Löhne Gegen Diskriminierung

Bündnis Gemeinsam für Vielfalt äußert sich zur Hausdurchsuchung von Jürgen J.

Ramona Kämper (v. l.), Jürgen Birtsch, Volker Hegemann und Philip Sulewski. - © FOTO: NW
Ramona Kämper (v. l.), Jürgen Birtsch, Volker Hegemann und Philip Sulewski. | © FOTO: NW

Löhne (nw). Die Bürger sind inzwischen gut über die Machenschaften der Reichsbürger innerhalb der sogenannten Botschaft Germanitiens informiert, finden die Mitglieder des Bündnisses für Vielfalt. Doch nun öffnet sich der Polizei ein neues Kapitel. Wegen judenfeindlicher E-Mails an Botschaften zahlreicher Staaten hat der Staatsschutz aus Bielefeld die Wohnräume eines 56-Jährigen in Vlotho durchsucht (die NW berichtete). Zu diesem Fall äußert sich das Bündnis in einer Stellungnahme.

Seit geraumer Zeit wirkt es ruhig rund um die Räume der "Justizopferhilfe". Doch hinter den Kulissen und auch im Internet, ist die Gruppierung aktiv. Dies war nun Anlass für eine Hausdurchsuchung bei einem Vlothoer, der den Germaniten zuzurechnen ist.

Der Mann bezeichnet sich als Präsident der Germanitenpartei und seinen Briefkopf ziert der Titel "Minister für Bildung und Forschung". Gegen Jürgen J. wird nun ein Verfahren wegen Volksverletzung geführt. In einer E-Mail an Botschaften unterschiedlicher Staaten forderte er zum erneuten Massenmord an Juden auf. "Dieser in der dargebotenen Offenheit von Hass und Menschenverachtung sicher ungewöhnliche Fall, spiegelt die bisher unausgesprochenen Ergebnisse der Verschwörungslogik der Betreiber "Justizopferhilfe" wider", sagen die Mitglieder des Bündnisses.

Dem Löhner Bündnis ist Jürgen J. dadurch bekannt geworden, dass er während einer Sitzung störende Beiträge hineinrief und zur Ordnung gerufen werden musste. Zur Demo gegen die Botschaft stand er bei den "Botschaftern". Gemeinsam mit anderen vorbestraften "JOH"-Mitgliedern gründete er die Germanitenpartei. Jürgen J. ist deutlich der Löhner Germanitenbotschaft zuzuordnen.

"Dieser neue, ungeheuerliche Vorfall zeigt, wie gefährlich, die wegen ihrer versponnenen Theorien manchmal verharmlosten Germaniten tatsächlich sind." Unerträglich erscheint darum dem Bündnis für Vielfalt die Existenz der "Botschaft" als Brutstätte menschenverachtender Gedanken in Löhne. Das Bündnis "Gemeinsam für Vielfalt – Löhne gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus" ist der Ansicht, dass für solche Ideen und Strukturen in Löhne kein Raum sein darf. "Wir werden uns weiterhin für die Schließung des Zentrums engagieren."

Auch wollen sie informieren, fortbilden aber auch protestieren. Aus Sicht des Bündnisses sollten alle Vereine und Parteien gegen Diskriminierung eintreten. Bemerkenswert und vorbildlich fanden die Mitglieder die Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis durch den Tischtennisclub Mennighüffen.

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