Martin (v. l.), Maira, Henning, Julius, René und Aliya mit den neuen CB-Funkgeräten, die die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford gesponsort hat. - © Mareike Patock
Martin (v. l.), Maira, Henning, Julius, René und Aliya mit den neuen CB-Funkgeräten, die die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford gesponsort hat. | © Mareike Patock

Enger Funkend durch Westerenger

Eine etwas andere Freizeitbeschäftigung: Der neu gegründete Verein ZETIS will Kindern und Jugendlichen unter anderem die Technik des Funkens näherbringen – das ist jetzt auch bei einer sehr speziellen Nachtaktion gelungen

Mareike Patock

Enger. Auf dem Gelände der ehemaligen Heideschule in Westerenger sind gleich mehrere Zelte aufgebaut. Martin, Maira, Julius, Henning, René und Aliya haben hier die letzte Nacht gecampt – eine besondere Sommerferien-Aktion des Vereins „ZETIS Enger". Die Abkürzung steht für „Zentrum für Elektronik, Telekommunikation und Informationstechnik in Schule und Freizeit". Der vor ein paar Monaten gegründete Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, Kinder und Jugendliche unter anderem an die Funktechnik heranzuführen. In der ehemaligen Heideschule haben die Mitglieder einen Raum dafür gefunden. „Im Mai hatten wir hier schon einen Tag der offenen Tür", sagt ZETIS-Gründer Manfred Vielhauer. Damals sei die Idee eines kleinen Zeltlagers geboren worden. Das Ziel: Die Jugendlichen sollten auch mal abends und bis in die Nacht hinein funken können. Und das haben sie am Vorabend ausgiebig getan: In Dreier-Gruppen sind sie durch Westerenger gezogen – ausgestattet mit nagelneuen Handsprechfunkgeräten. Die habe der Verein dank einer Spende der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford anschaffen können, sagt Manfred Vielhauer. Funkgerät und Survival-Ausrüstung Nach dem Abendessen ging’s für die Jugendlichen raus in die Dunkelheit. Neben ihren Funkgeräten hatten sie auch eine Survival-Ausrüstung dabei – für den Fall der Fälle: „Da waren zum Beispiel Taschentücher, Pflaster, eine Schere und eine Taschenlampe drin", sagt der 15-jährige Henning. An verschiedenen Standorten in Westerenger haben sich die Jugendlichen positioniert. Manfred Vielhauer, Sigrun Gehlen und Timo Spilker, die die Nachwuchs-Funker bei der Ferienaktion betreut haben, hatten derweil Stellung in der „Zentrale" – also im ZETIS-Raum in der alten Heideschule – bezogen. „Wir wollten uns gegenseitig zufunken und uns unsere jeweiligen Standorte durchgeben", sagt Henning. Die Reichweite feststellen Die Standorte wurden dann in eine Karte eingetragen und die Distanz zwischen den Punkten ermittelt. So habe man sehen können, wie weit die Reichweite der Funkgeräte war, berichtet Manfred Vielhauer. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: „Wir hatten eine Reichweite von bis zu zwei Kilometern", sagt Aliya. Mitunter sei die Verständigung über Funk aber auch nicht ganz so einfach gewesen. „Da gab es verschiedene Hindernisse", ergänzt die 15-Jährige. „Das Maisfeld zum Beispiel." Und wo größere Häuser gestanden hätten, da sei es mit dem Funken auch schwierig gewesen. „In der Regel waren Lautstärke und Verständlichkeit aber gut", ergänzt Vielhauer. Zwei machen durch Während die Jugendlichen etwa eineinhalb Stunden mit den CB-Funkgeräten unterwegs waren und dann irgendwann in ihre Zelte geschlüpft sind, war es für Vielhauer und Timo Spilker eine deutlich längere Nacht. Oder besser: überhaupt keine. Denn die beiden haben durchgemacht. Für die Nachtaktion hatten sie sich ein besonderes Projekt vorgenommen: Sie wollten die 20 Meter lange Drahtantenne des Vereins startklar machen. „Die haben wir um vier Uhr in der Nacht aufgespannt", berichtet Manfred Vielhauer lachend. Das Besondere: Anders als mit den CB-Funkgeräten, die nur eine geringe Reichweite haben, könne man mit dieser Antenne über weite Entfernungen funken – bis in fremde Länder hinein. „Bei günstigen Bedingungen mehrere tausend Kilometer weit", sagt Vielhauer. Das Problem nur: Für die Antenne braucht es einen geeigneten Standort. Aber den hätten sie auch nach der vergangenen Nacht bislang auf dem Gelände der ehemaligen Heideschule noch nicht gefunden. Kontakt mit der Welt Martin, Maira, Julius, Henning, René und Aliya haben Gefallen am Funken gefunden. „Wir können dadurch Kontakt mit der ganzen Welt aufnehmen – das ist toll", findet Aliya. „Wir funken hier zu ganz vielen verschiedenen Menschen", ergänzt auch die 15-jährige Maira begeistert. Nach den Sommerferien würden die ZETIS-Treffen regelmäßig stattfinden, sagt Henning. „Und da wollen wir dann auch auf jeden Fall dabei sein." Interessenten, die noch mitmachen wollen, können sich bei Manfred Vielhauer melden unter Tel. (0 52 24) 35 17 (auf Anrufbeantworter sprechen).

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