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Fest umfasst die fünfjährige Paula das Seil. Mit dessen Hilfe und der Unterstützung ihres Freundes Nils (6) geht sie ganz sicher über den Waldboden und erreicht den nächsten Baumstamm. Die Kinder im Hintergrund sehen zu und freuen sich darauf, dass sie sich am Seil entlanghangeln dürfen. - © FOTOS: ANDREAS SUNDERMEIER
Fest umfasst die fünfjährige Paula das Seil. Mit dessen Hilfe und der Unterstützung ihres Freundes Nils (6) geht sie ganz sicher über den Waldboden und erreicht den nächsten Baumstamm. Die Kinder im Hintergrund sehen zu und freuen sich darauf, dass sie sich am Seil entlanghangeln dürfen. | © FOTOS: ANDREAS SUNDERMEIER

Spenge Am dicken Seil durch den Wald

Kinder der Waldigel-Gruppe fühlen sich im Spenger Katzenholz wohl

25.11.2014 | Aktualisiert vor 0 Minuten
Justus (vorn l.) und Ida sitzen im neuen Wagen und Paul-Heinz Wilke (v. l.), Stefan Sabbert, Claudia Kröger, Sieghart Kröger, Anja Klusmann, Christoph Reuther und davor Leif Eric, Gustav, Jan und Nils freuen sich über die Geschenke. - © FOTOS: ANDREAS SUNDERMEIER
Justus (vorn l.) und Ida sitzen im neuen Wagen und Paul-Heinz Wilke (v. l.), Stefan Sabbert, Claudia Kröger, Sieghart Kröger, Anja Klusmann, Christoph Reuther und davor Leif Eric, Gustav, Jan und Nils freuen sich über die Geschenke. | © FOTOS: ANDREAS SUNDERMEIER

Spenge. Die Waldigel haben Spaß in ihrem Terrain. Die 15 Kinder aus der Waldgruppe des AWO-Kindergartens Pusteblume spielen unter Bäumen, haben dort viel Freude, werden - weil sie stets draußen an der frischen Luft sind - abgehärtet. Und sie lernen auch eine ganze Menge. Weil das alles so gut klappt, "gibt es für die Gruppe schon fast eine Warteliste."

Das sagt Sieghart Kröger, Vater von zwei Waldigeln. Zudem ist er im Förderverein für Wald- und Naturkindergärten engagiert. Zusammen mit der Sparkasse Herford als Sponsor übergaben die Förderer in Sachen Waldigel gestern dem Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt einige Dinge, die im Wald nahezu unerlässlich sind: Ein Handwagen, ein langes Seil und ein Handmikroskop. Alles zusammen im Wert von 1.000 Euro. Verein und Sparkasse hatten jeweils die Hälft gespendet.

Wozu braucht?s einen Wagen im Wald: "Natürlich um unsere ganzen Gegenstände und Klamotten zu transportieren", erläutert Erzieherin Britta Freese. Und da sei der Handwagen, eine Art Fahrradanhänger für Kinder lediglich mit einer anderen Deichsel versehen, einfach ideal. "Und wenn ein Kind mal echt nicht mehr weiter kann, dann können wir es dort auch transportieren."

Wozu ein Handmikroskop notwendig ist, wird demjenigen sofort klar, der den Wissensdurst der Kleinen erlebt: Da müssen die Kinder selbstverständlich Würmer, Insekten oder auch die Blätter und Rinden der Bäume "in groß" betrachten.

Nahezu unschlagbar in Sachen Vielseitigkeit ist aber ein Seil. Das kann zwischen Baumwipfeln gespannt werden oder zu einer sogenannten Spinne, also einem Netzgebilde, gelegt werden. Oder es kann - zwischen Bäume gespannt - sogar helfen, das Vertrauen der Kindern in sich und in ihre Freunde zu stärken. Dann tasten sich die Kleinen mit geschlossenen Augen am Seil entlang von einem Stamm zum anderen. Die Freundin oder der Freund, die mitgehen, unterstützen und passen auf, dass nichts geschieht. Überzeugt von der guten Arbeit der Waldigel sind nicht nur die Eltern der Kinder und die Vertreter des Fördervereins. Auch Sparkassen-Regionaldirektor Christoph Reuther und sein Kollege, der Spenger Filialleiter Paul-Heinz Wilke, finden den naturnahen Ansatz "klasse". Beide erinnerten sich gestern gern an ihre Jugend und die Zeit im Wald und am Bach. Wilke denkt gern an den Spaß, den seine Enkel in der Natur haben und hatten und auch Reuther berichtet von den Erlebnissen seiner Kinder in der Natur. Für sie sei es selbstverständlich, dass sie die Gruppe der Waldigel unterstützen.

Waldigel

Gut ein dreiviertel Jahr lang durften die Kinder der Waldigel-Gruppe nicht mehr im Wald spielen. Die Frage nach der Verkehrssicherungspflicht hatte der Gruppe des Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt (AWO) das vorzeitige Aus beschert. Im Januar 2013 dann die Kehrtwende: Die Frage nach der Verkehrssicherungspflicht wurde geklärt und die Kinder dürfen seitdem das Katzenholz wieder erleben.