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Stark durchgesetzt: Gordon Gräfe stand als Spenger Kreisläufer wegen des urlaubbedingten Fehlens von Oliver Tesch praktisch über die volle Spielzeit auf dem Parkett – mit sechs Treffern war er erfolgreichster Torschütze der Gastgeber. - © Yvonne Gottschlich
Stark durchgesetzt: Gordon Gräfe stand als Spenger Kreisläufer wegen des urlaubbedingten Fehlens von Oliver Tesch praktisch über die volle Spielzeit auf dem Parkett – mit sechs Treffern war er erfolgreichster Torschütze der Gastgeber. | © Yvonne Gottschlich

Spenge DHB-Pokal: Spenger Handballer verlieren klar, bekommen aber Lob vom Gegner

In den Spielen um den DHB-Pokal bleiben in Spenge Überraschungen aus. Gastgeber hält eine Halbzeit lang sehr gut mit dem Zweitligisten TuS N-Lübbecke mit.

Dirk Kröger
19.08.2019 | Stand 19.08.2019, 09:58 Uhr |

Spenge. Manch ein Fan des TuS Spenge hatte davon geträumt, dass der Handball-Drittligist in eigener Halle das DHB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten TuS N-Lübbecke gewinnen und so ins sonntägliche Gruppen-Endspiel einziehen würde. Überraschungen blieben aber aus, die Favoriten setzten sich in allen drei Spielen durch. Mehr als deutlich wurde ein Klassenunterschied beim 22:35 (11:19) des Drittliga-Aufsteigers HSG Krefeld gegen den Bundesligisten Füchse Berlin zum Auftakt der Pokalrunde in Spenge. Immerhin mit einem Tor Differenz weniger, nämlich mit 18:30 (10:12) verlor anschließend Drittligist TuS Spenge gegen den Zweitligisten TuS N-Lübbecke. Und dabei fiel dieses Ergebnis ein wenig zu hoch aus, denn die ohne Oliver Tesch, Phil Holland, René Wolff, Christoph Harbert, Leon Prüßner und Filip Brezina angetretenen Gastgeber hielten zumindest eine Halbzeit lang mit dem Favoriten mit und machten dem das Leben schwer. "Spenge hat sehr erfrischenden Handball gespielt", lobte denn auch Nettelstedts Trainer Emir Kurtagic. "Wir waren ein wenig aufgeregt und haben zu viel gewollt" Die ersten Minuten der Pokalpartie dürften ihm nicht sonderlich gut gefallen haben, denn seine Schützlinge hatten arge Probleme, sich gegen die enorm aufmerksame Deckung des Drittligisten durchzusetzen. Und wenn ihnen das gelang, dann war da ein Kevin Becker im Spenger Tor, der vornehmlich in der Anfangsphase der Partie wirklich alles hielt, was eben zu halten war. Die Folge: Das klassentiefste Team der Pokalrunde lag anfangs beständig in Führung. Und wären die Spenger durch Justus Aufderheide und Fynn Prüßner nicht schon in der ersten Halbzeit zweimal bei Siebenmetern an Peter Tatai gescheitert, hätten sie zur Pause womöglich geführt. "Wir waren ein wenig aufgeregt und haben zu viel gewollt", erklärte Kurtagic, warum der Favorit in dieser Partie sich lange sehr schwer tat. "Bei Spenge ließen in der zweiten Halbzeit die Kräfte nach", erkannte er. Möglicherweise waren es auch die psychischen Kräfte, die für den folgenden Spielverlauf verantwortlich waren, denn es tat schon weh, dass aus einer 9:7-Führung bis zur Pause ein 10:12-Rückstand wurde. Und als der unmittelbar nach dem Seitenwechsel bis auf 10:15 anwuchs, da gingen beiden Spengern die Köpfe nach unten. Die Konzentration ließ in Deckung wie Angriff nach, zudem fehlte nun sichtbar der Glaube, dass eine Überraschung möglich ist. "Nettelstedt hat mit Peter Tatai einen Torhüter der Sonderklasse" Für die 750 zahlenden Zuschauer in der Spenger Sporthalle aber gab es trotz eines mehr und mehr anwachsenden Rückstandes aber keinen Grund, völlig unzufrieden zu sein - sie freuten sich auch über Kleinigkeiten wie den sehenswert herausgespielten Treffer Philipp Holtmanns zum 13:20 oder das erste Pflichtspieltor von Neuzugang Jonas Hehemann im Spenger Dress zum zwischenzeitlichen 18:26. Der zweite 18-jährige Spenger "Neue", Fynn van Boenigk, hatte schon vor der Pause ebenfalls zum ersten Mal für seinen neuen Verein getroffen. Gedanken machen muss sich TuS-Trainer Heiko Holtmann allerdings über seine Siebenmeter-Schützen, denn gleich vier von fünf entsprechende Chancen wurden ausgelassen. "Nettelstedt hat mit Peter Tatai einen Torhüter der Sonderklasse, mit zwei, drei vergebenen Siebenmetern hatte ich gerechnet", sagte er. Eine Erfolgsquote von gerade einmal 20 Prozent vom "Punkt" kann aber auch den Trainer nicht zufrieden stellen. Und auch sie war dafür verantwortlich, dass das Ergebnis letztlich zu klar ausfiel.

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