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Rückstände aus Kläranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen, wird künftig weitgehend verboten. - © Roland Thöring
Rückstände aus Kläranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen, wird künftig weitgehend verboten. | © Roland Thöring

Löhne Der Löhner Rat muss entscheiden, wer künftig den Klärschlamm entsorgt

Zwei Möglichkeiten werden den Mitgliedern in der ersten Sitzung nach der Sommerpause vorgestellt. Die Stadt ist bereits Mitglied der Klärschlammkooperation OWL, doch auch Westfalen Weser Energie stellt ein Konzept vor.

Susanne Barth
12.09.2019 | Stand 12.09.2019, 15:59 Uhr

Löhne. Ob beim Spülen der Toilette, beim Duschen, beim Abwaschen von Geschirr oder dem Waschen in der Waschmaschine: Liter um Liter schmutziges Wasser fällt täglich an. Dieses wird in der Kläranlage aufbereitet und gereinigt. Die Löhner Anlage ist für die Aufbereitung von Abwasser aus Löhne und Kirchlengern zuständig. Dabei fallen jeden Tag 20 Tonnen Klärschlamm an und der muss entsorgt werden. Auf welche Weise das zukünftig geschehen soll, entscheidet der Rat. Noch nutzt die Löhner Anlage eine 50:50 Entsorgung. 50 Prozent kommen laut dem Leiter des Klärwerks, Hans Kleine, als Dünger auf die Felder, 50 Prozent werden verbrannt. Durch die neue Klärschlamm-Verordnung fällt die Abgabe an die Landwirtschaft künftig komplett weg. Der Klärschlamm soll gänzlich verbrannt werden. Hinzu kommt das ab 2023 Phosphor aus dem Klärschlamm gewonnen werden muss. Phosphor-Gewinnung wird zur Pflicht Die damalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks kündigte diese Änderung bereits im Januar 2017 an: "Die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm wird künftig zur Pflicht." Das stärke die Kreislaufwirtschaft und soll langfristig zur Versorgungssicherheit mit dem Rohstoff Phosphor beitragen, so die Ministerin. Phosphor kann zur Düngung von Pflanzen genutzt werden. Da der aktuelle Entsorgungsweg des Klärwerks Löhne bald Geschichte ist, muss der Rat entscheiden, wie zukünftig die Entsorgung des Klärschlammes gesichert werden kann. „Das ist wirtschaftlich nur in Kooperation möglich", sagte der Leiter der Wirtschaftsbetriebe Löhne, Matthias Kreft, im jüngsten Pressegespräch mit der NW. Zwei Lösungen werden den Ratsmitgliedern in der ersten Sitzung nach der Sommerpause am Mittwoch, 18. September, vorgestellt. Entscheidung soll noch in 2019 fallen Bereits im vergangenen Jahr ist die Stadt in die Klärschlammkooperation OWL eingetreten. Mit ihr mehr als 70 weitere Kooperations- und Bündelungspartner. Die Kooperation plant bis zum Ende dieses Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. Danach ist im Zuge einer Ausschreibung ein strategischer Partner zu suchen, der die notwendige Entsorgung für die Bündelungspartner sicherstellen kann. Angedacht ist, eine Klärschlammverbrennungsanlage in Bielefeld zu bauen. Aber auch Westfalen Weser Energie zeigt eine Entsorgungsmöglichkeit auf. Das Unternehmen plant derzeit über ihre Tochter KS-AWP GmbH die Gründung der Klärschlammverwertung Westfalen Weser GmbH. Die Stadt Löhne ist an Westfalen Weser Energie beteiligt. Vertreter beider Konzepte stellen in der Ratssitzung kurz ihre Lösungswege vor. Es ist geplant, dass der Rat bis spätestens Dezember eine Entscheidung dazu trifft.

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