"Ein Hoch auf uns": Die Frauen tanzen zu der Hymne von Andreas Bourani. Und da stürmen Damen jeden Alters und verschiedener Kulturen vehement auf die Tanzfläche im Kultur- und Jugendzentrum Charlottenburg in Spenge. - © FOTO: STEFANIE BOSS
"Ein Hoch auf uns": Die Frauen tanzen zu der Hymne von Andreas Bourani. Und da stürmen Damen jeden Alters und verschiedener Kulturen vehement auf die Tanzfläche im Kultur- und Jugendzentrum Charlottenburg in Spenge. | © FOTO: STEFANIE BOSS

Spenge/Enger Starke Frauen feiern in der Charlottenburg

Vertreterinnen aus vielen Kulturen und Altersgruppen engagieren sich und haben Spaß

Stefanie Boss

Spenge/Enger. Frauen jeden Alters und aus verschiedenen Kulturkreisen tummeln sich auf der Tanzfläche in der Spenger Charlottenburg. Vom jungen Mädchen bis zur älteren Dame, deutsche Frauen, türkische Frauen, Asylbewerberinnen. DJane Cemile dreht die Musik auf und die Hymne von Andreas Bourani erklingt: "Ein Hoch auf uns". Ausgelassen tanzen sie, klatschen mit und vergessen alles um sich herum. Beim Frauenkulturfest feiern sie starke Frauen: sich selbst. Anlass war der Internationale Frauentag am 8. März: "Da feiern wir dieses Mal rein", sagte Ulla-Britta Rüsing, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Spenge, die mit ihrer Engeraner Kollegin Ulrike Harder-Möller und einem Kreis aus engagierten Frauen das Fest jedes Jahr organisiert. Und das hat einen ernsten Hintergrund: "Es ist noch längst nicht alles getan für die Gleichberechtigung. Darauf wollen wir aufmerksam machen."100 Frauen feiern zusammen Los ging das Fest mit einem gemeinsamen Essen. Zu dem bunten Buffet hatte jede der Frauen etwas beigesteuert. Tische und die Theke in der Charlottenburg bogen sich schon fast unter den zahllosen Köstlichkeiten. Etwa 100 Frauen waren zusammengekommen. "Ich finde es wirklich toll, dass hier verschiedene Kulturen und alle Altersgruppen vereint sind", meinte Maria-Luise Herberhold, die zum ersten Mal das Fest besuchte. Und Petra Schloemann ergänzte: "Schön ist es auch, mal nur unter Frauen zu sein." Anschließend startete Yvonne Schnittger vom Organisationsteam ihre Präsentation zum Thema "Starke Frauen aus Enger und Spenge". "Es gibt so viele Frauen aus unserer Region, die still und heimlich Tolles leisten. Auf die möchte ich aufmerksam machen", sagte sie. "Aber es ist auch eine Hommage an alle Frauen. Denn jede von uns ist stark." Auf einer großen Leinwand stellte Yvonne Schnittger Frauen aus Enger und Spenge vor, die etwas bewegt haben, eingeteilt in verschiedene Kategorien. Aus dem politischen Bereich nannte sie etwa Eva Maria Reinke, die 1968 die erste Frau im Rat der Stadt Enger war, aber auch Frauen, die heute aktiv sind, wie Annegret Beckmann und Rosemarie Oberschelp. Ehrenamtlich engagiert sind unter anderem Christel Gaertner und Marianne Hilgefort von der Spenger Tafel oder Dorothee Hirsch, die Frontfrau von "Weihnachten im Schuhkarton".Spende an das Frauenhaus Herford Als Beispiel für starke Mütter nannte Yvonne Schnittger Sybille Fricke: "Für sie ist dieser Abend etwas Besonderes, denn sie hat nicht oft die Gelegenheit, aus dem Alltag auszubrechen und nur an sich selbst zu denken." Seit über 30 Jahren betreut sie ihre schwerbehinderte Tochter. Stellvertretend für Frauen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, erwähnte sie Shirin Hussen Haji, die aus dem Nordirak nach Enger kam. Auch Frauen aus den Bereichen Sport und Kunst stellte Yvonne Schnittger vor. Im Anschluss an die Präsentation räumten die Frauen die Stühle an die Seite und schufen so eine große Tanzfläche. "Und jetzt tanzen wir die ganze Nacht durch", forderte Yvonne Schnittger auf. Die Eintrittsgelder und im Laufe des Abends gesammelte Spenden gingen an das Frauenhaus Herford. "Davon möchten wir Matratzen und andere Haushaltsgegenstände anschaffen, denn aufgrund der hohen Fluktuation müssen wir solche Dinge öfter erneuern", sagte Zdravka Buettner, Sozialwissenschaftlerin und Mitarbeiterin des Frauenhauses. "Über Spenden freuen wir uns immer sehr."

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