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Laden zum Sponsorenschwimmen ein: Andreas Schimke (l.) vom Lions Club Enger-Spenge und Heiko Burghardt von der DLRG. - © Mareike Patock
Laden zum Sponsorenschwimmen ein: Andreas Schimke (l.) vom Lions Club Enger-Spenge und Heiko Burghardt von der DLRG. | © Mareike Patock

Spenge Typisierungsaktion im Werburger Waldbad gegen Blutkrebs

Vier Vereine veranstalten am Samstag eine Typisierungsaktion und ein Sponsorenschwimmen im Spenger Waldbad zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.

Mareike Patock
06.07.2019 | Stand 06.07.2019, 14:00 Uhr

Spenge. Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, haben mitunter nur noch eine Chance auf Heilung: eine Stammzellspende. In der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sind mittlerweile 9,2 Millionen Menschen weltweit - davon 6,1 Millionen in Deutschland - registriert, die als potenzielle Spender in Frage kommen. Um weitere mögliche Spender zu gewinnen und Gelder für die DKMS einzuwerben, haben sich jetzt vier Vereine aus Spenge zusammengetan. An diesem Samstag, 6. Juli, von 12 bis 18 Uhr veranstalten die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der heimische Lions Club, die Kaufmannschaft Spenge und der Leo Club ein Sponsorenschwimmen zugunsten der DKMS im Werburger Waldbad an der Bussche-Münch-Straße. Wer mitmacht, spendet pro geschwommener Bahn 50 Cent für die DKMS. Gleichzeitig kann man sich kostenfrei typisieren und sich damit als Spender bei der DKMS registrieren lassen. Der Eintritt ins Waldbad kostet diesen Samstag von 12 bis 18 Uhr für alle Besucher nur einen Euro. Im NW-Gespräch berichtet Andrea Autenrieth von der DKMS, wie eine solche Typisierungsaktion abläuft, wie viele Blutkrebs-Patienten auf eine Spende warten und warum es so schwierig ist, überhaupt einen passenden Spender zu finden. Aktuell warten so viele Menschen auf eine Stammzellspende "Alle 35 Sekunden erhält ein Mensch weltweit die Diagnose Blutkrebs", sagt Autenrieth. In Deutschland seien rund 39.000 Menschen im Jahr betroffen. Allerdings brauche nicht jeder Leukämie-Patient eine Stammzell-Transplantation - die sei nur die "letzte Chance". Oft könne ihm schon mit einer Chemotherapie geholfen werden. "Aber wir gehen davon aus, dass jährlich 3.000 Menschen in Deutschland eine Fremdspende benötigen." Darum ist es so schwierig, einen passenden Spender zu finden "Wesentlich für den Erfolg einer Transplantation ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Patient und Spender", sagt Autenrieth. Man suche also nach dem genetischen Zwilling. "In unserem Labor werden grundsätzlich zwölf Gewebemerkmale bestimmt." Sie müssten bei Patient und Spender identisch sein, damit eine Spende in Frage komme und das Abstoßungsrisiko möglichst gering sei. So hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden "Jeder 10. Patient findet keinen Spender - alle anderen aber schon." Die Wahrscheinlichkeit, einen Spender innerhalb der Familie zu finden, liege bei 30 Prozent. "Die DKMS möchte ihre Spenderdatei unbedingt weiter ausbauen, um möglichst vielen Patienten die Chance zu geben, einen genetischen Zwilling zu finden." Diese Menschen können sich als Spender registrieren Wer zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, mindestens 50 Kilogramm wiegt und grundsätzlich gesund ist, kann sich registrieren. So läuft die Typisierung am Aktionstag ab "Das geht einfach und schnell", sagt Andrea Autenrieth. Mit drei Wattestäbchen nehme man jeweils einen Wangenschleimhautabstrich. "Das ist erstmal alles. In fünf bis zehn Minuten ist so der erste Schritt getan, um vielleicht einem Menschen das Leben retten zu können." Warum die DKMS auf Geldspenden angewiesen ist "Für die Registrierung und Typisierung eines jeden neuen Spenders entstehen der DKMS Kosten in Höhe von 35 Euro - unter anderem für Labor, Material, Logistik oder Personal", sagt Autenrieth. "Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Deshalb freuen wir uns über jede Geldspende." 78.000 zweite Chancen auf Leben Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 habe die DKMS 78.000 Spenden weltweit vermittelt. "Aktuell sind es 20 pro Tag - und damit 20 Lebenschancen", sagt Andrea Autenrieth.

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