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Die Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke standen auch in Löhner Altenheimen auf dem Speiseplan. - © Uwe Zucchi
Die Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke standen auch in Löhner Altenheimen auf dem Speiseplan. | © Uwe Zucchi

Löhne Wilke-Wurst stand wohl auch in Löhner Altenheimen auf dem Speiseplan

Drei von sechs Einrichtungen bestätigen auf Nachfrage, dass sie Aufschnitt über Zwischenhändler bezogen haben. Die Waren seien sofort aus dem Verkehr gezogen worden.

Ulf Hanke
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 08:49 Uhr

Löhne. Lebensmittel aus dem nordhessischen Skandal-Betrieb Wilke sind auch in Löhner Altenheimen gelandet. Das hat eine nw.de-Umfrage unter sechs Altenheimen sowie der einzigen Klinik in Löhne ergeben. Drei Altenheime gaben an, Wilke-Produkte über Zwischenhändler bezogen zu haben. Zwei Altenheime gaben gestern keine Auskunft. Alle Produkte der Firma Wilke stehen im Verdacht, mit gefährlichen Listerien-Keimen belastet zu sein. Wilke hat Fleischwaren wie Wurst und Aufschnitt, aber auch vegetarische Brotaufstriche geliefert. Die Behörden gehen davon aus, das keimbelastete Wilke-Ware nicht nach NRW gelangt ist. Die einzige Klinik in Löhne, die Berolina-Klinik, schließt die Verwendung von Wilke-Produkten aus. Das erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin Kristin Schwagmeier. Auch im Eduard-Kuhlo-Heim Gohfeld sind Wilke-Produkte nach Auskunft von Einrichtungsleiterin Heike Grabenhorst nicht verwendet worden. Wilke-Ware ist über Zwischenhändler auf die Speisepläne der Altenheime gelangt Im Seniorenzentrum Sankt Laurentius sind nach Auskunft von Einrichtungsleiterin Heike Strüber Wilke-Produkte "nicht auf den Tellern gelandet". Allerdings hat der Großhändler, der auch das Heim beliefert, Wilke-Ware im Bestand und in der Kommissionierung entdeckt und sofort reagiert. Gleiches gilt für das Perthes-Altenwohnheim Mennighüffen. Nach Auskunft von Einrichtungsleiterin Marianne Smidt ist zwar im Sortiment des Zulieferers Wilke-Ware aufgefallen, nach der Lebensmittelwarnung jedoch nicht ans Altenheim geliefert worden. Das Seniorenzentrum an der Werre hat Wilke-Produkte über Feinkost-Windmann bezogen. Vier bis fünf Kilogramm Ware sind nach Auskunft von Geschäftsführerin Britta Lehmann sofort nach der Warnung aus dem Verkehr gezogen worden: "In unserem Haus hat es deswegen keinen Krankheitsfall gegeben." Zwei Altenheime gaben Mittwoch keine Auskunft Das Maternus Seniorenzentrum in Gohfeld gehört zur Cura-Unternehmensgruppe Berlin und war gestern nicht in der Lage, telefonisch Fragen nach Wilke-Produkten zu beantworten. Auch in der Werre Residenz Löhne, die zur Vita-Wohnen-Holding in Lünen gehört, gab es gestern keine Auskünfte zur Verwendung von Lebensmitteln der Skandal-Firma. Seit Mittwoch, 2. Oktober, ruft die Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG alle in ihrem Betrieb hergestellten Erzeugnisse zurück. Diese Produkte haben das Kennzeichen „DE EV 203 EG". Zuletzt wurde bekannt, dass Wilke noch im Sommer ein Sicherheitszertifikat erhalten hatte. Die Nachforschungen der Behörden verzögern sich offenbar, weil das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat und wegen laufender polizeilicher Ermittlungen nur eingeschränkt handlungsfähig ist, hieß es in einer Mittelung der Behörden. Wilke arbeite zudem "nicht in der notwendigen Weise" mit den Behörden zusammen. Eine fortlaufend aktualisierte Liste der Behörden findet sich auf: www.lebenmittelwarnung.de   

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