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Der Durchgang war die Herausforderung für die Planer. Luis (5, v. l.), Tom (5), Lina (5), Charlotte (5) und Jannik (4) mit Gruppenleiterin der Kita Im Schling, Julia Strunz. - © Susanne Barth
Der Durchgang war die Herausforderung für die Planer. Luis (5, v. l.), Tom (5), Lina (5), Charlotte (5) und Jannik (4) mit Gruppenleiterin der Kita Im Schling, Julia Strunz. | © Susanne Barth

Löhne Ein Gemeindehaus in Löhne-Ort wird zur Kita

Durch die Erweiterung kann die Kita Im Schling eine Gruppe mehr aufnehmen. Das entlastet die Betreuungssituation in der Stadt, denn in allen Ortsteilen fehlen Kita-Plätze.

Susanne Barth
13.09.2019 | Stand 12.09.2019, 18:47 Uhr

Löhne. Überall im Stadtgebiet fehlen Kita-Plätze. "In Löhne-Ort war die Not richtig groß", sagt Dezernentin Beatrix Becker. Die Kindergärten waren regelmäßig überbelegt. Der gravierendste Bedarf sei nun gedeckt, sagt Becker und blickt zufrieden in die Runde. Die Dezernentin sitzt gemeinsam mit Vertretern vom Kirchenkreis Herford, der Gemeinde Löhne-Ort, Kita-Mitarbeiterinnen und den Umbau-Spezialisten auf Ministühlen am Esstisch der Kleinsten. Es gibt etwas zu feiern: Die Kita Im Schling hat sich vergrößert. Das Pressegespräch findet im neuen Essraum statt. Dielenböden aus heimischen Hölzern hat das Atelier Schormann hier verlegt und auch sonst haben die Planer bei den Umbauarbeiten auf natürliche Werkstoffe gesetzt. Der Kinderwaschraum hat hölzerne Schwingtüren, die Matschstiefel ruhen auf einem hölzernen Regal, die Garderobe der Jungen und Mädchen ist ein Unikat. "Alles hier hat den Atelier-Schormann-Reiz", zeigt sich Becker begeistert. Gebäude soll barrierefrei sein Christoph und Alwin Schormann vom Atelier für Holzbau haben die Planungen und ausführende Arbeiten übernommen. Das Atelier arbeitet seit Jahren mit dem Kirchenkreis Herford zusammen. "Es war kein ganz einfaches Projekt", sagt Alwin Schormann und genau das habe seinen Reiz. Als größte Herausforderung nennen Vater und Sohn den Höhenunterschied. Das bereits bestehende Kita-Gebäude liegt einen Meter höher, als das ehemalige Gemeindehaus. "Der alte Glasgang hatte sechs Stufen, um den Höhenunterschied zu überwinden", sagt Regine Henneken, die Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen beim Kirchenkreis Herford. "Wir wollten aber ein barrierefreies Gebäude." Nicht nur, weil hier auch integrative Kinder betreut werden. Riesiger Außenbereich Diesen Wunsch haben die Schormanns kreativ umgesetzt. Um in den neuen Teil der Kita zu kommen, geht es über einen geschlängelten Weg bergab. Den finden Luis, Tom und Lina (alle 5) genauso toll, wie alles andere hier. Was sie am liebsten mögen, können sie nicht sagen. "Alles ist toll", rufen die Kita-Kinder und laufen mit Charlotte (5), Jannik (4) und der Gruppenleiterin Julia Strunz Hand in Hand den Zwischenraum entlang, der von außen durch seine markante rote Farbe ins Auge sticht. "Es ist super, wie schnell sich unsere Kinder hier orientiert haben", sagt die Leiterin Marion Platenius. Sieben Räume sind im ehemaligen Gemeindehaus entstanden. Auf gut 160 Quadratmetern gibt es einen Gruppenraum mit Nebenraum, einen Mehrzweckraum, eine kleine Küche, einen Schlaf- und Essbereich sowie Wickelmöglichkeiten und einen Waschraum. Hell und freundlich mit vielen Farbtupfern sind die einstigen Räume nicht mehr wiederzuerkennen, sagt der Pfarrer Peter Außerwinkler. "Und es ist bestimmt die Kita mit dem größten Außenbereich." Finanzielle Vorteile Bevor das Gemeindehaus zur Kita wurde, fand hier die Übermittagsbetreuung der Grundschule Löhne-Ort statt. Die ist jetzt auf dem Schulgelände in Pavillions integriert. "Hätte es dafür keine sinnvolle Lösung gegeben, hätten wir das Gebäude nicht abgeben können", sagt Außerwinkler, der sehr zufrieden mit der neuen Nutzung ist, die auch finanzielle Vorteile bringt. Das Gebäude gehört weiterhin der Gemeinde, die es auch saniert hat und dem Kirchenkreis vermietet. "Diese Vorgehensweise war toll und hat uns komplizierte und lange Wege erspart", sagt Henneken. So konnte auch rasch mit dem Umbau gestartet werden. Im Januar war Startschuss, zum 1. August, Beginn des neuen Kindergartenjahres, konnte die neue, fünfte Kita-Gruppe einziehen. Heute betreuen die Erzieher 107 Kinder ab zwei Jahren. "Davon werden 87 Kinder frisch bekocht", sagt die Leiterin. Dafür war auch eine neue, große Küche notwendig. Allein die Profiküche hat 45.000 Euro gekostet, listet Henneken auf. Hinzu kommt die Gestaltung des Außenbereiches (30.000 Euro) und Ausstattung (80.000 Euro). Das reine Umbauvolumen liegt laut Henneken bei 300.000 Euro.

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