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Preisträger: Bürgermeister Bernd Dumcke (rechts) überreichte die Stadtpreis-Urkunde an den Vorstand von Asyl Spenge bestehend aus Schriftführerin Kristina Schröder (v.l.), Kassierer Karl Hankel und der Vorsitzenden Annegret Beckmann.
Foto: Stefanie Boss - © Stefanie Boss
Preisträger: Bürgermeister Bernd Dumcke (rechts) überreichte die Stadtpreis-Urkunde an den Vorstand von Asyl Spenge bestehend aus Schriftführerin Kristina Schröder (v.l.), Kassierer Karl Hankel und der Vorsitzenden Annegret Beckmann.
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Spenge Stadtpreis für den Verein „Asyl Spenge“

Flüchtlinge haben mit ihren deutschen Sprachlehrern eigens für die Preisverleihung Lieder einstudiert

Stefanie Boss
14.11.2016 | Stand 14.11.2016, 09:00 Uhr

Spenge. Das Anliegen des Vereins Asyl Spenge ist es, „Flüchtlinge zu unseren Nachbarn zu machen", sagte Vorsitzende Annegret Beckmann Für ihren herausragenden Einsatz bei der Unterstützung und Integration bekam die Gruppe den Spenger Stadtpreis 2016 verliehen. Er wurde von Bürgermeister Bernd Dumcke in einer Feierstunde in der Aula der Grundschule Spenge übergeben. „Das Engagement von Asyl Spenge verdient es, mit dem Stadtpreis gewürdigt zu werden", betonte der Bürgermeister. Ziel des Preises sei es, Menschen zu ehren, die sich in herausragender Weise für die Belange der Stadt und ihrer Bürger einsetzen. „Dies tun die Mitglieder von Asyl Spenge besonders intensiv und bemerkenswert." Sie leisteten eine Art und ein Maß an Unterstützung zur Integration, die von den Verwaltungsmitarbeitern nicht hätte geleistet werden können. Vor allem im letzten Jahr kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland, „allein in den Monaten November und Dezember 2015 wurden uns in Spenge jeweils 100 Menschen zugewiesen, die Stadtverwaltung hätte diese Situation ohne Asyl Spenge – sowie die Unterstützung anderer Institutionen und engagierter Privatpersonen – nicht ausreichend bewältigen können", sagte Bernd Dumcke. Gegründet wurde die Gruppe im Jahr 2014 – seit Mitte dieses Jahres ist sie ein eingetragener Verein. Eine Säule der Arbeit sind die Sprachkurse, in denen rund 25 ehrenamtliche Lehrer mehr als 60 Flüchtlinge unterrichten. „Denn nur wenn man sich versteht, können aus Fremden Freunde werden", sagte Annegret Beckmann. Daneben gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten. Es haben sich themenspezifische Teams im Laufe der Zeit gebildet. Der Verein kümmert sich um Wohnungen für Flüchtlinge und Einrichtungsgegenstände, begleitet sie zu Behörden und Ärzten, organisiert Ausflüge, Wanderungen und andere soziale Aktivitäten, es gibt einen Näh- und einen Malkursus, außerdem kümmern sich die Mitglieder um die Kinderbetreuung während der Sprachkurse und verschaffen den Flüchtlingen Fahrräder, Einblicke in die Arbeitswelt und vieles mehr. „Das alles dient dazu, unsere Gesellschaft kennenzulernen", erklärte Annegret Beckmann. „Unsere Arbeit ist sehr vielfältig", betonte die Vorsitzende. Ihr ist wichtig, zu erwähnen, dass der Verein keinen Unterschied nach Herkunftsländern mache, sondern alle Flüchtlinge willkommen heiße. Unterstützt wird Asyl Spenge von einem großen Netzwerk, dem unter anderem örtliche Schulen, Kindergärten und Sportvereine, die Kirchengemeinden, die Stadt Spenge sowie der Kreis Herford angehören. Seit einiger Zeit gibt es sogar einen Chor, bestehend aus Flüchtlingen und ihren Deutschlehrern, der sich eigens für die Preisverleihung gegründet hatte und die Feierstunde musikalisch begleitete. Unter der Leitung von Karl Hankel, der auch dem Vorstand des Vereins angehört, präsentierten die Sängerinnen und Sänger bekannte deutsche Lieder und weniger bekannte in ausländischen Sprachen. „Wir sind dankbar für den Preis", sagte Karl Hankel und Annegret Beckmann ergänzte: „Für uns ist das eine besondere Auszeichnung." Rund 20.000 Euro an Spenden hat die Gruppe bislang erhalten und zum Wohl der Flüchtlinge wieder ausgegeben. Auch in Zukunft will Asyl Spenge helfen. Willkommenskultur sei keine Einbahnstraße, sagte Beckmann. Man bekomme auch viel zurück.

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