Fließen in die Gemeindekasse: Einnahmen aus der Gewerbesteuer. - © Foto: Patrick Menzel
Fließen in die Gemeindekasse: Einnahmen aus der Gewerbesteuer. | © Foto: Patrick Menzel

Rödinghausen Acht Millionen mehr Steuern

Gewerbesteuer: Erfolgreiche Rödinghauser Unternehmen bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg, Steuern könnten sinken

Stefan Boscher

Rödinghausen. Gute Nachrichten über die Finanzsituation der Gemeinde Rödinghausen: Dank der sprudelnden Einnahmen aus der Gewerbesteuer peilt man im Rathaus am Ende des Jahres ein deutliches Plus an, das bei mehreren Millionen Euro liegen könnte. In Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen war bereits die Planung des Doppelhaushaltes 2017 und 2018. Nunmehr zeichnet sich nach Angaben aus dem Rathaus für diesen Zeitraum in der Ausführung eine weitere Verbesserung ab. Bereits der Rückblick auf das abgelaufene Haushaltsjahr 2017 gestaltet sich positiv. Denn der Abschluss ist mittlerweile erstellt; es verbleibt unter dem Strich ein Überschuss von rund 1,1 Millionen Euro in der nach Einwohnerzahlen kleinsten Kommune im Kreis Herford. "Damit setzt sich die gute Entwicklung der vergangenen Haushaltsjahre fort, in denen ebenfalls Überschüsse erwirtschaftet werden konnten", heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Diese sollen in die so genannte Ausgleichsrücklage der Gemeinde einfließen und können dann zum Ausgleich schlechterer Jahre verwendet werden. 15 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen Aber auch die Zahlen des laufenden Jahres können sich "mehr als sehen lassen", denn: In Rödinghausen, als steuer- und wirtschaftsstarker Gemeinde, nimmt die Gewerbesteuer eine besondere, den Haushalt prägende Rolle ein. Im Planwerk veranschlagt wurde sie für das komplette Jahr 2018 mit einer Summe von rund 14,9 Millionen Euro. Nach vorliegenden positiven Meldungen der Gewerbebetriebe werden derzeit Gesamterträge für dieses Jahr von fast 23 Millionen Euro erwartet, also ein deutliches Plus von etwa acht Millionen Euro. "Wir sind sehr zufrieden. Das ist ein überragendes Ergebnis und bedeutet einen erneuten Rekordstand bei der Gewerbesteuer", so Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer, der als Hauptgründe auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmen, das wirtschaftsorientierte Handeln der Gemeinde sowie die positive konjunkturelle Lage verweist. "Doch zur Euphorie besteht kein Anlass, vielmehr ist Besonnenheit gefragt. Der überwältigende Verlauf in diesem Jahr beruht auch auf einmaligen Effekten", erkennt Kämmerer Björn Vogt an, der darüber hinaus die Umlagebelastung des nächsten Jahres anführt. Das sind Gelder, die Rödinghausen unter anderem ans Land Nordrhein-Westfalen zahlen muss. Denn diese steigt zeitversetzt. "Gemessen an dem Niveau der wohl einmaligen Steuerkraft werden wir im nächsten Jahr bei den Kreisumlagen zur Kasse gebeten. Diese werden dann ebenfalls Rekordhöhe erreichen", rechnet Björn Vogt vor. Bauvorhaben werden aus vorhandenen Mitteln bezahlt Die gute Finanzsituation spiegelt sich auch in einer guten Liquidität wieder. Die Kassenkredite wurden vollständig abgelöst und die aktuellen Bauvorhaben wie der Erweiterungsbau an der Gesamtschule werden aus den vorhandenen Finanzmitteln bestritten. Für die Unternehmen könnte die gute Finanzlage in Zukunft noch einen weiteren positiven Effekt haben, was wiederum die Anziehungskraft der Gemeinde für Firmen erhöhen würde: "Die Möglichkeiten für eine Absenkung der Steuerhebesätze in Rödinghausen werden derzeit geprüft", sagt Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer.

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