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Organisatorinnen und Ehrengäste des Spenger Frauenkulturfrühstücks: Christina Menzel (v.l.), Anke Käller, Zdravka Buettner, Annegret Beckmann, Rosy Kiefer-Hessedenz, Angela Lück, Marie-Luise Sievert und Heidrun Jöllenbeck. - © STEFANIE BOSS
Organisatorinnen und Ehrengäste des Spenger Frauenkulturfrühstücks: Christina Menzel (v.l.), Anke Käller, Zdravka Buettner, Annegret Beckmann, Rosy Kiefer-Hessedenz, Angela Lück, Marie-Luise Sievert und Heidrun Jöllenbeck. | © STEFANIE BOSS

Spenge Interkulturelles Frühstück in Spenge

Mitarbeiterin der Herforder Frauenhauses berichtet über ihre Arbeit

Stefanie Boss
13.03.2017 | Stand 14.03.2017, 11:28 Uhr

„Nein zu Gewalt an Frauen und Kindern", lautete das Thema beim interkulturellen Frauenfrühstück im Spenger Bürgerzentrum. Mehr als 60 Frauen waren dabei, um sich auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Als Gast berichtete Zdravka Buettner über die Arbeit des Frauenhauses Herford. „Ich freue mich, dass so viele heute gekommen sind", sagte Annegret Beckmann, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Spenge, zur Begrüßung. „So haben wir die Mischung, die wir uns wünschen." Organisiert wird das Interkulturelle Frauenfrühstück von Spenger Politikerinnen, der Gleichstellungsstelle der Stadt, dem AWO-Gesprächskreis „Impulse" sowie Frauen aus anderen Kulturen. „Häusliche Gewalt kommt leider in unserer Gesellschaft vor und daher müssen wir das Thema immer wieder in den Fokus rücken", betonte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Spenge, Anke Käller. Die Idee, es auch zum Mittelpunkt dieses zehnten Interkulturellen Frauenfrühstücks zu machen, sei entstanden durch die Fotokampagne „Standpunkte gegen Gewalt" der Gleichstellungsstellen Enger und Spenge. "Wir sind 24 Stunden erreichbar" Mit einem Vortrag inklusive virtuellem Rundgang brachte Zdravka Buettner den Zuhörerinnen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen Kulturen die Arbeit des Frauenhauses Herford näher. „Die Adresse muss ja geheim bleiben, aber ich denke, anhand von Bildern kann ich den Frauen einen guten Einblick geben", sagte sie. Zdravka Buettner gab unter anderem Antworten auf die Fragen, wie das Frauenhaus zu erreichen ist, wie das Leben sich dort abspielt und was anschließend passiert. „Der erste Kontakt erfolgt immer über das Telefon – wir sind 24 Stunden erreichbar", betonte sie. Die Telefonnummer finde sich auf der Homepage www.frauenhaus-herford.de. Dann werde ein neutraler Treffpunkt verabredet. „Die Frauen erhalten bei uns Hilfe zur Selbsthilfe. Sie versorgen sich selbst, denn sie sollen nicht in die erneute Abhängigkeit von uns geraten. Es ist wichtig, die Ressourcen der Frauen neu zu aktivieren. Selbstverständlich stehen wir ihnen aber mit unserer Unterstützung zur Seite." Wenn die Gefahr bestehe, dass die Frauen etwa beim Einkaufen wieder auf den Täter treffen oder in Herford kein Platz mehr frei sei, würden sie auch in andere Frauenhäuser vermittelt. Acht Familienzimmer für Frauen mit Kindern stünden im Frauenhaus Herford zur Verfügung. Die meisten Frauen blieben etwa drei Monate, doch das sei individuell unterschiedlich, so Zdravka Buettner. „Es hat sich gezeigt, dass es wahrscheinlicher ist, dass die Frauen nicht zum Täter zurück kehren, je länger sie bleiben". Auch beim Auszug stünden die Mitarbeiterinnen den Frauen zur Seite, etwa bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Kita-Platz. „Das Frauenhaus Herford leistet eine großartige und wertvolle Arbeit", sagte Landtagsabgeordnete Angela Lück, die ebenfalls zum Interkulturellen Frauenfrühstück gekommen war. „Derartige Einrichtungen liegen uns auch im Landtag sehr am Herzen", betonte sie. Dafür werde viel Geld ausgegeben. Doch auch Spenden werden benötigt. Sdravka Buettner lud dazu ein, Mitglied im Förderverein des Frauenhauses Herford zu werden.

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