Spenge Straße wird zur Schlammwüste

Starkregen überspült die Mühlenburger Straße und drückt Wasser in Frommholz-Hallen

VON EKKEHARD WIND
Feuerwehreinsatzleiter Norbert Ewering zeigt auf den Leitpfosten, der fast bis oben hin im Schlamm steckte. Der Starkregen hatte den Boden eines frisch gepflügten Feldes auf die Mühlenburger Straße gespült. - © Foto: Ekkehard Wind||
Feuerwehreinsatzleiter Norbert Ewering zeigt auf den Leitpfosten, der fast bis oben hin im Schlamm steckte. Der Starkregen hatte den Boden eines frisch gepflügten Feldes auf die Mühlenburger Straße gespült. | © Foto: Ekkehard Wind||

Spenge. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Norbert Ewering. Ein heftiger Starkregen hat am Samstagabend gegen 20.30 Uhr Schlammmassen von einem Acker an der Mühlenburger Straße auf die Fahrbahn geschwemmt. Die war innerhalb kürzester Zeit unpassierbar. "Teilweise standen Wasser und Schlamm 80 Zentimeter auf der Straße", sagt Ewering. In Wallenbrück traf es die Firma Frommholz.

Die Spenger Feuerwehr musste mit insgesamt 80 Leuten zu sieben Einsätzen ausrücken. Mehrere Straßen waren überschwemmt, vereinzelt hatte der Starkregen Hauskeller unter Wasser gesetzt.

"Am schlimmsten war die Lage an der Mühlenburger Straße", erläutert Norbert Ewering. Auf einer Strecke von 250 Metern standen den Einsatzkräften Wasser und Schlamm teilweise bis zur Hüfte. "Ein Autofahrer blieb in den Wassermassen stecken, sein Wagen wurde beschädigt."

Der Abschnitt zwischen dem Betrieb Vollmer und der Raiffeisenstraße sei problematisch, weil die angrenzenden Äcker hier eine Hanglage hätten. Die Situation habe sich zudem zugespitzt, weil große Teile des Ackers frisch gepflügt und eingesät worden seien.

"Der Starkregen hat den Boden einfach mitgerissen", sagt Einsatzleiter Ewering. Dort, wo entlang der Mühlenburger Straße Getreide auf den Feldern stehe, hätten die Pflanzen ein Wegschwemmen des Bodens verhindert.

Die Feuerwehr setzte an der Mühlenburger Straße sechs Tauchpumpen ein, um das Wasser von der Fahrbahn zu bekommen. Ein Radlader der Stadt Spenge und ein Trecker mit Schneevorbauschild der Firma Holtmann seien zum Einsatz gekommen, um den gröbsten Schlamm von der Straße zu schieben. Die Mühlenburger bleibt nach den Worten von Norbert Ewering auf jeden Fall bis Montag gesperrt. "Die Straße ist nicht verkehrssicher. Die Fahrbahn ist schmierig und glatt und damit für Autofahrer viel zu gefährlich." Der Kreisbauhof müsse die Straße - und vor allem die Kanäle - von Schlamm befreien.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt war das Betriebsgelände der Firma Frommholz im Gewerbegebiet Wallenbrück. Hier hatte der Starkregen Wasser und Schlamm eines benachbarten, frisch eingesäten Feldes in die Hallen gedrückt. Auch hier setzte die Spenger Feuerwehr, die mit allen Einheiten am Samstagabend im Einsatz war, Tauchpumpen und Wassersauger ein, um das Gebäude halbwegs wieder trocken zu bekommen.

"Als unser Hausmeister-Ehepaar abends nach Hause kam, sah es die Bescherung", sagt gestern Dirk-Walter Frommholz. Die Bediensteten hätten die Firmenleitung und die Feuerwehr alarmiert. Ausstellungshalle, Kantine und vor allem die Hausmeisterwohnung seien betroffen, sagt Frommholz im Gespräch mit der NW. Teilweise seien Ausstellungsstücke nass geworden. "Aber wir haben Glück gehabt", sagt Dirk-Walter Frommholz. Die Produktion laufe weiter. "Wie hoch der Schaden ist, müssen wir in Ruhe feststellen."

Betroffen war nach den Worten von Frommholz auch das Unternehmen Solmetall, das im Frommholz-Komplex 5.600 Quadratmeter Hallenfläche angemietet habe.

"Zwei Drittel der Fläche waren mit Wasser oder Schlamm bedeckt. Den Hightech-Maschinen ist aber nach ersten Erkenntnissen wohl nichts passiert", sagt Frommholz.

Ausdrücklich lobt der Unternehmer die hohe Einsatzbereitschaft der Spenger Wehr. "Alle waren unheimlich motiviert und haben hervorragend gearbeitet. Ganz toll. "

An ein ähnliches Unwetter kann sich Dirk-Walter Frommholz nicht erinnern. "Nur vor 40 Jahren, als unser Neubau gerade stand, gab es mal Probleme. Damals haben wir eine größere Drainage anlegen lassen, die jetzt aber durch das aktuelle Unwetter voll Schlamm steckt."

Information

Sechs Stunden im Einsatz

Einen "Schlamm-Einsatz" dieser Art hat Norbert Ewering in seiner langen Feuerwehrzeit noch nicht erlebt. "Man hat den Eindruck, dass die Unwetter und auch deren Intensität zunehmen." Der sechstündige Einsatz der rund 80 Feuerwehrleute aus allen Spenger Einheiten war erst um 2.30 Uhr in der Nacht zu Sonntag beendet. Vorsorglich hatte die Wehr noch bei Frommholz Sandsäcke deponiert, falls es in der Nacht erneut stark regnen sollte. (wi)

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