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Haben einen wichtigen Teil zur Veranstaltung beigetragen: Anja Backheuer (v. l.), Jana Rothenroth, Melissa Karaca, Katharina Vorderbrügge, Aylin Ipek, Nihan, Sarah Hackländer, Bernd Poggemöller, Liv Anna Freier, Alexander Tigges, Lea Wall und Pauline Baran. - © Anthea Moschner
Haben einen wichtigen Teil zur Veranstaltung beigetragen: Anja Backheuer (v. l.), Jana Rothenroth, Melissa Karaca, Katharina Vorderbrügge, Aylin Ipek, Nihan, Sarah Hackländer, Bernd Poggemöller, Liv Anna Freier, Alexander Tigges, Lea Wall und Pauline Baran. | © Anthea Moschner

Löhne Löhner Gymnasium setzt mit dem Siegel "Schule ohne Rassismus" ein Zeichen

Bei der Zertifizierungsfeier in der Sporthalle wurde dem SGL das Siegel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" überreicht. Damit ist die SGL jetzt Mitglied in einem europäischen Netzwerk.

Anthea Moschner
13.09.2019 | Stand 13.09.2019, 14:03 Uhr

Löhne. „This is me". Kaum ein Song könnte den Leitgedanken der Veranstaltung wohl besser zusammenfassen. Das Lied aus dem Film „The Greatest Showman" drückt genau das aus, worum es am Donnerstagmorgen in der Sporthalle des Städtischen Gymnasiums Löhne (SGL) geht: den Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Denn das SGL ist jetzt Mitglied im europäischen Netzwerk der „Schulen ohne Rassismus, Schulen mit Courage". Der Chor, bestehend aus Lehrern und Schülern singt "This is me". Während des Liedes stimmen auf Aufforderung von Lehrer David Kennedy, der den Chor leitet, auch die anderen Schüler und Lehrer mit ein, die auf der Tribüne sitzen. Gemeinsam zeigen sie damit, dass Ausgrenzung am SGL nichts zu suchen hat. "Intoleranz niemals mit Toleranz begegnen" "Rassismus ist keine Meinung und man sollte Intoleranz niemals mit Toleranz begegnen", bringt Nihan die Quintessenz der Veranstaltung auf den Punkt. Neun Jahre, nachdem sie dort Abitur gemacht hat, ist sie wieder zum SGL zurückgekehrt. Und das aus einem ganz besonderen Grund. Die Youtuberin aus Löhne ist neben Bürgermeister Bernd Poggemöller Patin des Projektes "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage". Da der Wunsch zur Projektteilnahme von den Schülern kam, waren sie auch diejenigen, die die Projektpaten gewählt haben – und das aus guten Gründen. Nihan betreue das Ganze aufgrund ihrer „vorbildlichen Art", mit rassistischen Kommentaren umzugehen, sagt Schülerin Pauline Baran von der SV. Auch Löhnes Stadtoberhaupt Bernd Poggemöller sei als Politiker gut geeignet für das Amt des Projektpaten denn „Rassismus ist auch ein politisches Thema". Nihan und Bernd Poggemöller sind Projektpaten Beide freuen sich sehr über ihre Patenschaft. "Das ist ein wichtiges Projekt und ich bin stolz darauf, Patin zu sein", sagt Nihan. Sie freue sich sehr, ihre Reichweite dafür nutzen zu können. Stadtoberhaupt Bernd Poggemöller findet es besonders wichtig, dass das SGL mit der Mitgliedschaft im Netzwerk der Schulen ohne Rassismus ein Zeichen setzt. Genau darum geht es auch den Schülern, die das Ganze angestoßen haben. Dass das SGL Schule ohne Rassismus werden soll, ging aus einer von der SV organisierten Projektwoche im vergangenen Jahr hervor. „Die SV wollte das Siegel schon länger und durch die Projektwoche hat sich das ergeben", sagt Schülerin Rebecca Lindner. SV hat Unterschriften von Schülern gesammelt Eines der Projekte hatte Rassismus zum Thema. Die Gruppe, die sich an diesem Projekt beteiligt hat, habe zum Beispiel während der Woche das Spiel „Pimp you identity" gespielt. Unter anderem Alter, Religion, Herkunft und Beruf seien jedem Spieler zugelost worden, danach konnten sie untereinander tauschen, erzählt Pauline Baran. „Da ist uns noch einmal klargeworden, dass uns zum Beispiel der Schulabschluss wichtig war, aber nicht die Religion." Nach der Projektwoche hat die SV dann Unterschriften der Schüler gesammelt. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen 70 Prozent unterschreiben, wie Lehrerin Sarah Hackländer erzählt. Sie war zusammen mit ihrem Kollegen Alexander Tigges federführend bei dem Projekt. Da das Gymnasium diese 70 Prozent-Marke geknackt hat, darf es sich jetzt zu den Schulen ohne Rassismus zählen. "Vielfalt als Stärke begreifen" Das Ziel der Mitgliedschaft im Netzwerk sei, dass die Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen, sagt Schulleiterin Anja Backheuer. „Ihr sollt lernen, mitzubestimmen und mitzugestalten", richtet sie das Wort an die Jugendlichen. „Vielfalt als Stärke begreifen", genau darum gehe es dem Gymnasium, so Backheuer. Der Schulleiterin sei es besonders wichtig, dass das Zertifikat nicht einfach angebracht werde, sondern dass die Projektteilnahme auch in inhaltliche Arbeit übergehe. Das Siegel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" wird von Katharina Vorderbrügge von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus des Kreis Herford überreicht. Sie lobt dabei die Schüler dafür, dass sie „eine ganz besondere Veranstaltung auf die Beine gestellt haben". Mittelstufenorchester sorgt für musikalische Untermalung Die Veranstaltung in der Sporthalle des SGL wird nicht nur durch den Chor musikalisch begleitet, sondern auch durch das Mittelstufenorchester unter der Leitung von Lehrer Christian Tiedemann. Zum Abschluss der Zertifizierungsfeier spielt das Orchester ein Medley aus verschiedenen Liedern aus „The Greatest Showman". Moderiert wird die Siegelübergabe von Melissa Karaca und Aylin Ipek, beide Schülerinnen der Jahrgangsstufe Q2.

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