Endlich Ferien: Im Sommer zieht es viele Familien in den Urlaub. Um aber besonders günstig zu verreisen, nehmen vereinzelt Eltern ihre Kinder schon vor dem letzten Schultag aus der Schule. Das ist nicht nur verboten, sondern kann auch richtig teuer werden. Es drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro. - © picture alliance / ZB
Endlich Ferien: Im Sommer zieht es viele Familien in den Urlaub. Um aber besonders günstig zu verreisen, nehmen vereinzelt Eltern ihre Kinder schon vor dem letzten Schultag aus der Schule. Das ist nicht nur verboten, sondern kann auch richtig teuer werden. Es drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro. | © picture alliance / ZB

Enger/Spenge Schulschwänzern droht Bußgeld

Sommerurlaub: In NRW beginnen die Ferien. Es gibt aber auch Familien, die verreisen schon eher. Die NW hat bei den Schulen in Enger und Spenge nachgefragt, wie sie mit den Schulschwänzern umgehen

Alexander Lange

Wenn heute Morgen die letzten Schulstunden vor den großen Sommerferien beginnen, werden vermutlich wieder vereinzelt Stühle leer bleiben. Denn einige Familien verreisen mit ihren Kindern schon eher, um günstige Urlaubsschnäppchen zu ergattern. In den Schulen in Enger und Spenge ist diese Methode bekannt – und wird ebenso rigoros geahndet. „Dass Eltern ihr Kind schon vor den Ferien aus der Schule nehmen, um eher in den Urlaub zu kommen, ist sicher keine Seltenheit", sagt Dorothee Steuer, Schulleitern der Grundschule Enger-Mitte. Deshalb gibt es dort schon länger die Regelung, dass bei einem Fehlen vor oder nach den Ferien ein Attest eingereicht werden muss: „Es kann ja nicht sein, dass wir manchen Kindern einfach freigeben. Dann können wir die Ferien ja gleich ganz verschieben." Liege ein begründeter Verdacht vor, dass die Kinder absichtlich die Schule schwänzen, werde das Schulamt informiert, so Steuer. Und dann kann es richtig teuer werden: Bis zu 1.000 Euro Bußgeld droht dann Eltern, sollte kein Ausnahmebescheid vorliegen. "Kinder sollen in der Schule lernen" Es gebe aber auch Sonderfälle, sagt Schulleiterin Steuer. Wenn es beispielsweise um Familienfeiern oder Hochzeiten in der Ferne gehe: „Wenn Eltern dann von Beginn an mit offenen Karten spielen, ist das was anderes."Ansonsten gelte: „Kinder sollen in der Schule lernen und das auch bis zum letzten Schultag." Ganz ähnlich verfährt Undine Rückbrodt-Heidemann, Schulleiterin der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen: „Wer krank ist vor den Ferien, braucht auch ein Attest. Das wissen die Eltern aber auch." Auch sie kennt Ausnahmen, diese müssen dann aber schriftlich nachgewiesen werden. »Wir verteilen ja keine Freifahrtsscheine« Die Schulpflicht besteht auch am letzten Tag vor den Ferien, sagt Claudia Gumbold, Sekretärin an der Grundschule Belke-Steinbeck/Besenkamp: „Wir hatten im vergangenen Jahr den Fall, dass uns vor den Ferien die Flughafen-Polizei aus Nürnberg anrief und sagte, dass einer unserer Schüler dort auf dem Weg in den Urlaub sei." Die Urlaubspläne der Familie seien damit schnell beendet worden, das Schulamt wurde informiert: „Wir verteilen ja keine Freifahrtsscheine. Es kann natürlich wirklich mal sein, dass ein Schüler vor den Ferien krank wird, das ist mit einem Attest auch kein Problem. Ansonsten gibt es ein Gespräch mit den Eltern." Auf persönliche Gespräche setzt auch Hartmut Duffert, Schulleiter der Gesamtschule in Spenge: „An sich ist das aber bei uns kein Thema. In diesem Jahr haben zwei oder drei Schüler von 930 einen Antrag auf Beurlaubung eingereicht." Das werde dann im Einzelfall entschieden. Bei einfachem Schwänzen, so Duffert, drohen die üblichen Bußgelder. Ulrich Henselmeyer, Schulleiter des Widukind-Gymnasiums Enger (WGE): „Bei uns ist das seit Jahren kein relevantes Phänomen." Einzelfälle gebe es immer wieder, aber auch sonst gelte die allgemeine Attestpflicht: „Aber damit hatten wir auch noch nie Probleme."

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