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Kein Wartehäuschen, kein barrierefreier Einstieg: Auch die Haltestelle „Spritzenhaus“ in Hücker-Aschen steht auf der Prioritätenliste. Archivfoto: Mareike Patock - © Mareike Patock
Kein Wartehäuschen, kein barrierefreier Einstieg: Auch die Haltestelle „Spritzenhaus“ in Hücker-Aschen steht auf der Prioritätenliste. Archivfoto: Mareike Patock | © Mareike Patock

Spenge Barrierefreie Bushaltestellen geplant

Die Stadt Spenge will in ihren Öffentlichen Personennahverkehr investieren. Zehn Bushaltestellen könnten 2018 modernisiert werden

Mareike Patock
02.12.2017 | Stand 01.12.2017, 16:07 Uhr

Bis 2022 sollen alle Bushaltestellen barrierefrei sein. Das sieht das Personenbeförderungsgesetz vor. Damit die Kommunen den kostspieligen Ausbau finanziell stemmen können, können sie Fördermittel beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) beantragen. Auch die Stadt Spenge hofft auf Zuschüsse, um weitere Bushaltestellen barrierefrei ausgestalten zu können. Prioritätenliste aufgestellt Schon vor einigen Monaten hatte die Engeraner Ingenieurgesellschaft Bockermann Fritze (BFI) im Auftrag der Stadt darum eine Prioritätenliste mit Haltestellen erstellt, die als erstes ausgebaut werden könnten. Diese Prioritätenliste ist jetzt noch einmal überarbeitet und am Donnerstagabend im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vorgestellt worden. Insgesamt sollen zehn Bushaltestellen – fast alle in den Ortsteilen – auf beiden Straßenseiten barrierefrei werden. In den Außenbezirken gebe es noch „eine größere Anzahl von Haltestellen in älterem Zustand", sagte BFI-Geschäftsführer Klaus Bockermann jetzt im Fachausschuss. „Darum gibt es dort aus unserer Sicht auch einen höheren Bedarf" an einem Ausbau.  Haltestellen im Überblick Auf der Prioritätenliste stehen konkret die Haltestellen „Spritzenhaus" am Gehlenbrink und „Diekmann" an der Bergstraße in Hücker-Aschen, „Reithalle" an der Wallenbrücker Straße, die Haltestellen „Hengstenberg" und „Börninghorst" an der Düttingdorfer Straße, die Haltestellen „Lenzinghausen Mitte" und „Lohmann" an der Bielefelder Straße, „Kolonie Epke" an der Werther Straße und die Haltestelle „Lenzinghauser Weg". In Spenge-Mitte könnte die Haltestelle „Webereistraße" an der Ravensberger Straße überarbeitet werden. Bei einem möglichen barrierefreien Ausbau sollen sie mit einem sogenannten Buskappstein ausgestattet werden, der Niederflurbussen ein optimales Heranfahren an die Haltestelle ermöglicht und gehbehinderten Menschen den Ein- und Ausstieg erleichtert. Außerdem sollen Wartehäuschen mit Sitzmöglichkeiten und Fahrradbügel entstehen. Auch soll es sogenannte taktile Elemente geben, an denen sich sehbehinderte Menschen orientieren können. Nach Angaben der Verwaltung belaufen sich die Gesamtkosten für den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen auf rund 350.000 Euro. 90 Prozent der Kosten sind jedoch förderfähig, so dass bei der Stadt Spenge nur noch ein Eigenanteil von etwa 35.000 Euro verbleiben würde. Politik will noch beraten Die Prioritätenliste abnicken wollten die Politiker im Fachausschuss noch nicht. Sie wollten darüber zunächst noch einmal in den Fraktionen beraten. Ralf Kinnius (UWG) fragte zudem nach, warum die Haltestelle „Am Bahnhof" in Spenge-Mitte, die ebenfalls nicht barrierefrei sei und im Januar noch als vorrangig auf der Prioritätenliste gestanden habe, davon gestrichen worden sei. „Das ist eine Haltestelle, die mit am stärksten frequentiert ist", sagte er. Außerdem sei in unmittelbarer Nähe das neue Einkaufszentrum entstanden, sodass dort noch mehr Menschen als früher in den Bus ein- und aussteigen würden, betonte auch Ursula Wilke (SPD). „Wir wollen die Haltestelle gerne mit aufnehmen", sagte Klaus Bockermann. Aber da es „Am Bahnhof" insgesamt vier Haltepunkte gebe, sei es „sehr aufwendig" und kostenintensiv, diese Haltestelle umzubauen. Die Fördersumme, die im Januar beim NWL angemeldet worden sei, könne man jedoch nicht über Gebühr erhöhen. Das bedeute im Umkehrschluss: Wenn man die Haltestelle „Am Bahnhof" barrierefrei herstelle, würden voraussichtlich fünf bis sechs andere Haltestellen auf der Prioritätenliste nicht ausgebaut werden können.

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