0

Rödinghausen/Kreis Herford Mobilfunkstrahlung unter Verdacht

25-Jähriger gibt Funkwellen seines Handys Schuld an seinem Lymphdrüsenkrebs

VON GERALD DUNKEL
12.04.2013 | Stand 10.04.2013, 20:24 Uhr

Handys stehen auch unter Wissenschaftlern im Verdacht, durch ihre elektromagnetische Strahlung Gewebe zu erhitzen (hier übertrieben dargestellt) und auch das Erbgut zu verändern und dadurch Krebs auszulösen. - © FOTO: DPA / ILLUSTRATION: DUNKEL
Handys stehen auch unter Wissenschaftlern im Verdacht, durch ihre elektromagnetische Strahlung Gewebe zu erhitzen (hier übertrieben dargestellt) und auch das Erbgut zu verändern und dadurch Krebs auszulösen. | © FOTO: DPA / ILLUSTRATION: DUNKEL

Rödinghausen/Kreis Herford. Vor einigen Monaten ist der 25 Jahre alte Robin Tough von der Main-Metropole Frankfurt nach Schwenningdorf gezogen. Bei der Wohnungssuche stellten er und Freundin Linda Ehlert (26) andere Prioritäten auf als es normalerweise üblich erscheint. Ein Kriterium war die Entfernung zum nächsten Mobilfunkmast. Denn Robin Tough macht die Handystrahlung für seine Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs verantwortlich.

SMS mit dem Smartphone zu schreiben war nie Robin Toughs Ding. "Ich habe lieber persönlich mit den Leuten gesprochen, um gleich eine Antwort zu bekommen", sagt er. Und das tat er privat wie beruflich oft und auch lange – bis ihm eines Tages beim Duschen plötzlich die Luft wegblieb, als er den warmen Wasserstrahl auf seinen Hals richtete.

"Wie sich dann später herausstellte", erinnert sich Robin Tough, "war es ein Tumor, der sich bei Erwärmung durch das Wasser verhärtete und auf die Luftröhre drückte". Etwa 15 Zentimeter maß die Wucherung, die sich von den Bronchien bis zum Hals ausgedehnt hatte. Eine niederschmetternde Diagnose. "Aber warum? Wodurch?" Das fragte sich Robin Tough. Seine Großmutter starb an Krebs. Insofern war eine genetisch bedingte Gefährdung also gegeben. "Ursache für den Ausbruch sind aber äußere Einflüsse", sagt Tough, dessen Freundin Linda Ehlert, die Umweltwissenschaften studiert hat, ihn darauf aufmerksam machte, dass hochfrequente Strahlung, wie sie auch von Mobiltelefonen ausgesandt wird, eine Ursache sein könnte.

Kurz vor der Diagnose gingen beide nach Frankfurt. Robin Tough, der gebürtig aus Herford stammt, hatte dort eine Arbeitsstelle angenommen. Freundin Linda wollte an der dortigen Hochschule ihren Master machen. "Bis dahin benutzte ich Laptops und Tablet-PCs über WLAN – vom Handy ganz abgesehen – und auch ein schnurloses Telefon zu Hause", so der 25-Jährige. Die Entscheidung, Frankfurt wieder zu verlassen, hatte dann zweierlei Gründe. Zum einen wollte Tough der Medizinischen Hochschule Hannover näher sein, in der er behandelt wird. "Zum anderen suchten wir eine Wohnung, deren Umfeld möglichst wenig strahlende Einflüsse aufweist."

Die künftige Wohnung musste folgende Kriterien erfüllen: Sie musste mindestens 500 Meter vom nächsten Mobilfunkmast entfernt sein und ferner glatte Böden aufweisen, die gut zu reinigen sind. Denn Robin Toughs Immunsystem ist aufgrund seiner Chemotherapie stark geschwächt. Die elektromagnetische Strahlung um ihn herum hat er auf ein Minimum reduziert. Das Festnetztelefon hat einen Hörer mit Kabel, das Laptop erhält seine Internetverbindung ebenfalls per Kabel – einen WLAN-Router gibt es nicht mehr in der Wohnung.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group