Ab auf?s Rad: Start der neuen Denkmal-Route ist der Bahnhof in Bruchmühlen. Zu den Stationen gehören unter anderem sowohl die Eiche von Westkilver, besser bekannt als Höpkers Eiche, als auch das Torbogenhaus in Bruchmühlen. Fotos: Björn Kenter, Niklas Krämer - © Björn Kenter
Ab auf?s Rad: Start der neuen Denkmal-Route ist der Bahnhof in Bruchmühlen. Zu den Stationen gehören unter anderem sowohl die Eiche von Westkilver, besser bekannt als Höpkers Eiche, als auch das Torbogenhaus in Bruchmühlen. Fotos: Björn Kenter, Niklas Krämer | © Björn Kenter

Rödinghausen Denkwürdige Fahrradtour

Denkmalroute: Der Rundkurs durch Rödinghausen ist einer der neuesten im Kreis Herford. NW-Redakteur Niklas Krämer hat die erste Etappe der Tour absolviert

Niklas Krämer

Rödinghausen. Rödinghausens Denkmäler auf einer Fahrradtour begutachten - das hört sich für mich vielversprechend an. Die neue Denkmalroute durch Rödinghausen bietet genau das. Also heißt es für mich: Sporthose und T-Shirt an und ab auf?s Rad. Ich möchte den ersten Teil dieser Route testen. Insgesamt besteht sie aus 20 Stationen, ich will die ersten zehn Denkmäler mit dem Rad erreichen. Eins vorweg: Ich bin wahrlich kein passionierter Fahrradfahrer, steige vielleicht im Jahr fünfmal aufs Rad. In der Kurzcharakteristik der Denkmalroute heißt es aber: "Abwechslungsreicher Rundkurs durch hauptsächlich ländliche und bergige Bereiche für Radler mit guter Kondition." Ob ich das schaffe? Los geht?s am Bruchmühlener Bahnhof. Das erste Ziel der Tour: das Torbogenhaus. Die Denkmalroute ist nicht ausgeschildert, was bedeutet, dass man sich den Weg über das Smartphone oder eine Karte suchen muss. Über die Meller Straße soll es über einen Fußweg sowie die Holzbrücke über der Else zur ersten Station gehen. Plötzlich stehe ich vor einem Bauzaun. Und von der Brücke fehlt auch jede Spur. Diese musste kürzlich abgerissen werden (die NW berichtete exklusiv). Also wieder zurück auf die viel befahrene Meller Straße, ich werde von mehreren Autos überholt, ein Lkw-Fahrer flucht. Das Torbogenhaus entschädigt dann für den kleinen Umweg - trotz des Lärmpegels durch die A30 im Hintergrund. Doch daran gewöhnt man sich tatsächlich schnell. Als nächstes radle ich zur Alten Post am Kreisel in Bruchmühlen - sind ja nur ein paar Meter. Am Kreisel staut sich in der Mittagszeit der Autoverkehr. Alles beim Alten auch beim Bahnübergang an der Kilverstraße: Die Schranken sind unten, ich muss eine kleine Zwangspause einlegen. Weiter geht?s in den Darnauer Weg. Erstmals wartet eine kleine Steigung auf mich - vorbei an vielen Feldern, die von der andauernden Hitze geprägt sind. Erst mitten in Westkilver ist das nächste Denkmal: Nahe der Michaelkirche steht eine Eiche, die an das Ende der Befreiungskriege gegen Napoleon erinnern soll. Etwas versteckt liegt der historische Grenzstein No. 418 bei der Kollmühle. Er kennzeichnet die frühere Grenze zwischen den Königreichen Preußen und Hannover. Einer meiner persönlichen Höhepunkte der Route ist Höpkers Eiche. Seit mehr als 250 Jahren steht sie an der Westkilverstraße. "Einfach nur schön anzuschauen", sagt ein Mann, während er ein paar Fotos von der Eiche knipst. Auch ich hole die Kamera raus. Es geht vorbei am Haus Kilver. Hier wird scheinbar gerade geheiratet, mehrere Autos stehen am Straßenrand, einige sind feierlich dekoriert. Ein Zwischenstand zu meiner körperlichen Verfassung: Bis hierhin habe ich die Route problemlos geschafft. Doch dann geht es hoch auf den Mühlenberg. Meine Oberschenkel fangen an zu brennen, aber ich steige nicht vom Rad ab. Oben wird man mit einem Panoramablick übers Meller Land und nach Rödinghausen belohnt. Ich mache eine kleine Pause und genieße diese Idylle. Das Fachwerk-Kötterhaus schaue ich mir von der Heerstraße aus an. Es geht weiter in die Ortsmitte. Auf dem Fahrradweg haut es mich fast vom Sattel. An einer Stelle hat eine Baumwurzel den Asphalt angehoben. Ich biege in die Kapellenstraße ab, dort ist eine historische Glocke an der ehemaligen katholischen Kapelle. Letzte Station ist die Bartholomäuskirche. Ich parke mein Fahrrad davor und mache ein "Abschiedsfoto". Der Abschied ist aber nur vorläufig, bald geht?s zu den weiteren Stationen der Denkmalroute.

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