0

LÖHNE Ralf Witthaus eröffnet Kunstprojekt in Löhne

"Das Bohrloch nach Neuseeland" hat jetzt seinen Platz gefunden

VON CAROLIN NIEDER-ENTGELMEIER
24.09.2012 | Stand 23.09.2012, 23:36 Uhr
Ralf Witthaus eröffnet Kunstprojekt in Löhne - © KULTUR
Ralf Witthaus eröffnet Kunstprojekt in Löhne | © KULTUR

Löhne. "Lasst uns alle hinein springen", ruft Ralf Witthaus seinen 150 Zuschauern entgegen. Der Künstler steht am Rand seines Bohrlochs, doch trauen sich die Zuschauer noch nicht. "Dann springen wir eben als Erste. Matthieu, wenn ich bis drei gezählt habe, springen wir und nach zwölf Stunden kommen wir in Neuseeland an." Ralf Witthaus und sein Sohn Matthieu springen, doch sie bleiben in Löhne, denn das Bohrloch wurde nicht gebuddelt, sondern als Symbol in den Rasen gemäht.

Eine Woche lang haben Ralf Witthaus und seine ehrenamtlichen Helfer die Motorsensen auf dem 6.700 Quadratmeter großen Hof Bröer an der Bültestraße kreisen lassen.

20 Liter Benzin und 30 Messer für die Motorsensen haben sie während der Arbeit verbraucht, doch es hat sich gelohnt, denn endlich kann man Teile der "Auckland Botanic Gardens" auf der Gohfelder Rasenfläche wieder erkennen. "Wir haben bis wenige Minuten vor der Eröffnung gemäht", erzählt Witthaus. Doch Erschöpfung ist dem Rasenkünstler nicht anzusehen. Lächelnd begrüßt Witthaus die vielen alten bekannten Gesichter aus seiner Heimat .

Gestern eröffnete der Löhner Rasenkünstler mit seinem Sohn Matthieu sein neues Kunstprojekt. 150 Zuschauer folgten der Einladung nach Gohfeld. - © FOTO: CAROLIN NIEDER-ENTGELMEIER
Gestern eröffnete der Löhner Rasenkünstler mit seinem Sohn Matthieu sein neues Kunstprojekt. 150 Zuschauer folgten der Einladung nach Gohfeld. | © FOTO: CAROLIN NIEDER-ENTGELMEIER

Neben der Hofeinfahrt lassen sich die Abbildungen von einem Baum, einem Zelt und einem Boot wieder erkennen. Neben der braunen Grasnarbe stechen sie als grüne, übrig gebliebene Inseln deutlich hervor.

Spaziert man um den 500 Jahre alten Bauernhof herum, entdeckt man gegenüber des Wintergartens eine Bank. Ralf und Matthieu Witthaus lassen sich auf der Bank nieder. "Das ist zwar nicht bequem, aber so kann ich mir vorstellen wie es in Neuseeland aussieht", sagt der siebenjährige Matthieu.

In einem blau-weißen Matrosenanzug stellt er sich als Steuermann in das Boot, das in den "Auckland Botanic Gardens" nicht im Wasser schwimmt, sondern aus Stein modelliert auf einer Rasenfläche steht. "Ich möchte auch Künstler werden und wenn ich groß bin, darf ich auch endlich Mal die Motormäher benutzen, denn dafür bin ich im Moment noch zu klein. Das sagt Papa zumindest", erklärt Matthieu und breitet sich in dem Boot aus.

Umrundet wird das Gelände der Familie Bröer von der Außenkante des Bohrlochs nach Neuseeland. "Das Bohrloch ist ein Symbol, denn auch wenn nicht wirklich bis nach Neuseeland gebuddelt wurde, können wir alle auf eine andere Art und Weise in die Tiefe gehen", sagt Roland Nachtigäller, künstlerischer Direktor des Museums Marta in Herford.

Das Bohrloch von Witthaus ist ein Projekt im Vorlauf der Museums-Ausstellung "Nutzflächen - OWL3". "Auf der Oberfläche der Produktivität unserer durchstrukturierten Gesellschaft macht Kunst keinen Sinn, doch das muss sie auch nicht, solange es Menschen gibt, die den Gedanken von Künstlern folgen", ergänzt Nachtigäller.

Als Vertreter des Bürgermeisters freut sich Georg Busse über die Möglichkeit das Kunstprojekt seines Freundes Ralf Witthaus zu eröffnen. Dabei rät er seinen Zuschauern: "Legen sie ihr Geld in Kunst von Ralf Witthaus an, schließlich befinden wir uns in der Eurokrise."

Spontan hält auch die ehemalige Kunstlehrerin von Witthaus, Ingrid Piehl, eine kurze Rede. Sichtlich bewegt sagt sie: "Ich bin sehr stolz auf Ralf, doch sein Talent ist nicht mein Verdienst. Es hat schon immer in ihm gesteckt."

Newsletter abonnieren

Update zum Mittag

Die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe zum Ausbruch von Covid-19 und Neuigkeiten aus OWL und der Welt.

Wunderbar. Fast geschafft!

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group