Zufrieden: Bürgermeister Bernd Dumcke und Janina Gäckler vom Gewinnerbüro Franz Reschke schauen sich die Pläne für den Blücherplatz an. - © Mareike Patock
Zufrieden: Bürgermeister Bernd Dumcke und Janina Gäckler vom Gewinnerbüro Franz Reschke schauen sich die Pläne für den Blücherplatz an. | © Mareike Patock

Spenge So könnte sich der Spenger Blücherplatz schon bald verändern

Ein Berliner Büro gewinnt den Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Platzes. Der Entwurf sieht ein Areal ohne Durchgangsverkehr vor, dafür aber mit kleinen Wasserfontänen.

Mareike Patock
07.06.2019 | Stand 08.06.2019, 11:13 Uhr

Spenge. Ein Entwurf aus der Hauptstadt hat sich durchgesetzt: Das Büro Franz Reschke Landschaftsarchitektur aus Berlin hat den Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Blücherplatzes gewonnen. Die Jury hatte in ihrer nicht-öffentlichen Sitzung am Dienstag einstimmig für den Entwurf des Berliner Fachbüros votiert. Bei der Preisverleihung wurden die Pläne für den Blücherplatz der Zukunft im Rathaus vorgestellt - und die sehen Wasserfontänen, eine kleine Tribüne und viel Grün auf dem Gelände zwischen Engerstraße und Marktstraße vor. Parkende Autos allerdings sollen verbannt werden - ebenso wie der Durchgangsverkehr. Der Blücherplatz ist heute vor allem ein Parkplatz mit wenig Aufenthaltsqualität. Das möchte die Stadt ändern und das Areal umgestalten. Um möglichst viele Ideen und Anregungen dafür zu bekommen, hatte sie einen Ideenwettbewerb für Landschaftsarchitekten ausgelobt (die NW berichtete). Dabei wurde die Kommune begleitet vom Büro Gasse-Schumacher-Schramm aus Paderborn. 16 Entwürfe wurden eingereicht 16 Entwürfe von Fachplanern aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich wurden eingereicht. Eine Jury aus neun stimmberechtigten Mitgliedern und ihren Vertretern hat sich diese Entwürfe nun am Dienstag sehr genau angeschaut. "Wir haben intensiv gearbeitet und uns mit den 16 Entwürfen beschäftigt", sagte Bürgermeister Bernd Dumcke. Bei ihrer Bewertung war den Jurymitgliedern nicht klar, welches Büro hinter welchem Entwurf steckt. Die Pläne seien anonymisiert worden, sagte Martin Gasse vom begleitenden Fachplanungsbüro. "Es ging nicht um die Büros, sondern um die Arbeiten." In mehreren Durchgängen seien nach und nach jene Entwürfe ausgeschieden, die nicht in Frage gekommen seien. Durchgesetzt habe sich schließlich der Entwurf des Berliner Büros Franz Reschke, den Master-Landschaftsarchitektin Janina Gäckler gemeinsam mit drei bis vier Kollegen erstellt hatte. "Sechs bis acht Wochen haben wir daran gearbeitet", sagte die 32-Jährige. Für den Gewinn des Wettbewerbs bekommt das Büro jetzt eine Prämie von 12.000 Euro. Keine Autos mehr, dafür mehr Grün Der Entwurf der Berliner Fachplaner sieht vor, den Blücherplatz künftig vom Durchgangsverkehr abzubinden. Damit die Anwohner noch zu ihren Grundstücken kommen, kann sich Gäckler versenkbare Poller vorstellen, die per Fernbedienung von den Anliegern gesteuert werden können. Auch Parkplätze soll es auf dem Blücherplatz künftig nicht mehr geben. Stattdessen soll der Platz mit einigen weiteren Bäumen - Ulmen und Erlen - zusätzlich begrünt werden. In der "deutlich offenen Mitte" des Platzes soll ein in den Boden eingelassenes Wasserspiel entstehen. Die kleinen Fontänen sollen nach Bedarf an- und abgestellt werden können und so zum Beispiel Kinder zum Spielen und Plantschen einladen. Mit Blick auf das Wasserspiel soll eine Art Tribüne entstehen, auf der man in zwei Ebenen sitzen, die man aber auch zusammenschieben kann. Ebenfalls in der Nähe des Wasserspiels soll ein rundes Hochbeet als zusätzlicher Blickfang angelegt werden. Außerdem soll es einige frei stehende "Platzsessel" geben, die zum Verweilen einladen. "Ein überzeugender Planungsansatz", fasste Gasse die Meinung der Jury zusammen. "Kein fertiger Bauplan, aber ein guter Ansatz" Ein fertiger Bauplan sei der Entwurf nicht, aber ein guter Ansatz, betonte er. "Wir haben heute eine klare Idee, wie es werden könnte", ergänzte Bürgermeister Dumcke. Die Umgestaltung des Blücherplatzes ist Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Für Projekte, die darin festgeschrieben sind, gibt es hohe Fördersummen. Auch für den Blücherplatz winken 70 Prozent an Zuschüssen. Einen Förderantrag will die Stadt bis Ende September bei der Bezirksregierung stellen. Wenn der Förderbescheid vorliege, könne gebaut werden, sagte Dumcke. Die Bauzeit schätzte Gasse auf ungefähr ein halbes Jahr. Alle eingereichten Arbeiten der Fachplaner werden noch bis 21. Juni im Rathaus ausgehängt. Die vier Entwürfe, die in die letzte Runde gekommen sind, sollen auch noch einmal bei einer Infoveranstaltung am 25. Juni vorgestellt werden. Die Politik wird sich ebenfalls noch mit den Plänen beschäftigen.

realisiert durch evolver group