Vlotho Vlothos neuer Bürgermeister hält sich mit Versprechungen zurück

Große Gesten statt großer Worte

Bodo Kohlmeyer

Vlotho. Der neue Chef im Vlothoer Rathaus wird sein Dienstzimmer am 21. Oktober nach der offiziellen Amtseinführung beziehen. Am Tag darauf wird Rocco Wilken das erste Mal den Vorsitz im Rat wahrnehmen und als Bürgermeister die Sitzung leiten. Der 41-Jährige ist der dritte hauptamtliche Bürgermeister in Vlotho seit 1999 die Doppelspitze abgeschafft wurde. Bis dahin gab es den Stadtdirektor als Verwaltungschef und den ehrenamtlichen Bürgermeister. Beide wurden vom Rat und nicht wie heute direkt von den Bürgern gewählt. Rocco Wilken stammt aus Görlitz, wo er am 6. März 1974 geboren wurde. Seit 2004 wohnt er mit seiner Familie in Vlotho. "Wir sind in Exter heimisch geworden. Wir fühlen uns zwischen Windmühle und Weser gut aufgehoben. Bisher habe ich ehrenamtlich in Vlotho gewirkt. Als Bürgermeister setze ich mich von jetzt an hauptberuflich für unsere Stadt und die Menschen ein", betont der neu gewählte Bürgermeister. Wilken ist kein gelernter Verwaltungsfachmann. Er absolvierte eine erste Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei Opel Jäcker in Bad Oeynhausen. Nach dem Abitur am Weser-Kolleg in Minden war er für den Zivildienst in einer Jugendherberge auf Norderney. Dort lernte Wilken seine Frau Andrea kennen, mit der er seit 1998 verheiratet ist. Die beiden haben drei Kinder, zwei Töchter (10 und 11 Jahre alt) und einen Sohn (6). Seine zweite Berufsausbildung absolvierte Rocco Wilken beim Deutschen Zoll, wo er seit zehn Jahren im Prüf- und Ermittlungsdienst der Finanzkontrolle Schwarzarbeit tätig ist. "Das ist mit viel Schreibtischarbeit verbunden und da habe ich so manches über die Verwaltung einer Behörde gelernt", berichtet Wilken. Eine dritte Ausbildung absolvierte er nebenberuflich und studierte an der FH Bielefeld, wo er als Diplom-Kaufmann abschloss. "Diese berufliche Strecke hat mir viel gebracht, Fachwissen und Menschenkenntnis", erklärt Rocco Wilken. Das erklärte Ziel des neuen Chefs im Rathaus ist es, die Kommunikation im Haus und mit der Politik zu verbessern. "Ich gehe nicht los und haue auf?s Wasser. Es wäre nicht seriös so die Belegschaft in Unruhe zu versetzen. Es gibt erst mal von mir keine Parole Richtung Rathaus", betont Wilken. Im Wahlkampf sei es vor allem um die Person gegangen. Er habe Themen angesprochen, die auf Interesse gestoßen seien. "Jetzt gehe ich hin gucke mir an, was zu leisten ist. Ich werde mich nicht sofort auf nur ein Ziel festlegen. Es geht mir um Kommunikation", betonte Rocco Wilken gegenüber der NW. In der SPD ist er seit 2002 und heute Vorsitzender des Ortsvereins Exter, stellvertretender Vorsitzender der Ratsfraktion und im Stadtverbandsvorstand. Sein Einsatz geht aber über eine reine Parteiarbeit hinaus. Seit sieben Jahren ist er als Vorsitzender der Elterninitiative Vlotho, dem Trägerverein der Kindertagesstätte "Vlohzirkus" ehrenamtlich für 18 Mitarbeiter verantwortlich und verwaltet einen Jahresetat von rund 700.000 Euro.

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