Damit es zu keinem Engpass in der Trinkwasserversorgung mehr kommt, gibt es verschiedene Vorkehrungen. - © Verwendung weltweit
Damit es zu keinem Engpass in der Trinkwasserversorgung mehr kommt, gibt es verschiedene Vorkehrungen. | © Verwendung weltweit

Löhne Trinkwasserkrise: Neuer Hochbehälter soll schnellstmöglich gebaut werden

Nach den neuen Planungen des Wasserbeschaffungsverbands „Am Wiehen“ müsste nur noch eine mögliche Hitzeperiode 2020 überstanden werden. Es ist nicht die einzige Maßnahme, die den Engpass künftig entschärfen soll.

Susanne Barth
11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 16:48 Uhr

Löhne. Um die Trinkwasserversorgung in Löhne, Hille, Hüllhorst und Bad Oeynhausen nachhaltig zu stabilisieren und die Kapazitäten zu erhöhen, trifft der Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen" (WBV) verschiedene Vorkehrungen. Das wichtigste Projekt soll früher fertig werden, als geplant. Bei einer gemeinsamen Sitzung haben sich die Bürgermeister der Städte mit der Betriebsführung des WBV jetzt auf eine schnelle und unbürokratische Umsetzung verständigt. Das wohl wichtigste Projekt, um die Wasserkrise zu entschärfen, ist der Bau eines neuen Hochbehälters in Bergkirchen. Mit rund 10.000 Kubikmetern Fassungsvermögen wird er für eine deutliche Kapazitätserweiterung sorgen. Zum Vergleich: Die beiden jetzigen Hochbehälter, die bestehen bleiben, fassen 1.200 und 6.000 Kubikmeter Wasser. „Wir haben uns mit Erfolg dafür eingesetzt, das Verfahren zu beschleunigen", sagt Bernd Poggemöller, Vorsteher des WBV und Bürgermeister von Löhne. Transportleitung ist kurz vor der Fertigstellung Die Planungen seien abgeschlossen, der Bauantrag soll noch in diesem Monat auf den Weg gebracht werden. „Die Vergabe erfolgt so schnell wie möglich auf unbürokratischem Wege." Liegt die Baugenehmigung vor, soll direkt gestartet werden. Die Inbetriebnahme ist für April 2021 geplant. Kurzfristig sorgt eine Transportleitung der Stadtwerke Porta und Bad Oeynhausen für Entlastung, die nach einem Probebetrieb Ende Juli ans Netz gehen kann. „Dadurch stehen bis zu 1.000 Kubikmeter zusätzlich pro Tag zur Verfügung", erklärt Andreas Schwarze, Vorstand der Stadtwerke Bad Oeynhausen. Mit bis zu 400 Kubikmetern Leistung am Tag trägt auch eine bereits in Betrieb genommene Druckerhöhungsstation in Hille zur Kapazitätserhöhung bei. Darüber hinaus ist mittelfristig geplant, zwei zusätzliche Brunnen in Südhemmern zu erschließen, in einem Gebiet südlich des Mittellandkanals, falls Belange des Naturschutzes nicht dagegen sprechen. Entsprechende Untersuchungen der Qualität des Wassers seien bereits in Auftrag gegeben. "Wir bleiben an dem Thema dran" Die Bürger in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne wurden in den vergangenen Wochen aufgerufen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Durch die extreme Hitze Ende Juni wurde sprunghaft mehr verbraucht, als das Wasserwerk zur Verfügung stellen konnte. Dank des besonnenen Verhaltens der Bürger und einer kühleren Witterung kam es zu keinen weiteren Engpässen, so der Bürgermeister. Aufgrund der beginnenden Schul- und Betriebsferien wird erwartet, dass der Wasserverbrauch in den nächsten Wochen geringer ausfällt. Dennoch bleiben alle Beteiligten am Thema dran. „Wir bleiben im Gespräch und beobachten die Situation aufmerksam, um die Trinkwasserversorgung weiterhin zu optimieren", fasst Bernd Poggemöller zusammen.

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