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Michael Kolpak hat mit viel Freude eine Ausbildung in der Stadtbücherei gemacht. Auch dort ist noch eine Lehrstelle frei.
Michael Kolpak hat mit viel Freude eine Ausbildung in der Stadtbücherei gemacht. Auch dort ist noch eine Lehrstelle frei.

LÖHNE Die Lücke füllen

Bei der Stadtverwaltung gibt es auf manche Lehrstellen kaum Bewerber

VON DIRK WINDMÖLLER
31.07.2010 | Stand 30.07.2010, 20:04 Uhr

Löhne. Weit über 1.000 junge Menschen suchen im Kreis Herford noch eine Lehrstelle. Offensichtlich sind die meisten von ihnen bei ihrer Suche noch nicht auf die Idee gekommen, sich übe die Möglichkeiten bei der Stadt Löhne zu informieren. Dort suchen die Verantwortlichen in verschiedenen Berufen händeringend Bewerber.

Bei den Wirtschaftsbetrieben werden noch zwei Auszubildende für den Beruf des Gärtners gesucht. Auch in der Stadtbücherei ist eine Lehrstelle frei. Dort kann man sich zum Fachangestellten für Medien und Information ausbilden lassen.

Für die zwei Gärtnerstellen liegt der Stadtverwaltung bisher eine Bewerbung vor. Für die Arbeit in der Bücherei interessieren sich nur zwei Bewerber. Und auch das Interesse an der Arbeit im Freibad hält sich in Grenzen. Für den Lehrberuf Fachangestellter für Bäderbetriebe gibt es für eine Lehrstelle zurzeit nur eine Bewerbung.

"Ich kann das überhaupt nicht verstehen", sagt Personalchefin Andrea Linnemann. Gerade mit Blick auf die große Zahl der Suchenden sei es nicht nachvollziehbar, dass es so gut wie keine Bewerber auf diese Lehrstellen gebe. Sie betont, dass für diese Berufe auch gute Hauptschüler geeignet sind.

Für Ausbildungsberufe im Verwaltungsbereich ist die Situation nicht so angespannt. "Da bekommen wir für eine Stelle 30 Bewerbungen. Das ist ein guter Schlüssel", sagt Linnemann. Bei 30 Bewerbern seien aller Erfahrung nach immer genügend geeignete Kandidaten dabei.

Dass sich kaum jemand für die Arbeit in der Stadtbücherei interessiert, kann Michael Kolpak nicht verstehen. Er hat im vergangenen Jahr seine Ausbildung beendet und liebt seinen Beruf. "Die Arbeit macht Spaß und ist abwechslungsreich", sagt er und gibt gleich noch einen Buchtipp. "Henning Mankell kann man immer lesen."

Schön sei auch, dass er nach der Ausbildung übernommen wurde. "Wir bilden für unseren Bedarf aus. In der Stadtbücherei sind Mitarbeiterinnen in den Ruhestand gegangen, so dass wir Herrn Kolpak ein Angebot machen konnten", sagt Andrea Linnemann. Trotz der angespannten Haushaltslage gebe es auch künftig Perspektiven für Auszubildende bei der Stadtverwaltung. "Bei uns gehen viele Kollegen in den Ruhestand und natürlich müssen wir einen Teil dieser fehlenden Kollegen ersetzen", betont Linnemann.

Gute Perspektiven hat deshalb auch Sabrina Stickdorn. Die junge Frau ist Stadtinspektoranwärterin. Diese Ausbildung ist eine Kombination aus Fachhochschulstudium und praktischer Arbeit in einer Verwaltung. Blockweise wechseln sich Studium und Verwaltungsarbeit ab. "Die Arbeit in einer Verwaltung ist längst nicht so trocken, wie es von außen scheint. Besonders den Kontakt mit den Bürgern finde ich spannend", sagt sie. Auch sie hat nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung eine Chance auf Übernahme. Später wäre sie zum Beispiel für eine Amtsleiterfunktion qualifiziert.

Andrea Linnemann betont, dass auch die Stellen, für die Bewerber gesucht werden, gute Chancen auf eine Weiterbeschäftigung nach der Lehre bieten. Jedenfalls dann, wenn sich noch geeignete Bewerber finden.

Wer sich für eine Stelle interessiert, kann sich bei Andrea Linnemann melden. Tel. (0 57 32) 100 347, E-Mail: a.linnemann@loehne.de. Informationen zu den Lehrstellen stehen auch im Internet unter www.loehne.de.

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