristen zu beachten. „Das ist schon organisatorisch ein großer Akt", sagt ihre Chefin. Letzten Absolventen erhielten verfrüht Ferien Mehr als drei Jahrzehnte hat Petra Aubke hier an der städtischen Bad Driburger Hauptschule gearbeitet. Für die Schließungsfeier am vergangenen Samstag hatte sie eigens einen Raum mit Zeitungsausschnitten und liegengebliebenen Dingen wie Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht gestaltet. „Auch manche Bilder an den Wänden lassen wir einfach als Erinnerungstücke hängen, auch das Konterfei von Caspar Heinrich von Oeynhausen-Sierstorpff im Foyer", sagt sie. Weil die letzten Absolventen schon verfrüht Ferien bekommen haben, waren Petra Aubke, Konrektor Georg Rose und eine weitere Kollegin als letzte verbliebene Lehrer ganz allein in der Hauptschule. Durch das Aufgehen in der Gesamtschule haben sie aber zum Glück nie in einer menschenleeren Schule gesessen: „Das wäre schrecklich gewesen, wir haben uns hier aber nie abgewickelt gefühlt", betont Aubke. Sie wird demnächst in Paderborn unterrichten. Georg Rose geht in den Ruhestand und die Kollegin wird künftig an der Gesamtschule arbeiten. Das Kollegium war in den letzten Jahren schrittweise abgebaut worden. „Alle sind anderswo untergekommen", berichtet Petra Aubke. Zuletzt hatten noch drei Teilzeitkräfte mit Zeitverträgen in der Caspar-Heinrich-Schule gearbeitet. „Wir drei Lehrer konnten sonst nicht alle Fächer abdecken", erklärt die scheidende Schulleiterin. »Alle haben einen Ausbildungsplatz oder eine weiterführende Schule gefunden« Ihr Bestreben sei es immer gewesen, bis zum Schluss den Unterrichtsstandard zu halten. Und das ist ihr offenbar auch gelungen: „Die zentralen Prüfungen sind bei unserem letzten Jahrgang gut ausgefallen und alle haben einen Ausbildungsplatz oder eine weiterführende Schule gefunden", sagt die Rektorin. Die wenigen verbliebenen Schüler seien eben besonders intensiv in kleinen Gruppen betreut worden. Petra Aubke hat immer gern an der Hauptschule unterrichtet. „Ich sehe aber, dass diese Schulform inzwischen unerwünscht ist, weil die Eltern zu wenig auf das Kind und zu sehr aus das Image schauen", räumt sie ein. Gut erinnert sie sich noch an eine Mutter, die weinend in ihrem Büro saß, weil ihr Kind jetzt zur Hauptschule gehen müsse. Die Gesamtschule habe jetzt die große Chance und Aufgabe, die Hauptschüler auch gut auf den Weg zu bringen. „Ich wünsche mir aber, dass Hauptschüler wertgeschätzt werden, weil da tolle Kinder dabei sind", betont sie. Hauptschule entstand 1969 aus der damaligen Volksschule Die Hauptschule war 1969 aus der damaligen Volksschule entstanden. 1970 wurde das Gebäude bezogen. „Zu Spitzenzeiten hatte die Schule mehr als 650 Schüler", sagt die Schulleiterin. Später sei die Schule mangels Nachfrage zweizügig geworden und die Klassen wurden immer kleiner. Positiv in Erinnerung geblieben ist Petra Aubke die Namensgebung der Schule im Jahr 2000. Da wurde aus der städtischen Hauptschule die Caspar-Heinrich-Schule – genannt nach dem Gründer des Heilbades. Von damals stammt die überdimensionale Mineralwasserflasche in ihrem Büro. „Die bekommt jetzt der Bürgermeister", meint Petra Aubke. Und dann muss sie am morgigen Freitag wohl nur noch die Schlüssel abgeben und endgültig Abschied nehmen.

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