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Schon 75 Bahnen geschafft: Auch Timo Golinski schwimmt für den guten Zweck. - © Mareike Patock
Schon 75 Bahnen geschafft: Auch Timo Golinski schwimmt für den guten Zweck. | © Mareike Patock

Spenge Schwimmen im Werburger Waldbad in Spenge, um Blutkrebspatienten zu helfen

Vier Vereine haben im Spenger Waldbad eine Benefizaktion zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei organisiert. Dabei spielte das Schwimmbecken eine große Rolle - und drei Wattestäbchen.

Mareike Patock
07.07.2019 | Stand 07.07.2019, 12:24 Uhr

Spenge. 75 Bahnen ist Timo Golinski an diesem Nachmittag schon geschwommen. „80 habe ich mir vorgenommen", sagt der 23-Jährige und stößt sich für eine weitere Runde kräftig vom Beckenrand ab. Im Werburger Waldbad zieht er heute allerdings nicht einfach nur so seine Bahnen. Golinski schwimmt, um Blutkrebspatienten eine Chance auf Leben zu geben. Vier heimische Vereine – die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der Lions Club Enger-Spenge, der Leo Club und die Kaufmannschaft Spenge – haben an diesem Samstag im Waldbad ein Sponsorenschwimmen zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert. Wer mitmacht, spendet pro geschwommener Bahn 50 Cent. Mitunter die letzte Chance auf Heilung Gleichzeitig kann man sich typisieren lassen und wird damit in die zentrale Spenderdatei der DKMS aufgenommen. Mittlerweile sind darin 9,2 Millionen Menschen weltweit - davon 6,1 Millionen in Deutschland – registriert, die als potenzielle Stammzellspender in Frage kommen. Solch eine Knochenmarktransplantation ist für Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, mitunter die letzte Chance auf Heilung. Auch Heiko Burghardt, Vorsitzender der DLRG Enger-Spenge, lässt sich gerade typisieren. Das gehe schnell und einfach, erklärt Allgemeinmediziner Andreas Schimke vom Lions Club. Dafür braucht es nur: drei Wattestäbchen. "Die Proben gehen so schnell wie möglich raus" Im Typisierungszelt reicht Bärbel Fissenebert dem DLRG-Chef die Stäbchen. „Jetzt jedes eine Minute in der Wangentasche lassen", erklärt sie. Dann müsse die Probe vier bis fünf Minuten an der Luft trocknen. Später wird der Wangenschleimhautabstrich zur DKMS geschickt und dort analysiert. „Die Proben gehen so schnell wie möglich raus. Das ist wichtig, damit die Qualität nicht abnimmt", sagt Brinja Uphaus. Die 19-jährige Medizinstudentin, die Mitglied in der DLRG ist, hat die Aktion im Werburger Waldbad federführend organisiert und von ihrer Idee schnell auch andere heimische Vereine überzeugen können. „Wir stehen zu 100 Prozent dahinter, das ist eine wichtige Sache", betont Andreas Schimke von den Lions. Auch deshalb, weil immer wieder Spender – zum Beispiel aus Alters- oder Krankheitsgründen – aus der Datei der DKMS herausfielen. „Um den Status zu halten, müssen darum ständig neue Spender gesucht werden." Die Bilanz der Aktion Eine Probe zu analysieren kostet die DKMS jedes Mal 35 Euro – darum ist die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Tübingen auch auf Geldspenden angewiesen. Beim Sponsorenschwimmen kommt da an diesem Nachmittag einiges zusammen: Am Ende werden es etwas über 1.500 Euro sein. Außerdem lassen sich 31 Besucher typisieren. "Damit sind wir sehr zufrieden", sagt Schimke. Simone Kappelmann hat ebenfalls dazu beigetragen, dass Geld in die Kassen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gespült wird. Sie ist gerade 120 Bahnen für den guten Zweck geschwommen. "Ich möchte die DKMS unterstützen", sagt sie. Insgesamt hat sie dafür drei Kilometer im kühlen Nass zurückgelegt - und 60 Euro für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei eingeschwommen. So viele Bahnen hat die Rekord-Schwimmerin gezogen Vorne am Beckenrand sitzen derweil Monia Kerkmann, Ricarda Meyer, Jasper Niebuhr und Philipp Walkenhorst von der DLRG und haken die Bahnen der Schwimmer im Becken ab. Gerade ist noch ein weiterer Strich auf der Liste von Timo Golinski hinzugekommen, der seine 80 Runden jetzt beinahe geschafft hat. Aber den Rekord halte bis jetzt eine Frau, die 150 Bahnen gezogen habe, sagt Meyer. In einem Zelt auf der Wiese verkaufen die Vereine unterdessen Kaffee und Kuchen. Der Erlös ist ebenfalls für die DKMS bestimmt. Und auch nach der Aktion im Werburger Waldbad - im Laufe des restlichen Jahres - dürfte noch einiges Geld an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei fließen. "Wir von den Lions möchten da einen roten Faden ziehen", sagt Präsident Karl-Hermann Hobel. So solle ein Teil der Einnahmen aus dem Benefiz-Golfturnier im August ebenfalls an die DKMS gehen.

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