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Mit Cowboyhüten und Sheriffsternen: Die Teilnehmer des Westerncamps zelten eine Woche lang im Garten der Familie Kliewer. - © Anthea Moschner
Mit Cowboyhüten und Sheriffsternen: Die Teilnehmer des Westerncamps zelten eine Woche lang im Garten der Familie Kliewer. | © Anthea Moschner

Löhne Kinder leben eine Woche lang in Löhne wie im wilden Westen

Familie Kliewer organisiert das Westerncamp in ihrem Garten schon seit Jahren. Die Teilnehmer zelten eine Woche lang und lernen das Leben echter Cowboys kennen.

Anthea Moschner
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 16:39 Uhr

Löhne. Das unscheinbare braune Gartentor lässt kaum erahnen, was sich wenige Meter dahinter verbirgt. Während alle Teilnehmer natürlich stilecht einen Cowboyhut tragen, baut die Gruppe im Garten von Familie Kliewer ein Tipi. Der 14-jährige Torben befestigt die Plane mit Schnüren an den großen Ästen, Josi (13) hält sie fest, während Jonathan (9) und Marlon (12) mit einem Messer schon weitere Schnüre zurecht schneiden. „Das ist toll, wie sie zusammenarbeiten. Einer alleine würde das nicht schaffen", sagt Steffen Kliewer, während er die Kinder mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen beobachtet. Das Bauen des Indianerzeltes ist eines der Dinge, die die Teilnehmer im Alter von 8 bis 14 Jahren im privaten Westerncamp der Familie Kliewer gelernt haben. Kinder und Jugendliche bauen Pfeil und Bogen selbst Ein paar Meter neben dem aufgebauten Tipi hängen mehrere Bögen am Baum. „Wir haben Speere, Pfeil und Bogen selber gebastelt", erzählt Jonathan (9). Die Äste, aus denen die Bögen bestehen, hätten sie selbst aus dem Wald geholt und nach Belieben angemalt. Während des Camps von Sonntag, 4. August, bis Sonntag, 11. August, schlafen die Teilnehmer in Zelten im Garten von Familie Kliewer. Nach knapp einer Woche auf einer Luftmatratze, sagt Torben: „Ich vermisse mein Bett." Er hat sich ein Zelt mit seinem kleinen Bruder Jonathan geteilt. Der Neunjährige hat nur eines zu sagen, während er auf seinen großen Bruder zeigt und lacht: „Der Mister hier ist der lauteste Schnarcher." Dass die beiden am Westerncamp teilnehmen, sei eher Zufall, so Jonathan. „Wir interessieren uns für Western. Irgendwann hat unsere Mutter dann gesagt, dass wir ins Camp fahren." "Ich bin ein großer Westernfan" Marlon (12) war schon im vergangenen Jahr dabei. „Man unternimmt viel und sitzt nicht nur drinnen am Handy." Denn eine Regel ist im Camp ganz wichtig: Bis auf eine halbe Stunde pro Tag sind Handys verboten. „Im wilden Westen gab es keine Handys", sagt Steffen Kliewer. Kliewer hat das Camp zusammen mit Ehefrau Katharina und Bruder Johann schon zum vierten Mal in Folge organisiert. „Ich bin früher sehr viel auf Westerntreffen gewesen", erzählt er. Dabei sei ihm die Idee gekommen, so etwas auch für Kinder zu organisieren. Denn der wilde Westen ist seine Leidenschaft. „Ich bin ein großer Westernfan, das war ich schon als Kind." Fünftes Westerncamp im kommenden Jahr Anfangs seien nur die eigenen Kinder und deren Freunde dabei gewesen, mittlerweile auch Kinder aus umliegenden Städten. „Die Begeisterung freut mich", sagt Steffen Kliewer. Sein Ziel sei, dass die Teilnehmer Spaß haben und draußen sind. „Ohne Druck und Zwang." Auch im kommenden Jahr wird das Camp im Garten der Kliewers wieder veranstaltet. Torben und sein Bruder Jonathan werden voraussichtlich wieder dabei sein und sich eine Woche lang wie echte Cowboys fühlen.

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