Neue Technik: Alexander Altemeier (v.l.) Andreas Rosenwirth und Uwe Berg sind Geschäftsführer von Solmetall und stolz auf eine extra für sie gebaute Maschinenanlage. Wert: Eine Million Euro.. - © Andreas Sundermeier
Neue Technik: Alexander Altemeier (v.l.) Andreas Rosenwirth und Uwe Berg sind Geschäftsführer von Solmetall und stolz auf eine extra für sie gebaute Maschinenanlage. Wert: Eine Million Euro.. | © Andreas Sundermeier

Spenge Die Metallbearbeiter aus Spenge

Werkstoff Aluminium: Die Fachleute von SolMetall kennen sich mit dem Werkstoff aus und bieten vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten an. Für größten Anteil am Umsatz sorgen die Sonnenkollektoren

Die drei Geschäftsführer von SolMetall sind mit ihrer Firma im „verflixten siebenten Jahr" angekommen. Seit März 2013 arbeiten sie im Spenger Unternehmen zusammen. „Und den Schritt hat keiner von uns bereut", sagt Alexander Altemeier, der zusammen mit Andreas Rosenwirth und Uwe Berg die Geschäfte führt. „Ich spreche für alle, wenn ich sage: Wir würden es wieder so machen." Sagt es, und betrachtet die vergangenen Jahre, die durchaus eine Menge Flexibilität gefordert hätten. Stand Dezember 2013: Der Start war turbulent. „Wir waren noch nicht komplett eingerichtet, arbeiteten aber schon unter Volllast", sagt Andreas Rosenwirth. Die Vorzeichen waren recht gut Die Vorzeichen für die Produktion von Sonnenkollektoren der just gegründeten Firma SolMetall in Spenge waren recht gut. „Mit dem Starttermin haben wir eine Punktlandung hingelegt. Auf den Tag genau ist die Maschinenstraße angelaufen. Und wir haben sofort fünf Fremdarbeiter für die Startphase eingestellt", ergänzt Uwe Berg. Zu der Zeit planten die drei, möglichst viele Kunden von der Qualität ihrer Kollektoren und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu überzeugen. Das gelang; der Umsatz jedoch blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Gerade in den Jahren 2014 bis 2016 ging’s bergab. Einen Grund dafür sieht Alexander Altemeier in der Art des Heizens: „Häufig wurden und werden unsere Sonnenkollektoren mit einer Öl- oder Gasheizung kombiniert. Jetzt sind viele andere Heizmethoden auf dem Markt und auch die Dämmung der Häuser ist besser geworden." Der Absatz der Gas- und Ölheizungen sei also gesunken. Und damit der der Solarkollektoren. „Dabei sind uns die Kunden treu geblieben. Da ist niemand zur Konkurrenz gewechselt", sagt Rosenwirth mit einer gewissen Befriedigung. Ausweitung des Sektors für Metallbearbeitung Den fehlenden Umsatz kompensierte SolMetall besonders mit der Ausweitung des Metallbearbeitungs-Sektors. „Schon vorher haben wir Aluminium bearbeitet. Das können wir. Da lag es nahe, diese Kompetenz auch anderen anzubieten", erläuterte Rosenwirth. Und der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht: Derzeit erwirtschaft der Kollektor-Bereich die Hälfte des Umsatzes. Ein Viertel generiert der Bereich Sonnenschutz; SolMetall beliefert Schüco. Und die restlichen 25 Prozent bestreiten die Spenger mit der Metallbearbeitung. Dort expandieren sie. Jüngst haben sie eine voll automatisierte Fräseinheit bekommen. Das Einzelstück hat ein ostwestfälisches Spezialunternehmen speziell nach ihren Vorgaben gefertigt. Kostenpunkt: Etwa eine Million Euro. Komplett rechnergesteuert werden Werkzeuge an acht Stationen über insgesamt 46 Achsen so perfekt gesteuert, dass aus einer Profilleiste besonders bearbeitete, komplexe Stücke hergestellt werden. Firma plant mit Umsatz von sechs Millionen Aktuell sind das Verbinder für Fensterprofile. „Derzeit wird alle neun Sekunden ein Teil fertig. Doch das muss noch auf eine Frequenz von fünf Sekunden gesteigert werden", sagt Uwe Berg. Bisher hätte die Produktion dieses Teiles „ungefähr fünf bis zehnmal" so lange gedauert. Dabei habe das Teil mehrfach umgespannt werden müssen. Durch die Diversifikation in drei Umsatzbereiche sei es SolMetall gelungen, den Umsatz zu sichern. Für das Jahr 2019 planen die Geschäftsführer mit sechs Millionen Euro. Und sie bleiben weiter flexibel. Auch im Bereich Solarthermie. Alexander Altemeier: „Gab es vor sechs Jahren neben uns noch zehn große Produzenten, so sind es jetzt vielleicht noch drei." Andreas Rosenwirth ergänzt: „Und wenn einer von denen nicht mehr fertigt, könnten wir von einem Tag auf den anderen einspringen. Die Kapazitäten haben wir." Er bezieht sich dabei nicht nur auf die Größe und Leistungsfähigkeit der Spezialmaschinen, sondern auch natürlich auf das Know-how und den vorhandenen Platz. Teil der ehemaligen Frommholzhallen gemietet Von gut 5.700 Quadratmeter hat sich das Unternehmen am Industriezentrum in Spenge auf gut 10.000 Quadratmeter Fläche vergrößert; einen Teil der ehemaligen Frommholz-Hallen hat SolMetall dazu gemietet. Beschäftigt im Unternehmen seien derzeit 40 Mitarbeiter; 2013 waren es noch – „inklusive uns dreien" – 17. Weiteres Wachstum ist angepeilt. Auch im Bereich Metallbearbeitung. „Im Umkreis von gut 30 Kilometern", so schätzen die drei, „gibt es noch um die 250 Firmen, für die wir arbeiten könnten. Und die kennen uns noch nicht." Aus diesem Grund soll auch die Internetseite neu gestaltet werden. „Mit prominenterem Hinweis auf die Metallbearbeitung", ergänzt Andreas Rosenwirth. Die Chancen auf Expansion seien durchaus vorhanden. „Und wenn dann mal eine Risiko-Entscheidung ansteht, dann ist der Weg dazu ein ganz kurzer", sagt er. „Dann müssen wir nur durch ein Büro." Das bestätigen auch die anderen beiden Geschäftsführer. „Wir sind hier sehr schnell."

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