0
Ab ins kühle Nass: Von diesem Samstag an können Schwimmer wieder ihre Bahnen im Werburger Waldbad ziehen. Foto: Felix Eisele - © eisele
Ab ins kühle Nass: Von diesem Samstag an können Schwimmer wieder ihre Bahnen im Werburger Waldbad ziehen. Foto: Felix Eisele | © eisele

Spenge Bade-Saison startet – mit kürzerer Öffnungszeit

Werburger Waldbad: An diesem Samstag ist Anschwimmen / An den Wochenenden und feiertags öffnet die Einrichtung allerdings erst eine Stunde später um 10 Uhr

Mareike Patock
04.05.2018 | Stand 04.05.2018, 16:25 Uhr

Wasserratten dürfen sich freuen: Im Werburger Waldbad in Spenge können sie ab sofort wieder ihre Bahnen ziehen, denn an diesem Samstag startet die Saison. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Verglichen mit den vergangenen Jahren wird es an den Wochenenden und an Feiertagen etwas verkürzte Öffnungszeiten geben – was vor allem die Frühschwimmer ärgern dürfte. Eine Entwicklung, die jetzt auch im Hauptausschuss kritisiert wurde. Unter der Woche soll sich an den Öffnungszeiten nichts ändern. Samstags, sonntags und an Feiertagen allerdings soll das Bad künftig nicht mehr von 9 bis 19 Uhr, sondern eine Stunde weniger von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein. Geschuldet sei das einem Personalmangel bei den Schwimmmeistern, berichtete Bürgermeister Bernd Dumcke in der Ausschuss-Sitzung. „Die Stadtwerke Herford haben mitgeteilt, dass sie nach intensiver Prüfung der Personaleinsatzmöglichkeiten zu dem Ergebnis gekommen sind, dass eine Verkürzung der Öffnungszeiten dringendst notwendig ist“, heißt es dazu auch in einer Vorlage der Verwaltung. Vor einigen Jahren hat die Stadt Spenge ihr Wasserwerk und ihre beiden Freibäder an die Stadtwerke Herford übertragen. Während die Einrichtung in Lenzinghausen mittlerweile als Bürgerbad geführt wird, wird das Werburger Waldbad nach wie vor von den Stadtwerken betrieben. „Aber bezüglich der Öffnungszeiten haben wir vertraglich ein Mitspracherecht“, berichtete der städtische Fachbereichsleiter Karsten Heidbrink. Darum hat sich jetzt auch der Spenger Hauptausschuss mit den geplanten kürzeren Öffnungszeiten im Werburger Waldbad beschäftigt. Bei der Stunden-Kürzung gehe es nicht darum, Personalkosten einzusparen, erläuterte Dumcke. Vielmehr hätten die Stadtwerke schlicht nicht genügend Personal, um die bisherigen Öffnungszeiten aufrecht erhalten zu können. Es müsse immer mindestens ein Schwimmmeister vor Ort sein und der dürfe maximal zehn Stunden am Tag arbeiten. Die „Vor- und Nachbearbeitungszeit“ eingerechnet, werde diese Stundenzahl bei Öffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr jedoch überschritten. Wollten die Stadtwerke diese Zeiten dennoch aufrecht erhalten, müssten sie eine zweite Schicht einsetzen – dafür aber gebe es nicht genügend Personal. „Ich habe erstmal dreimal geschluckt, als ich die Vorlage gelesen habe“, sagte Ralf Kinnius (UWG). „Wir haben hier ein neues Bad und jetzt kürzen wir die Öffnungszeiten.“ Auch Dumcke betonte: „Nach der Renovierung eine solche Reduzierung vorzunehmen, ist nicht unser Wunsch.“ Im Grunde gebe es keine Alternative, man unterliege hier Zwängen, die es „nicht anders möglich machten“, meinte Annegret Beckmann (SPD). „Aber auf Dauer finden wir uns damit nicht ab.“ Das sah die CDU genauso. „Wir müssen uns den Fakten wohl beugen“, betonte Lars Hartwig. Er sprach sich allerdings dafür aus, die Stadtwerke zu ersuchen, sich für das kommende Jahr um Schwimmmeister zu bemühen, um dann schnellstmöglich die alten Öffnungszeiten wieder zu ermöglichen. Ein Vorschlag, der von allen Fraktionen einstimmig unterstützt wurde. Im Nachgang zur Sitzung habe die Verwaltung bereits das Gespräch mit den Stadtwerken Herford gesucht und die Forderung der Politik übermittelt, berichtete Bürgermeister Bernd Dumcke am Freitag im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. „Und die Botschaft ist angekommen.“ Die Stadtwerke wollten sich um zusätzliches Personal kümmern.

realisiert durch evolver group