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Annegret Beckmann (vorne l.) freut sich über die Spende vom Inner Wheel Club, die Präsidentin Dorothee von Zitzewitz (vorne r.), Angelika Koch und Karin Meyer überbrachten. Auch die Flüchtlinge und Ehrenamtlichen sind begeistert. - © Mareike Patock
Annegret Beckmann (vorne l.) freut sich über die Spende vom Inner Wheel Club, die Präsidentin Dorothee von Zitzewitz (vorne r.), Angelika Koch und Karin Meyer überbrachten. Auch die Flüchtlinge und Ehrenamtlichen sind begeistert. | © Mareike Patock

Spenge Finanzspritze für „Asyl Spenge“

Zuschuss: Der Frauenclub „Inner Wheel“ Herford-Widukind spendet 1.000 Euro an den Verein, der sich intensiv für die Flüchtlinge in der Stadt einsetzt. Ein Überblick über die umfangreiche Arbeit der Ehrenamtlichen

Mareike Patock
10.02.2017 | Stand 09.02.2017, 17:14 Uhr

Spenge. Annegret Beckmann steht auf dem Dachboden des Spenger Bürgerzentrums. Hier sieht es aus wie in einem Kleider- und Möbeldepot. In einer Ecke stapeln sich Stühle, in einer anderen liegen Berge von Hosen, Bettwäsche und Pullovern. Daneben stehen Tornister und eine ganze Reihe von Koffern. Hier oben lagert der Verein Asyl Spenge all die kleinen und großen Sachspenden, die für die Flüchtlinge in der Stadt bestimmt sind. An diesem Vormittag führt Annegret Beckmann, Vorsitzende von „Asyl Spenge", drei Besucherinnen durch das kleine Depot. Dorothee von Zitzewitz, Angelika Koch und Karin Meyer vom „Inner Wheel Club" Herford-Widukind wollen sich an diesem Vormittag einen Eindruck von der Arbeit des Vereins machen. Und mehr noch: Sie haben eine kräftige Finanzspritze dabei. 1.000 Euro spendet der Frauenclub dem Verein Asyl Spenge. „Das ist eine beträchtliche Summe und wir bedanken uns ganz herzlich für diese großzügige Spende – wir freuen uns sehr darüber", sagt Annegret Beckmann. Inzwischen hat sie sich mit ihren Gästen einen Raum im ersten Obergeschoss des Bürgerzentrums gesucht. Hier ist gerade der Deutschkursus für Flüchtlinge zu Ende gegangen. Zweimal die Woche – jeweils zwei Stunden lang – betreuen ehrenamtliche Helfer von Asyl Spenge all jene Schutz suchenden Menschen, die keinen Anspruch auf geförderte Sprachkurse vom Bund haben. Denn diese Kurse stünden nur Menschen aus Syrien, dem Irak, Iran, Eritrea und Somalia zu, berichtet Beckmann. Für alle anderen Flüchtlinge bietet der Verein Asyl Spenge Deutschunterricht an. „Wir sind hier im Moment eine Gruppe von knapp unter 30", sagt Karl-Rudolf Hankel vom Vereinsvorstand. „Nach dem Ankommen ist es nicht leicht für die Menschen" Allerdings gehe es bei den Treffen nicht nur darum, Vokabeln und Grammatik zu pauken. „Es geht hier auch darum, Spaß zu haben", betont Beckmann. „Denn nach dem Ankommen hier ist es nicht leicht für die Menschen." Viele Flüchtlinge hätten große Ängste vor den Herausforderungen, die hier bei uns auf sie zukämen – vor der deutschen Bürokratie zum Beispiel. „Auch da ist unsere Hilfe gefragt." Zwar ist der Deutschunterricht für heute beendet, einige Flüchtlinge bleiben aber trotzdem noch, setzen sich zu Annegret Beckmann und ihrem Besuch vom „Inner Wheel Club" – ebenso wie die ehrenamtlichen Helfer. „Der ganze Club war sofort begeistert, der Spende zuzustimmen", sagt Präsidentin Dorothee von Zitzewitz und ergänzt: „Diese Arbeit hier unterstützen wir gern." Und die ist umfangreich: Denn der Verein hilft nicht nur beim Deutschlernen, er sucht zum Beispiel auch geeigneten Wohnraum für die Flüchtlinge. „Wir haben schon mehr als 30 Wohnungen eingerichtet", sagt Annegret Beckmann. Allerdings sei es schwierig, Unterkünfte von privat zu finden. „Angebote bekommen wir eher über Wohnungsbaugesellschaften." Und noch ein schwieriges Thema spricht Annegret Beckmann an: die Suche nach Arbeitsplätzen für Flüchtlinge. „Der Prozess des Inarbeit-Kommens ist schwierig", bedauert sie. Dabei würden alle Flüchtlinge sehr darauf warten, „mehr tun zu können als nur rumzusitzen". Beckmann schickt darum an diesem Vormittag auch einen Appell in Richtung Wirtschaft: „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich unsere Arbeitgeber ein bisschen öffnen würden – auch, wenn vielleicht der letzte deutsche Satz noch nicht hundertprozentig sitzt." Denn viele Flüchtlinge würden Kompetenzen mitbringen, die die Wirtschaft nutzen sollte.

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