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In der Aula der Grundschule Spenge stellte Matthias Ningel jetzt sein zweites Programm "Jugenddämmerung" vor. Er selbst sieht sich als Liedermacher und Humorist. Foto: Stefanie Boss - © STEFANIE BOSS
In der Aula der Grundschule Spenge stellte Matthias Ningel jetzt sein zweites Programm "Jugenddämmerung" vor. Er selbst sieht sich als Liedermacher und Humorist. Foto: Stefanie Boss | © STEFANIE BOSS

Spenge Matthias Ningel begeistert in Spenge

Neues Programm vorgestellt: Kabarettist nimmt in „Jugenddämmerung“ Probleme seiner Altersgenossen aufs Korn

Stefanie Boss
26.02.2017 | Stand 26.02.2017, 14:52 Uhr

Spenge. Seine Themen sind die Jugend und das Erwachsenwerden, die Generation Y und ihre Eigenschaften und Eigenheiten, neue Medien, kuriose Trends und vieles mehr: Am Freitag stellte Kabarettist Matthias Ningel in der Aula der Grundschule Spenge sein zweites Programm „Jugenddämmerung“ vor. Von seiner musikalisch vorgetragenen Bitte „Smartphones aus“ leitete er geschickt über zu einem Phänomen der heutigen Zeit: den allgegenwärtigen Taschencomputern, mit denen die Leute lieber filmen und fotografieren, als ein Erlebnis auf sich wirken zu lassen und in der Erinnerung zu speichern. „Ich selbst habe kein Smartphone, aber eine App, die sich um alles kümmert: meine Eltern“, berichtete Matthias Ningel seinem Publikum. Diese hätten ihn nun aber unmissverständlich gebeten, endlich auszuziehen und bereits Möbel für das „neue Gästezimmer“ bestellt. Auch könne er sich mal „eine Scheibe abschneiden“ von seinem früheren Schulkameraden, der Freundin, Haus und Job habe. Mit den Problemen seiner Generation, die es häufig nicht schafft, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und stattdessen lieber „Serien-Binge Watching“, dem exessiven Serien-Gucken, betreibt, beschäftigte sich der 29-Jährige in seinem Programm vor allem. Daneben ging es um Fernbeziehungen, Internettrends wie „Foodies“ und Fitnessblogs – ebenfalls Themen seiner Altersgruppe – sowie Sparsamkeit und das Leben auf dem Land. „Auf der Bühne bin ich eine Kunstfigur“, stellte der Kabarettist klar, „ich selbst habe es früher geschafft, zuhause auszuziehen“. Jedoch hätten sich alle seine Geschichten „im eigenen Dunstkreis, in dem Milieu, aus dem ich stamme“, ereignet. Viele seiner Inhalte präsentierte Matthias Ningel singend und klavierspielend, verpackte die Thematiken in eingängige und humorvolle Lieder. Dazwischen gab es immer wieder gesprochene Parts. „Musik habe ich schon immer gemacht und das, was ich mache, hat sich um der Musik entwickelt“, so der 29-Jährige. Schlagzeug, Klavier und Gesang hat er studiert, allerdings auf Lehramt, um sich die Möglichkeit des Unterrichtens offen zu halten, falls es mit der Bühne doch nicht geklappt hätte. „Ich bin eben doch sicherheitsliebend“, gab er zu. Erste Gehversuche als Kabarettist habe es bereits vor mehr als zehn Jahren gegeben, später veranstaltete er einen Liederabend für seine Kommilitonen, „ab 2014 bin ich das Thema dann forciert angegangen“, sagte Matthias Ningel, der aus der Eifel stammt und jetzt in Mainz lebt. „Wir haben Matthias Ningel in Bonn gesehen und waren von ihm und seinem jungen, frechen Programm total begeistert“, sagte Nicole Bertram vom Kulturamt der Stadt Spenge, die den Kabarettisten gemeinsam mit Regina Schlüter-Ruff von der Stadtbücherei nach Spenge geholt hatte. „Mit unserem jährlichen Kabarettabend wollten wir auch mal die nächste, jüngere Generation ansprechen.“ Die Stammgäste, jenseits der 50, kamen trotzdem: Viele Eltern sahen die Vorstellung gemeinsam mit ihren erwachsenen Kindern, wusste Bertram.

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