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Die Interessengemeinschaft Radfahren setzt sich für einen besseren Radverkehr in Rödinghausen ein. Foto: Maren Reinker - © Maren Reinker
Die Interessengemeinschaft Radfahren setzt sich für einen besseren Radverkehr in Rödinghausen ein. Foto: Maren Reinker | © Maren Reinker

Schutz von Fahrradfahrern Radwegkonzept in Rödinghausen sorgt für Kritik: Initiative bemängelt fehlende Schulwege

Weil sie mit den Planungen des Radverkehrs nicht zufrieden sind, hat sich in Rödinghausen jetzt eine Interessengemeinschaft Radfahren gegründet.

10.11.2022 , 12:00 Uhr

Rödinghausen. Mehrere Eltern und interessierte Radfahrer trafen sich jetzt im Klassenzimmer von „Lernen hoch 3“ an der Bünder Straße in Rödinghausen. Der Grund des Treffens: Die Interessensgemeinschaft kritisiert die fehlende Einbindung der Schulwege in die Rohfassung des Radwegekonzeptes der Gemeinde. Darüber hinaus hält sie das vorgestellte Radwegekonzept für nicht ausreichend.

Sie fordert nicht nur die Verbesserung der Radinfrastruktur entlang der Hauptstraßen. Diese sei sehr zeit- und kostenaufwendig, da man für die Radwege Flächenkäufe tätigen und sich mit unterschiedlichen Baulastträgern abstimmen müsse. Vielmehr sollte ein durchgehendes Radwegenetz entstehen, das die Nahziele in den Fokus nimmt und den Autoverkehr auf die Hauptstraßen lenkt, so dass sich die Radfahrer auch auf den Nebenstraßen, an denen sich ein teurer separater Radweg nicht lohnen würde, sicherer fühlen.

Hierfür fordert die Interessengemeinschaft „mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrradstraßen, gesicherte Übergänge über die Hauptstraßen und ähnliche Maßnahmen, die mehr Menschen zum Umsteigen auf das Rad bewegen sollen“.

"Katastrophale Verkehrssituation" vor Bildungscampus sei nicht thematisiert worden

Einige Zeit vor dem Treffen moderierte Dr. Bockermann vom Planungsbüro Bockermann und Fritze im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung einen Workshop zum Thema Radwegekonzept in der Grundschule am Wiehen. Hier wurden die bisherigen Planungen des Büros vorgestellt und Bürger hatten im Rahmen von „runden Tischen“ die Möglichkeit, sowohl das Radwegenetz als auch die Radwegeführung sowie die Anbindung zum öffentlichen Personennahverkehr zu diskutieren.

„Die katastrophale Verkehrssituation vor dem Bildungscampus wurde überhaupt nicht erwähnt“, beklagt Katharina Coenen, die noch während der Vorstellung des Konzeptes über die Gründung einer Interessensgemeinschaft nachdachte. Für das Planungsbüro war die Bürgerbeteiligung nach eigenem Internetauftritt „ein voller Erfolg“ und wird als abgeschlossen dargestellt.

„Wenn ich nicht eine zweite Öffentlichkeitbeteiligung eingefordert hätte, wäre die Bürgerbeteiligung am Donnerstag, 8. September, schon am Ende gewesen“, berichtet Elger Marten, der dem Bürgermeister Siegfried Lux die Gefahren für Radfahrer und Fußgänger vor dem Bildungscampus aufzeigte.

Erstes Treffen der Initiative fand noch zu dritt statt

„Zunächst waren wir nur zu dritt“, erinnert sich Daniel Seckfort an das erste Treffen, „aber wir wussten ja, dass sich die meisten Eltern über die Verkehrssituation vor dem Bildungscampus aufregen und das Thema von deutlich größerem Interesse ist, als die schwache Beteiligung bei der Öffentlichkeitsbeteiligung vermuten ließe.“ Dass Seckfort mit dieser Vermutung richtig liegen würde, zeigte sich auch bei der hitzigen Debatte um die Ausweisung von Elternhaltestellen, die im Ausschuss für Schule, Jugend, Bildung und Sport mit den Stimmen der SPD und FDP beschlossen wurde (die NW berichtete).

Es wurde bereits eine Umfrage zum Radfahrverhalten in dem Kindergarten Schwenningdorf durch die Interessensgemeinschaft initiiert. „Diesen Anstoß nahm dann die Verwaltung zum Anlass, ihrerseits eine noch durchzuführende Befragung durch das Planungsbüro zu veranlassen“, teilt die Interessengemeinschaft mit.

Weitere Anhänger, Vorschläge und Ideen gesucht

„Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr radfahrbegeisterte Menschen finden, die sich mit uns für ein besseres Radwegenetz und sicherere Schulwege in Rödinghausen starkmachen wollen“, appelliert Katharina Coenen.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft wollen jetzt konkrete Vorschläge sammeln und analysieren und sich dann auf die vom Bürgermeister zugesagte zweite Öffentlichkeitsbeteiligung zum Radwegekonzept vorbereiten. Interessierte können per E-Mail unter fahrradinroedinghausen@gmx.de Kontakt zur Interessengemeinschaft aufnehmen und Anregungen zum Thema Radwege- und Schulwegenetz abgeben.

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