Schön gut hinstellen: Mutter Edi Nölker mit Olinde (v.l.), Dorian Locht mit Ray Red und Carina Nölker mit Layla bei der Siegersammlung. - © Foto: Nölker||
Schön gut hinstellen: Mutter Edi Nölker mit Olinde (v.l.), Dorian Locht mit Ray Red und Carina Nölker mit Layla bei der Siegersammlung. | © Foto: Nölker||

Rödinghausen/Osnabrück Kreistierschau: Familie Nölker räumt ab

Carina Nölker und ihre Familie waren mit den zehn Milchkühen von Hof Grothaus aus Rödinghausen bei der Schau auf Hof Meyer zu Strohen in Osnabrück-Hellern überaus erfolgreich. Sie holten zehn erste Preise

Anne Neul

Rödinghausen/Osnabrück. Die Euter gaben am Ende den Ausschlag. Bei Layla, Olinde und Ray Red sind sie so hoch aufgehängt und von so dicken Adern überzogen, dass die Wertungsrichter bei der Betriebssammlung, in der drei Tiere aus einem Betrieb zusammen in den Ring geführt werden, die drei auf Platz eins wählten. Auch optisch passen die drei Kühe sehr gut zusammen, was in dieser Klasse wichtig ist. Sie sehen eben nicht nur gut aus und harmonieren miteinander, sie geben auch tüchtig Milch, und das sieht man ihnen an. Ungeschlagen ist in ihrer Lebens-Milchleistung Kuh Menke. In zwölf Jahren hat sie bislang 143.000 Kilogramm Milch gegeben, auf Platz zwei folgt weit abgeschlagen eine Kuh mit knapp 40.000 Kilogramm weniger Milch. Auszeichnung für die einzige Kuhfamilie 120 Tiere waren bei der Kreistierschau in Osnabrück am Sonntag gemeldet, sechs der zehn mitgefahrenen Kühe von Hof Grothaus belegten den ersten Platz: Die älteste, Menke (12), Layla (fast 3), Olinde (3), Ossi (5), Pia und Ray Red (3). Dazu wurden die Kühe von Hof Grothaus zum Sieger der Mittleren Kuhklasse gekürt, das sind Kühe, die bereits zwei bis drei Kälber bekommen haben. In der Jungkuhklasse (ein Kalb) belegte Familie Nölker den ersten und zweiten Platz. Mit Passion, Pia und Pya hatten Nölkers die einzige Kuhfamilie dabei, wofür die Wertungsrichter ihnen einen weiteren Siegertitel verliehen. "Ich bin sehr stolz. Ich hab das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht gekriegt", sagt Carina Nölker (22). Sie kenne die Kühe von klein auf, erinnere sich noch an sie als Kalb. Carina Nölker züchtet leidenschaftlich gerne Kühe, das hat sie von ihren Eltern übernommen. Olindes Vater habe sie mit ausgesucht. Über die Bullen entscheide sie mit, seit sie 16 ist. "Wenn man dann solche Erfolge hat, macht das Züchten wahnsinnig Spaß." Dann werde man auch für die viele Arbeit belohnt, die man in die Tiere stecke. Auch der Schautag war lang: Morgens um 6 Uhr lud Carina mit ihrer Familie und Helfern die Kühe auf die Anhänger, um 9 Uhr führten sie die Kühe in Osnabrück frisch gewaschen auf den Platz, wo die Wertungsrichter von 11 bis 16 Uhr über Aussehen und Gang der Wiederkäuer urteilten. Als die Familie abends um 18 Uhr wieder auf den Hof rollte, feierten sie nur kurz. 250 Kühe wollen versorgt werden, am Montagmorgen klingelte um 5.40 Uhr wieder der Wecker. Das erste Kälbchen der Woche hätte es um ein Haar nicht geschafft: Es kam rückwärts und mit der Nabelschnur um die Beine. "Bei der Lage kriegt es keine Luft", erklärt Carina. Sie versuchte erst die Nabelschnur von den Beinen zu befreien, als das nicht klappte, holte sie das Kälbchen in wenigen Sekunden auf die Welt. "Das war knapp genug." Nach der Geburt habe das kleine gleich vier Liter Milch getrunken, eine Stunde später lief "Sunlight" schon umher. "Das wird auch ne gute", meint Carina. Vielleicht eine Kandidatin für die nächste Kreistierschau in drei Jahren.

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