Neues Ortsschild: Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer freut sich, dass die Gemeinde Rödinghausen jetzt als erste Gemeinde in Ostwestfalen-Lippe ein plattdeutsches Ortseingangsschild hat. - © Niklas Krämer
Neues Ortsschild: Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer freut sich, dass die Gemeinde Rödinghausen jetzt als erste Gemeinde in Ostwestfalen-Lippe ein plattdeutsches Ortseingangsschild hat. | © Niklas Krämer

Rödinghausen Erstes Ortsschild auf Platt in OWL

Vorreiter: Die Gemeinde Rödinghausen trägt jetzt offiziell die niederdeutsche Bezeichnung "Ränghiusen"

Rödinghausen. Rödinghausen als Vorreiter in Ostwestfalen-Lippe: Als erste OWL-Kommune hat die Gemeinde ein Ortseingangsschild mit der zusätzlichen plattdeutschen Bezeichnung. "Ränghiusen" prangt fortan auf fünf Schildern. Wie man?s ausspricht? Das "i" klingt wie ein angedeutetes "j" und das "u" wird etwas länger gesprochen. "Schöner kann es nirgendwo auf der Welt sein", sagte Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer bei der feierlichen Einweihung an der Alten Dorfstraße. Blauer Himmel, die Sonne scheint, ein angenehm laues Lüftchen weht am Wiehengebirge. Vortmeyer ist die gute Laune sichtlich anzumerken. "Jetzt kann jeder Besucher sofort erkennen, dass in Rödinghausen die plattdeutsche Sprache noch gelebt wird", sagte Vortmeyer. Die Gemeinde gelte bei vielen als heimliche Hauptstadt des Plattdeutschen im Kreis Herford. "Arbeitskreise, Veranstaltungen und die Veröffentlichung des plattdeutschen Wörterbuchs zeigen, wie stark das Plattdeutsche in Rödinghausen verwurzelt ist und auch gelebt wird." Bereits vor sechs Jahren hatte sich der Plattdeutsche Gesprächskreis um Magdalena Obrock, Egon Brandmeier, Heinrich Bringewatt, Gerd Heining und Wilhelm Schürmann für die Aufstellung zweisprachiger Ortsschilder eingesetzt. "Um das Plattdeutsche zu stärken", hieß es in der damaligen Anregung an den Rat. Möglich war dies jedoch erst nach dem Wechsel der Landesregierung im vergangenen Jahr. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung gab einen Erlass heraus, der eine Zusatzbezeichnung zulässt. Paul: "Hier ist die niederdeutsche Sprache noch lebendig" "Ich weiß, wie viele heimat- und sprachbewusste Menschen gerade hier jahrelang darauf hingearbeitet haben, dass eine plattdeutsche Zusatzbezeichnung auf den Ortsschildern möglich geworden ist", sagte Stephen Paul (FDP), Sprecher für Kommunales und Heimat im Landtag NRW. "Hier ist die niederdeutsche Sprache noch lebendig." Rödinghausen war die erste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, die von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) die Erlaubnis für die Zusatzbezeichnung bekam (die NW berichtete). Die Gemeinde Drensteinfurt (Kreis Warendorf) war jedoch der erste Ort in NRW, der Ortsschilder auf plattdeutsch aufgestellt hatte. "Da wir die Bezeichnung auch in unsere Hauptsatzung aufgenommen haben und wir dafür eine Ratssitzung abwarten mussten, hat es sich leicht hinausgezögert", erklärte Daniel Müller, zuständiger Mitarbeiter bei der Gemeinde. Die weiteren vier Standorte sind die Ecke Bünder Straße/Heerstraße, an der Buerschen Straße, der Heerstraße und der Westerbergstraße. "Das sind jeweils Schilder, die den Anfang vom Rödinghauser Ortskern kennzeichnen", erklärte Daniel Müller. In den kommenden Tagen werden die Schilder montiert.

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