Dreh einer Filmszene: "Armin" besucht seine Oma, die im Sterben liegt. Zu ihr hatte er einen starken Bezug. Zehnmal musste die Aufnahme am Haus der Oma wiederholt werden. - © Anastasia von Fugler
Dreh einer Filmszene: "Armin" besucht seine Oma, die im Sterben liegt. Zu ihr hatte er einen starken Bezug. Zehnmal musste die Aufnahme am Haus der Oma wiederholt werden. | © Anastasia von Fugler

Vlotho Dreharbeiten zum Film "In My Room" in Vlotho abgeschlossen

Aufnahmen in der Weserstadt: Produktionsleiterin lobt die kooperative Stadtverwaltung und die Einwohner

Vlotho. Der grüne Mercedes fährt auf die Hofeinfahrt eines weißen, älteren Hauses. Hans Löw alias Armin steigt aus. Er sieht traurig aus und geht schnellen Schrittes auf die Haustür zu. Der Schlüssel liegt oben auf dem Türrahmen. Er findet ihn zunächst nicht. Dann endlich, da ist er. Er geht hinein und schließt die Tür hinter sich. Im Fenster links sieht man im gedämmten Licht zwei Schatten, auf die Armin zugeht. Schnitt. "Danke! Alles noch mal auf Anfang!" Die Dreharbeiten der Pandora Filmproduktion für den Film "In My Room" neigen sich dem Ende zu. Seit drei Wochen ist das Team in Vlotho und filmt mit Schauspieler Hans Löw, bekannt aus dem Film "Rubbeldiekatz". Das Team um Regisseur Ulrich Köhler steht im Regen. Das war die neunte Aufnahme vor dem Haus der Großmutter. In der nächsten Aufnahme soll der Mercedes etwas schneller angefahren kommen, lautet die die nächste Regieanweisung. "Es sind kleine Nuancen, die einen Film, zu einem sehr guten Film machen.", sagt Fee Buck, die Produktionsleiterin. Dafür wurde die Weserbrücke zwei Sonntage teilweise gesperrt, sowie der Minske Markt an der Meyrastraße, die Oststraße und die Südfeldstraße am Mittwoch. Zum Teil war es wichtig, dass sich in der näheren Umgebung der Drehorte keine Menschen oder Autos zeigten, die zufällig von der Kamera erfasst werden konnten. Die Geschichte des Films spielt nämlich in einer menschenleeren Welt. Die Hauptfigur Armin wacht eines Morgens, nach dem Tod seiner Großmutter, auf und befindet sich in einer "Geisterstadt". Er sucht auf der ganzen Welt nach Lebenszeichen irgendeiner Art bis er schließlich auf die letzte Überlebende trifft, Schauspielerin Elena Radonicich. Zwischen den Beiden entsteht eine Liebesgeschichte. Das Filmteam war nicht das erste Mal in Vlotho. Bereits im August letzten Jahres wurden einige Aufnahmen auf dem Winterberg und auf der Weserbrücke gemacht. Für die Szenen ließen die Anwohner ihre Vorgärten verwachsen. "Irgendwie haben wir alle Schlüsselmotive in Vlotho gefunden.Von den Menschen hier haben wir viel Zuspruch und Unterstützung erhalten." erzählt Buck. Ende Februar durften rund 50 Komparsen in dem Film mitwirken, die sich zu Teil aus Praktikanten und Vlothoer zusammensetzten. Es wurde die Szene gedreht, in der Armin abends, am Todestag seiner Großmutter in seinem Auto sitzt und beobachtet, wie Jugendliche mit Rollern über die Weserbrücke fahren, sowie ein "Partyschiff", das mit mehreren Passagieren auf der Weser entlang schippert. Die nächste Station ist Südtirol. Dort wird die Filmproduktion zwei Wochen lang die letzten Aufnahmen drehen. Danach werden die Szenen zusammengefügt, geschnitten und letztendlich im Jahr 2018 als Pandora-Film in die Kinos kommen. "Wir möchten auch, dass der Kultur-Film auf Festivals gespielt wird." sagt Fee Buck, die etwas erleichtert ist, dass die Dreharbeiten nun bald zu Ende sind. Denn das Team hatte seit Beginn der Aufnahmen, Anfang letzten Jahres, noch keinen Urlaub.

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