In der Marienkirche: Kulturpädagoge Hans Herman Jansen (v. l.) und Orgelbaumeisterin Nora Rütten erklärten den Viertklässlern, wie eine Orgel gebaut wird. Gerd Heining vom Wallenbrücker Orgel-Förderverein hatte den Kontakt zur örtlichen Grundschule hergestellt. FOTO: BOHNENKAMP-SCHMIDT - © Britta Bohnenkamp-Schmidt
In der Marienkirche: Kulturpädagoge Hans Herman Jansen (v. l.) und Orgelbaumeisterin Nora Rütten erklärten den Viertklässlern, wie eine Orgel gebaut wird. Gerd Heining vom Wallenbrücker Orgel-Förderverein hatte den Kontakt zur örtlichen Grundschule hergestellt. FOTO: BOHNENKAMP-SCHMIDT | © Britta Bohnenkamp-Schmidt

Spenge Grundschüler entdecken Kircheninstrument

In der Wallenbrücker Marienkirche: Orgelbauerin erläutert Viertklässlern die „Königin der Instrumente“.Organist Hinrich Paul sorgt für das zugehörige Klangerlebnis in dem Gotteshaus

Britta Bohnenkamp-Schmidt

Wie funktioniert eigentlich eine Orgel und wie ist die „Königin der Instrumente" aufgebaut? Darüber informierten sich jetzt die Viertklässler vom Standort Wallenbrück-Bardüttingdorf der Grundschule Spenge-Land bei einem Besuch in der Marienkirche. „Ein verstaubtes Thema entstauben" umschreibt Musikpädagoge Hans Hermann Jansen das spannende Unterfangen, schon Grundschüler mit dem geschichtsträchtigen Kircheninstrument vertraut zu machen. Gemeinsam mit Orgelbaumeisterin Nora Rütten weckte er die Neugier der Grundschüler und beantwortete deren Fragen. Organist Hinrich Paul sorgte für das zugehörige Klangerlebnis im Kirchenraum an der vor zwei Jahren neu eingebauten Orgel im Nordschiff. "Da kann man nicht früh genug anfangen" „Wir müssen diesen besonderen Schatz, den die Region hat, den Menschen deutlich machen – da kann man nicht früh genug anfangen", erläuterte Jansen den Hintergrund des Projektes. Denn als immaterielles Weltkulturerbe hätten die Orgelmusik und der Orgelbau einen hohen Stellenwert für die Kultur vor Ort. Dass in Wallenbrück zudem die drittälteste Orgel Westfalens ihr Zuhause habe, mache den Standort besonders wertvoll. Zurzeit sind die Pfeifen der historischen Orgel aus dem Jahre 1659 allerdings wegen Bleifraß eingelagert. Doch sobald die älteste Orgel im Ravensberger Land nach ihrer Sanierung wieder erklinge, werde dieses „Kleinod zwischen Melle und Herford" ein Bestandteil der Orgelroute Westfalen, kündigte Jansen an, der als Wirtschaftsförderer auch den Kulturtourismus in der Region fördern will. „Schon jetzt kommen zu den Orgelkonzerten in der Marienkirche viele auswärtige Gäste", weiß Gerd Heining vom Orgel-Förderverein. Denn das heimische, mehr als 350 Jahre alte Instrument erwecke das Interesse zahlreicher Musikwissenschaftler. Um auch der jungen Generation dieses besondere Instrument nahezubringen, wolle der Förderverein den Kontakt zu den Schulen pflegen, erklärte Heining. „Als ich im Kindergarten war, funktionierte die alte Orgel noch", erinnerte sich Viertklässler Erik an den Klang aus dem derzeit leerstehenden Gehäuse im Südschiff der Marienkirche. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden hatte er jetzt Gelegenheit, hinter die Kulissen des Orgelbaus zu blicken. „Das war sehr lehrreich. Die Schüler konnten Dinge sehen, die sie bisher noch gar nicht kannten", sagte Lehrerin Elisabeth Kinnius.

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