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Befürwortet die Solaranlage: Der Leiter der Rettungswache, Jörg Hülsmann, sah sich gestern die blau schimmernden Solarmodule auf dem Dach der Spenger Wache an. - © FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER
Befürwortet die Solaranlage: Der Leiter der Rettungswache, Jörg Hülsmann, sah sich gestern die blau schimmernden Solarmodule auf dem Dach der Spenger Wache an. | © FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER

Strom aus dem eigenen Solarkraftwerk

Auf der Rettungswache des Kreises an der Industriestraße in Spenge wird Sonnenlicht zu Elektrizität

05.02.2015 , 06:45 Uhr

Spenge (cla). Die Kreis-Rettungswache in Spenge hat – nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit – im vergangenen Jahr eine Photovoltaikanlage aufs Dach bekommen. Beim Neubau an der Industriestraße war Geld übrig geblieben. Daraufhin hatte die SPD-Kreistagsfraktion im Februar angeregt, es für die Stromerzeugung aus Sonnenlicht zu nutzen.

Veranschlagt worden war der Neubau mit 1,75 Millionen Euro, die Baukosten blieben 38.000 Euro unter diesem Ansatz. Nach einer beschränkten Ausschreibung im Juli ging der Zuschlag an die Gütersloher Firma GT Solar. Und schon seit dem 28. August arbeitet die 32.700 Euro teure Photovoltaikanlage.
Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Ordnung des Kreises konnten sich am Dienstag die Installation in einem Film ansehen: Die Firma GT-Solar hatten die Arbeiten mit einer Kamera gefilmt, die sie an einer Drohne befestigt hatten.
Die Leistung der Photovoltaikanlage liegt bei 17.775 Kilowattstunden im Jahr. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Jahresverbrauch eines deutschen Ein-Personen-Haushaltes in einem Mehrfamilienhaus liegt bei ungefähr 1.500 Kilowattstunden im Jahr. Wird zudem das Warmwasser in Küche und Bad mit Strom erhitzt, sind es im Schnitt 500 Kilowattstunden mehr.

Den Berechnungen zufolge verbraucht die Rettungswache rund ein Drittel der erzeugten Energie. Der Rest wird in das Netz eingespeist. Das Geld, das der Kreis dadurch einnimmt, führt dazu, dass sich die Photovoltaikanlage in etwa 18 Jahren amortisiert hat.

Die Nutzung des Sonnenlichts sorgt zudem dafür, dass 10.000 Kilogramm CO2 vermieden werden. Und weil auch das eine schwer zu fassende Größe ist, ein Vergleich: Wer von Spenge zum Bielefelder Hauptbahnhof und wieder zurück mit einem Wagen fährt, der 6,7 Liter Benzin verbraucht, sorgt für einen CO2-Ausstoß von 4,5 Kilogramm. Fährt der Betreffende nahezu täglich diese Strecke, weil er in Bielefeld arbeitet, kommt er auf knapp 1.000 Kilogramm CO2-Ausstoß im Jahr allein durch seine Autofahrten.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Rettungswache in Spenge hat nach Angaben des Kreises von gestern bislang 3.700 Kilowattstunden Strom erzeugt.