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Gestalten den Gottesdienst: Pfarrer i. R. Dieter Stork aus Bünde-Dünne (v. l.), Herbert Hagemeyer, Wilfried Brandhorst und Pfarrer Markus Malitte. - © Alexandra Wilke
Gestalten den Gottesdienst: Pfarrer i. R. Dieter Stork aus Bünde-Dünne (v. l.), Herbert Hagemeyer, Wilfried Brandhorst und Pfarrer Markus Malitte. | © Alexandra Wilke

Spenge Plattdeutscher Gottesdienst in Hücker-Aschen

Pfarrer Markus Malitte und Pfarrer i. R. Dieter Stork aus Bünde-Dünne sind bei der gut besuchten Veranstaltung der Kirchengemeinde mit dabei.

Alexandra Wilke
25.08.2019 | Stand 25.08.2019, 15:54 Uhr

Spenge. Einmal im Jahr laden der Heimatverein Hücker-Aschen und die Kirchengemeinde Spenge zu einem Gottesdienst der anderen, ganz besonderen Art ein: Gepredigt und gesungen wird dann nicht nur unter freiem Himmel, sondern außerdem auf Platt. Der „Plattduütske Gottesdenst" fand am Sonntagvormittag erneut „an de Wuindmüohlen" statt. Pfarrer Markus Malitte hat Hücker-Aschen bereits mit dieser Tradition kennengelernt und sie weitergeführt. „Annähernd 40 Jahre gibt es den plattdeutschen Gottesdienst an der Mühle schon", sagte Malitte. Er gestaltete den Vormittag gemeinsam mit Pfarrer i. R. Dieter Stork aus Bünde-Dünne, Herbert Hagemeyer und Wilfried Brandhorst. Perfektes Ambiente Den Mühlenhof der Wallholländer Windmühle hatten freiwillige Helfer zuvor mit Stühlen für die vielen Besucher ausgestattet und in Szene gesetzt. Das Sommerwetter und die musikalische Begleitung durch den Posaunenchor „Hücker-Asken un Gräod’n-Asken" machten das Ambiente perfekt. Pfarrer i. R. Dieter Stork hielt die plattdeutsche Predigt und zeigte sich begeistert von den vielen Besuchern: „Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut das Plattdeutsche angenommen wird", sagte er freudig. Er führt die Begeisterung für den Dialekt darauf zurück, dass Platt zum einen verschiedene Menschen miteinander verbindet und dass sich so zum anderen ausdrücken lässt, was sonst zu schroff klingen würde. Anschließend Kaffee und Kuchen Abgesehen von einzelnen Überleitungen findet der ganze Gottesdienst – das Glaubensbekenntnis, die Gebete und die Lieder – bereits seit 1988 in Platt statt. Das ist insbesondere Werner Schlüpmann zu verdanken, der bis 2013 die Plattdeutsche Gesprächsrunde des Heimatvereins Hücker-Aschen geleitet hat. Er war es auch, der Pfarrer Markus Malitte mit dem Dialekt vertraut machte: „Damals hat er in die Trickkiste gegriffen und mir eine Übungskassette mit den berühmten Pausen zum Nachsprechen aufgenommen", erinnerte sich Malitte zurück. Im Anschluss lud der Heimatverein zum Verweilen auf dem Mühlenhof und in der Mühlenstube ein. Bei Kaffee und Kuchen konnten sich die Besucher austauschen – ganz nach individueller Vorliebe in Platt oder Hochdeutsch.

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