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Rödinghausen/Kreis Herford Mobilfunkstrahlung unter Verdacht

25-Jähriger gibt Funkwellen seines Handys Schuld an seinem Lymphdrüsenkrebs

VON GERALD DUNKEL
12.04.2013 | Stand 10.04.2013, 20:24 Uhr

Was für Robin Tough aber am wichtigsten war, war sein Mobiltelefon. "Das alte, das ich lange genutzt hatte, bevor der Lymphdrüsenkrebs bei mir festgestellt wurde, wies mit eine sehr hohe Strahlungsintensität auf", sagt er. Aufschluss über diese Stärke gibt der sogenannte SAR-Wert (siehe Infokasten), der in jeder Bedienungsanleitung eines Mobiltelefons angegeben wird. Toughs altes Handy hatte einen recht hohen SAR-Wert von 1,58 Watt pro Kilogramm. Erlaubt ist in der EU ein Grenzwert von 2,0. Große länderspezifische Unterschiede gibt es aber bei der Maximalbelastung durch Sendemasten (Infokasten).

Das neue Mobiltelefon von Robin Tough weist nur noch einen Wert von 0,36 Watt pro Kilogramm auf. Dennoch: Er nutzt es nur mit einem kabelgebundenen Headset, damit das Telefon selbst etwa 50 Zentimeter vom Körper entfernt liegt. Ob seine Erkrankung aber tatsächlich elektromagnetische Strahlung als Ursache hat, kann Robin Tough natürlich nicht beweisen. Und selbst wenn, hätte der Strahlungswert seines Telefons rechtlich gesehen immer noch innerhalb gültiger Grenzen gelegen.

Es ist ihm allerdings ein großes Anliegen, andere Menschen für die Gefahren zu sensibilisieren, die von Handys und anderen Sendern elektromagnetischer Wellen ausgehen. "Denn ausschließen lässt sich nicht, dass diese Strahlung auch Krebs auslösen kann", sagt er.

Wo ist der nächste Sendemast?

Der SAR-Wert steht für "Spezifische Absorptionsrate" und wird in Watt pro Kilogramm angegeben. Er sagt aus, wie viel Energie Gewebe beispielsweise um ein Mobiltelefon herum aufnimmt. Von der Mobilfunkindustrie wird der in der EU geltende Grenzwert von 2 Watt pro Kilogramm als "völlig ausreichend" und "absolut unbedenklich für die Gesundheit" propagiert. Liest man in diesen Texten aber weiter, findet man schnell Hinweise darauf, dass sich die Strahlung in Kopfnähe durch die Nutzung eine kabelgebundenen Headsets reduzieren lässt.

Die Strahlungsintensität eine Sendemasts hingegen wird in Milliwatt pro Quadratmeter (mW/m2) angegeben. Hierbei liegt Deutschland weit vorn an der Spitze, denn der Grenzwert liegt hier bei 10.000 mW/m2 , während er in der Schweiz, Italien, Luxemburg, Russland oder China bei gerade einmal 100 mW/m2 liegt.

Skeptiker einer Gefährdung durch Mobilfunkmasten sagen, dass die Strahlungsintensität eines Handys auf den Körper wesentlich größer ist. Deren Gegner argumentieren, dass man der Strahlung des Sendemasts allerdings 24 Stunden täglich ausgesetzt ist, der Strahlung eines Handys aber nur, wenn man telefoniert.

Auf der Internetseite http://emf2.bundesnetzagentur.de/karte.html lässt sich schnell ersehen, wo der nächste Funkmast aufgestellt ist. In der Umgebung sind sie zum Teil nämlich nicht als solche zu erkennen.

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