0
Zuletzt haben im ganzen Land etliche Menschen gegen Krieg demonstriert, so wie hier in Kirchlengern. Jetzt kommt der Protest auch nach Löhne. - © Joel Beinke
Zuletzt haben im ganzen Land etliche Menschen gegen Krieg demonstriert, so wie hier in Kirchlengern. Jetzt kommt der Protest auch nach Löhne. | © Joel Beinke

Löhne Kriegsgegner demonstrieren auf dem Findeisenplatz

Die Deutsche Friedensgesellschaft ruft für Freitag zu einer Kundgebung in Löhne auf. Dabei spricht sie der Ukraine ihre Solidarität aus.

02.03.2022 | Stand 02.03.2022, 17:49 Uhr

Löhne. Unter dem Motto „Die Waffen nieder – Nein zum Krieg!“ ruft die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen Ostwestfalen-Lippe (DFG-VK OWL) zu einer Kundgebung in Löhne aus. Die Versammlung findet am Freitag, 4. März, ab 17 Uhr auf dem Findeisenplatz statt und richtet sich gegen den Krieg in der Ukraine.

In dem Aufruf sprechen die Organisatoren um den Löhner Aktivisten Rolf Reinert von einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Dieser werde von der DFG-VK „auf das Schärfste verurteilt. Für Krieg gibt es absolut keine Rechtfertigung.“ Schon jetzt seien viele Tote zu beklagen, weitere Eskalationen drohten.

Forderung nach Frieden und weiteren Hilfen

Eine Lösung des Konflikts kann aus Sicht der Aktivisten nur auf friedlichem Weg erreicht werden. Gefordert werden daher sofortige Verhandlungen auf Ebene der UNO und der OSZE mit dem Ziel, einen Waffenstillstand zu erreichen. Zudem müsse die russische Regierung alle Bombardierungen und Kampfhandlungen einzustellen und ihre Truppen aus der Ukraine zurückziehen, heißt es in dem Aufruf.

Flankiert werden sollen die Friedensbemühungen durch verstärkte Hilfsaktionen. „Wir fordern Deutschland und die Europäische Union auf, Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet unbürokratisch und dauerhaft aufzunehmen, unabhängig davon, welche Pässe oder Hautfarbe sie haben“, so die Deutsche Friedensgesellschaft. Auch Kriegsdienstverweigerer und Deserteure – sowohl von russischer als auch von ukrainischer Seite – müssten aufgenommen werden. Denn: „Unsere Solidarität gilt den vom Krieg Betroffenen und den Geflüchteten.“

Aus diesem Grund stehe man Seite an Seite mit allen Menschen, die gegen Krieg und Unterdrückung demonstrieren. Viele von ihnen würden dafür verfolgt, schreiben dei Aktivisten mit Verweis unter anderem auf die Soldatenmütter St. Petersburg, die die militärische Aggression der russischen Truppen in der Ukraine verurteilten. „Kein Mensch, der bei Verstand ist, kann einen Krieg befürworten.“ Auch deshalb fordern die Organisatoren ein Miteinander. „Politische Reaktionen sollten weiteren Hass und Konfrontation vermeiden und nicht die Bevölkerung Russlands und der Ukraine treffen“, schreiben sie in ihrem Aufruf.

Kritik an Aufrüstungs-Politik

Kritik üben sie derweil an einigen bisherigen Antworten auf den Krieg. Als Friedensbewegung sei man der Meinung, dass Krieg und Militär keines der wichtigen Probleme wie Hunger, Flucht, Klimakatastrophe und soziale Ungleichheit lösen könne. „Ganz im Gegenteil: Sie verschärfen diese Probleme und führen zu weiteren Spannungen und Kriegen.“ Daher wende man sich auch entschieden gegen die weitere Aufrüstungspolitik der Bundesregierung durch die Erhöhung des Militäretats und den 100 Milliarden-Sonderfond für die Bundeswehr.

„Wir stellen fest: Frieden kann nicht militärisch gesichert werden – Frieden gibt es nur politisch durch Gewaltverzicht und Abrüstung“, schließt der Aufruf.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken