Starker Auftakt: Der Musikkurs stimmt auf den Abend mit einer Mischung aus Liedern und Informationen zum Thema Flucht ein, die nachdenklich macht. - © Alexandra Wilke
Starker Auftakt: Der Musikkurs stimmt auf den Abend mit einer Mischung aus Liedern und Informationen zum Thema Flucht ein, die nachdenklich macht. | © Alexandra Wilke

Spenge Spenger Gesamtschüler setzen sich mit Krieg und Frieden auseinander

Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Gesamtschule Spenge laden zu dem ersten künstlerischen Abend unter dem Regenbogen ein

Alexandra Wilke
12.07.2019 | Stand 11.07.2019, 20:00 Uhr

Spenge. Eine Premiere feierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Zuschauer in der Aula der Regenbogen Gesamtschule. Zum ersten Mal veranstaltete der 12. Jahrgang anstelle der reinen Literaturaufführungen das größere Format eines künstlerischen Abends, auf den alle Beteiligten im Laufe des Schuljahres fächerübergreifend hingearbeitet haben. Das Ergebnis war ein vielseitiges Programm aus Musik, Literaturaufführungen und einer Kunstausstellung zum Thema Frieden. "Wir wollen Sie aufklären, bewegen und unterhalten", kündigte Moderator Felix Rieke bei der Begrüßung an. Einen starken Auftakt leistete in dieser Hinsicht der Musikkurs, der den bunten Abend eröffnete. Gefühlvoll sangen die Schülerinnen und Schüler die Lieder "Zombie" von The Cranberries und "Where is the love?" von den Black Eyed Peas, ließen jedoch in die musikalische Darbietung Berichterstattungen mit Informationen über Unruhen und aktuelle Flüchtlingszahlen einfließen. So führten sie vor Augen, dass das Leitthema Frieden heutzutage aktueller und wichtiger denn je ist. Das Thema Frieden ist vielfältig Im Anschluss übernahm der Literaturkurs von Johannes Hegel mit einem selbst geschriebenen Stück . "Wenn man Frieden haben will, muss man auch Krieg zeigen", erläuterte Hegel die Grundidee. Mit dem Stück gab der Kurs Einblicke in einen Krieg im 21. Jahrhundert und die Hintergrundgeschichten der involvierten Charaktere, die sich infolge des Ausnahmezustandes in moralischen Konfliktsituationen, ausweglosen Kämpfen, zwischen Todesfällen und persönlichen Liebesgeschichten befanden. Bevor die zweite Literaturaufführung des Abends begann, präsentierte zunächst der Kunstbereich der Schule eine abwechslungsreiche, sehr interessante Ausstellung aus Säulen, Gemälden, Wandmalereien und vielem mehr. "Wir haben im Laufe des Arbeitsprozesses gemerkt, wie vielfältig das Thema Frieden ist", erklärte Lehrerin Jaqueline Banke, die das Gesamtprojekt mit ihren Kolleginnen Lea Gil und Sema Colban begleitete. "Den Zugang haben wir anfangs weiter gefasst, uns zunächst mit Begriffsklärungen und unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema auseinandergesetzt. Es hat sich gezeigt, dass jeder individuelle Vorstellungen mit dem Leitthema verbindet." So hat die Gruppe rund um Michel Schilwat etwa ein Interview mit einer aus Syrien nach Deutschland geflüchteten Frau geführt und diese Einblicke in einem kleinen Koffer veranschaulicht: "Wir haben ihren Weg auf einer Karte nachgezeichnet und in einem fiktiven Chatverlauf festgehalten, was passiert ist. Außerdem in dem Koffer sind Pass, Visum Kleingeld und ein Stein als Symbol für die Last." Selbstständige und eigenverantwortliche Arbeit Abgerundet wurde der künstlerische Abend schließlich mit der Darbietung von Nigel Williams' Bühnenfassung des gleichnamigen Romans "Herr der Fliegen". Gestrandet auf einer Insel greifen gruppendynamische Strukturen zwischen Jugendlichen um sich und münden schließlich in Kämpfen um Führungspositionen, Regeln des gemeinsamen Miteinanders, Leben und Tod. Lehrerin Kirsten Hartwig war von der Leistung des Literaturkurses begeistert: "Ihr habt so selbstständig und eigenverantwortlich gearbeitet, um das hier heute Abend auf die Bühne zu bringen." Zu welchem Thema im nächsten Jahr gearbeitet wird, wissen die Organisatoren noch nicht. Dass ein solcher künstlerischer Abend aber definitiv wiederholt wird, steht fest.

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